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Die tiefsten Tiefen hier in meinem Herzen.
Und wie der Sonne Spur, ging sie zur Neige,
Im Rhein der goldne Glanz noch lange kündet, Mein Werk als lichter Strahl den Deutschen zeige: „Was Gutes, Wahres, Schönes ward verkündet, „Das kann nicht in Aeonen untergehen,
„Das bleibt in alle Ewigkeit bestehen.“
Des Jünglings Dichterblick hat nicht getrogen: Im Feuer, das am Rheine ihn beseelte, Verbrannten Missgunst ihm und Neid und Tücke. Die Welt ward sein! Nicht nur in jenen Tagen, Da er des Lebens Lust und Leid getragen.
Nein, Friedrich Schillers Name heut' erklinget, Wohin die deutsche Macht und Zunge dringet.
Wer aber darf den Dichter eigen nennen?
Wer liebevoll sich in sein Werk versenket;
Wer sich von ihm allzeit will leiten lassen
Ins Reich des Schönen, Edlen, Wahren, Guten; Wer fähig, Ideale noch zu fassen,
Was nur am Boden klebt, wird kraftvoll hassen, Durch Überkluge sich nicht lässt beirren,
Dass in der schönen Form die schöne Seele
In dieses Dichters Wort sich nie verhehle.
Heil, deutsche Frauen, die Ihr treulich wachet, Dass unsrem teuren Volke Schiller lebe!
Des Volkes Zukunft, seine Jugend, hebe
Den geist'gen Schatz, der liegt in Schillers Werken. So lasst Euch denn am heut'gen Abend zeigen, Wie in der Schule wir zu Schiller schwören, Wie Eure Töchter ihren Schiller lieben,
Wie sie ihn kennen, wie sie ihn erfassen,
Wie ein Gefühl nur sie hierher getrieben,
Den Dichterfürsten froh vor Euch zu feiern Als Dank für alles, was er uns gelassen.
Sein Genius wolle alt und jung umschweben, Sein Geist uns stärken, uns zu sich erheben!


