— 20—
gebaute Kessel(näheres siehe Heizungsanlage unten) nicht nur das Schulhaus, sondern auch das Museum und das Direktorwohngebäude sowie die Pedellenwohnung ihre Heizung.
In gleicher Höhe der Kesselrücken grenzt im Anschluss des Heizraumes, über eine eiserne Brücke passierbar, der Kohlenraum an, sodass die Bedienung der Feuerung sehr einfach ist.
Wir haben nunmehr noch kurz das an der Ecke der Mitternacht und Reich-Klarastrasse gelegene Direktorwohnhaus zu besichtigen.
Das Gebäude, welches, abgesehen von einigen zu dem Museum hinzugezogenen Räumen, welche im Erdgeschoss für sich abgeschlossen liegen, insgesamt 9 Zimmer nebst den erforderlichen Nebenräumen enthält, entspricht in seiner Grundrissanordnung ganz den Anfor-— derungen eines besseren bürgerlichen Wohnhauses.
Durch die Haupteingangstür von der Mitternacht gelangen wir über die wenigen Stufen der Sockeltreppe nach dem abgeschlossenen Vorplatz des Erdgeschosses, an den sich die Stock- werkstreppe, nach der Strasse zu 1 Studierzimmer und nach dem Garten zu das Speisezimmer anschliessen. Das Speisezimmer kann durch eine Pendelrolltüre in 2 Räume geteilt und nach Zusammenlegen dieser Türe als ein Raum benutzt werden. Von dem Speisezimmer gelangt man durch eine Türe in den Hausgarten, welchem eine, die Breite des Hauses einnehmende, etwas erhöhte, offene Terrasse mit steinernem Brüstungsgeländer vorgelegt ist. Durch einen Rasen- platz in der Mitte, eingeschlossen von Strauch- und Rankenwerk, ist ein idyllisches Plätzchen ge- schaffen, welches infolge seiner ruhigen Lage einen angenehmen Aufenthalt bietet.
Im I. Obergeschoss sind, nach der Strasse, 3 Wohnräume: 1 Salon, 1 Musikzimmer und 1 Wohnzimmer, ferner, nach der Gartenseite, eine geräumige Küche mit Speisekammer und Speiseaufzug, und das Schlafzimmer mit Bad gelegen. Durch die gedeckte Veranda, welche einen interessanten Abschluss des Gartens bildet, ist eine direkte Verbindung mit den Diensträumen des Direktors im Schulhaus hergestellt. Im II. Obergeschoss sind noch 2 Fremdenzimmer, Mädchenzimmer und Schrankzimmer vorhanden; die Waschküche ist im Keller in einem 3,00 3,24 m grossen Raum untergebracht und durch eine Regencisterne auch mit Regen- wasser versehen.
Die Aborte sind in sämtlichen Stockwerken an geeigneter Stelle von dem geräumigen Vorplatz aus zugänglich.
Die Beleuchtung der verschiedenen Räume ist teils mit elektrischer und teils mit Gas- beleuchtung erfolgt; für Kochgas ist eine besondere Leitung eingerichtet.
Es mögen nun noch einige technische Einzelheiten folgen:
Beschreibung der Heizungs- und Lüftungsanlage.
Die Beheizung sämtlicher Räume in der Höheren Mädchenschule sowohl wie der Räume des naturhistorischen Museums und des Direktorwohnhauses erfolgt durch Niederdruck- dampfheizung.
Die ganze Anlage ist so gross bemessen, dass in sämtlichen Klassen-, Lehrer- und Lehrerinnenzimmern, Verwaltungsräumen etc.+ 20° Cels., in der Turnhalle+ 15⁰° Cels., in den Treppen und Korridoren+ 10⁰ Cels., gleichzeitig erzielt werden können. Der im Schulhof getrennt liegende Schülerinnenabort wird temperiert und ist ebenfalls an die Zentralheizungsanlage angeschlossen.


