Jahrgang 
1908
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und Jalousieklappe, die von ausserhalb des Warmluftkanals leicht zu bedienen und durch Schilder nach den betreffenden Klassen und Stockwerken bezeichnet sind.

Die verbrauchte Luft entweicht durch gemauerte Kanäle, die am Fussboden der Räume beginnen und im Dachraum ausmünden. Diese Abluftkanäle haben in den Klassen am Fuss- boden und dicht unter der Decke Jalousieklappen mit Vergitterung.

Die grosse Turnhalle erhielt keine besondere Lüftungsanlage. Bei diesem Raum erfolgt die Lüftung durch Oeffnen der Fenster je nach Bedarf.

Die Ausführung der gesamten Heizungs- und Lüftungsanlage erfolgte durch die Firma Käuffer& Cie. in Mainz.

Beschreibung der Baukonstruktion.

Die konstruktive Ausführung der Fassaden wurde bereits kurz erläutert, es verbleibt hier nur noch auf die Eindeckung der hohen Dächer, einen die Gesamtwirkung des Bauwerks in hohem Grade beeinflussenden Punkt, hinzuweisen, welche nach altdeutscher Art mit Moselschiefern aus den GrubenBausberg bewerkstelligt wurde und, unter vollständiger Vermeidung der Eindeckung der Kehlen und Maueranschlüsse mit Zink, in sachgemässer Weise erfolgt ist.

Die Gründung wurde nach dem Pfeilersystem durchgeführt, wobei die Fundament- und Kellermauern, mit Ausnahme der unteren Pfeilerabsätze, welche auf die Höhe des Grundwasserstandes bis zu 2,00 m hoch(die Fundamentsohlen der Pfeiler liegen zwischen 1,00 und+ 1,20 m Mainzer Pegel) in Beton hergestellt wurden, durchweg aus den bei dem Abbruch der Schloss- kaserne gewonnenen Bruchsteinmaterial ausgeführt sind.

Schwierigkeiten bei der Gründung stellten sich insofern in den Weg, als beim Ausheben der Baugrube und der Pfeiler neben den Fundamenten der niedergelegten Militärbäckereibauten noch unzählige Mauerreste in grösseren Ausdehnungen von älteren Bauten, Kanälen sowie eine die Baustelle kreuzende noch gut erhaltene Römerstrasse, deren Niveau ca. 3,00 m unter dem heutigen Terrain lag, beseitigt werden mussten, was durch das feste Gefüge der in Trassmörtel hergestellten Bauten wesentlich erschwert war.

Sämtliche Zwischendecken und Unterzüge, mit Ausnahme des Turnhallenflügels an der Petersstrasse, sind aus Eisenbeton mit Rundeiseneinlagen, ohne Verwendung von T-Trägern kon- struiert; auf denselben ist ein 3 cm starker Bimskiesestrich aufgebracht, welcher in Verbindung mit dem hierauf verlegten Linoleumbelag(Marke Germania, Fabrik Bietigheim) gegen die Schall- wirkung gute Resultate ergeben hat.

Während die Decken der kleinen Turnhalle und des hierüber gelegenen Singsaales als sichtbare Holzbalkendecken unter Verwendung von vorhandenen Balken der ehemaligen Lager- böden aus dem Reich-Klara-Kloster, mit dazwischen liegenden Putzfeldern zur Ausführung ge- langten, ist die tonnenförmige Decke der grossen Halle ausschliesslich aus Holz gefertigt und sind deren tragende Längsbalken, durch welche die Decke in Kassetten und Felder zerteilt wird, an die eisernen Dachbinder aufgehängt.

Die Stern- und Kreuzgewölbe in den beiden Vorhallen und im Haupttreppenhaus wurden in Backstein zwischen massiven Sandsteinrippen eingewölbt, wie auch die Gewölbe unter der offenen Halle massiv, jedoch mit Backsteingewölben zur Ausführung gelangten; alle übrigen Gewölbe in den Treppenhäâusern, unter den Podesten und Treppenläufen, und der glasgedeckten Halle im 1. Stock, sowie das Netzgewölbe der Haupttreppenhaus-Decke sind Scheingewölbe aus Rabitz.

Für die Stufen der Haupttreppe wurde Granit aus Büchlberg, für die stark belasteten Säulen, sowie die Gurtbögen und Brüstungen derselben roter Kyllburger Sandstein verwendet. Die Nebentreppe an der Petersstrasse ist ebenfalls massiv, die Stufen aus roteu Wesersandstein,