II. Beigaben..
l1. Gedenkblatt
zur Erinnerung an Professor Dr. Emil Daub.
Am 1. Juli 1904 wurde unsre Schule von einem schweren Verluste betroffen. In früher Morgenstunde— der Unterricht hatte kaum begonnen— überraschte uns die Trauerkunde, dass unser lieber Kollege, Herr Professor Dr. Emil Daub, in verflossener Nacht verschieden sei. Persönliche Freundschaft während beinahe zehnjähriger gemeinsamer Wirksamkeit sowie der Wunsch, das Bild des Entschlafenen bei allen, die ihn gekannt, klar und ungetrübt zu erhalten, haben uns zur Niederschrift der nachfolgenden Zeilen veranlasst.
Emil Daub, am 25. Juli 1863 zu Darmstadt als Sohn des Zeugleutnants Karl Daub geboren, trat, nachdem er den ersten Unterricht in dem Fölsingschen Privatinstitute empfangen hatte, im Herbst 1873 in die Realschule I. Ordnung seiner Vaterstadt ein. Der begabte und fleissige Junge zeichnete sich in seiner Schulzeit derart aus, dass er unter seinen Mitschülern stets einen der ersten Plätze einnahm und bei den öffentlichen Schlussakten mehrmals mit Belobigungen und Prämien bedacht wurde. Nach bestandener Abgangsprüfung widmete sich Daub seit Herbst 1881 zunächst auf der Technischen Hochschule zu Darmstadt dem Studium der Mathematik, Physik und Chemie; später vertauschte er diese Lehranstalt mit der Landesuniversität in Giessen. Hier bestand er auch am 31. Juli 1885 die Staatsprüfung und erwarb sich dadurch in den genannten Unterrichtsfächern die Lehrbefähigung für alle Klassen. Seine Promotion erfolgte erst im Frühjahre 1888 auf Grund der von ihm eingereichten Abhandlung:„Über einige die binären und ternären Formen betreffende Aufgaben“. Inzwischen hatte Daub an dem Realgymnasium zu Darmstadt das vorgeschriebene Probejahr abgeleistet, nach dessen Ablauf er auch noch weiterhin an dieser Anstalt verblieb— vorübergehend hatte er an der Höheren Bürgerschule(d. i. der jetzigen Realschule) zu Heppenheim eine Vertretung übernommen— bis er im Frühjahre 1888 zum Dirigenten der Höheren Bürgerschule zu Beerfelden ernannt wurde. Doch nicht lange dauerte seine Tätigkeit im engen Wirkungskreise. Anfangs 1890 wurde er an die neugegründete Höhere Mädchenschule zu Mainz berufen, wo er die ihm übertragene Stelle zunächst provisorisch verwaltete; seine definitive Anstellung erfolgte am 12. Juli 1891.
Seitdem hat Daub seine ganze Kraft, ja mehr noch: seine ganze Persönlichkeit dem Dienste unsrer Anstalt geweiht. An die Offentlichkeit ist er unseres Wissens niemals hervorgetreten, nicht als ob er sich die Fähigkeit hierzu nicht zugetraut hätte, sondern ein ausserordentliches Mass von


