Jahrgang 
1926
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zweiten Quarta jeglicher Raum, auch etwa in einer anderen Anstalt. Hafte man doch vor mehr als drei Jahren in der Not jener Tage die Übernahme der Finanzkasse in zwei von unseren Räumlichkeiten verfügen müssen! Trotz wiederholter Kündigung durch uns verließ die Finanz- kasse aus Mangel anderweitigen Unterkommens unsere Räume nicht. So verschob sich bedauer- licherweise die Quartateilung bis zum 1. Dezember. Und auch jetzt mußte sie nur eine Teil- trennung bleiben; denn das Landesbildungsamt konnte aus Ersparnisgründen statt der erbetenen zwei Lehrkräfte nur eine zur Verfügung stellen. Der zweiten Quarta mußten wir als Klassen- zimmer unsere bescheidene Aula einrichten, die inzwischen von der Finanzkasse geräumt worden war. Sie ist zwar, zur ebenen Erde nach einer sehr befahrenen Straße gelegen, als Unterrichts- raum so ungeeignet wie nur möglich, die Trennung der übergroßen Quarta ist aber für die Er- reichung des Jahreszieles immerhin vorteilhafter als das Forfbestehen einer Vereinigung, deren Teilung nur aus Rüdksicht auf weniger ansprechende Räume unterbliebe. Als Ergänzung des Lehr- körpers frat vom 1. Dezember 1925 an Herr Studienrat Dr. Schorn, seither an der Liebigs- Oberrealschule zu Darmstadt fätig, in den Dienst unserer Schule ein.

Mit Wirkung vom 1. April 1925 an wurde Herr Studienrat Prof. Dr. Heinrich Jung zum Oberstudienrat ernannt. Für den 1. Juni zwang ihn das Gesetz über die Altersgrenze der Staats- beamten vom 2. Juli und 19. Dezbr. 1923, um seine Versetzung in den Ruhestand nachzusuchen. Mit seinem Ausscheiden aus dem Lehrkörper erleidet die Anstalt einen empfindlichen Verlust. Hatte er doch seit dem Herbst 1888, sechsunddreißig Jahre hindurch, ununterbrochen seine Kräfte unserem Gymnasium geweiht. Seine umfassende Kenntnis der alten Sprachen und seine ausgedehnte Ver- trautheit mit dem antiken Schrifttum befähigten ihn zu einem sehr erfolgreichen Lehrer an einer Anstalt, die sich zum Ziele gesetzt, der heranwachsenden Jugend den unantastbaren Zusammen- hang unserer ganzen höheren Kultur mit der Geisteskultur der Antike immer wieder aufzuzeigen, ein Erfordernis, das sich bei dem täglich zunehmenden gefahrvollen Versinken in nur äußerliche Kulturfünche und oberflächliche Zivilisation als immer notwendiger erweist. Pünktlich, gewissen- haft und streng gegen sich selbst, ließ er auch bei den Schülern keinen Schein und keine Blendung aufkommen und stellte so auch in erzieherischer Hinsicht sein Wirken unter die hohe sittliche Idee des Wahrhaften und Echten. Nur ungern hat er den Schauplatz seiner liebgewordenen Tätigkeit verlassen. Seine ungeschwächte Gesundheit und seine arbeitsfrohe Natur hätten ihm nach mensch- lichem Ermessen noch für mehrere jahre eine erfolggekrönte Wirksamkeit im Dienste der Jugend gestattet, aber das Gesetz gebot ihm, wie so vielen, früher zu feiern, als sie selber wollten. Vor seinem Scheiden aus dem Amte hatten sich alle Herren der Anstalt zu einer gemütlichen Abschieds- feier eingefunden und bezeugten ihm auch auf diese Weise die Hochschätzung und Verehrung, die er sich in den langen Jahren seines Wirkens im Dienste der Schüler erworben. Möge ihm noch ein recht langes otium cum dignitate beschieden sein!

An seiner Stelle verblieb Herr Assessor Dr. Holzapfel nach Ablauf seiner Vertretung an unserer Anstalt.

Durch Entschließung des Landesbildungsamfes vom 4. Mai 1925 wurde Herrn Studienassessor Kurt Schollmayer der für das Schuljahr 1924/25 erbetene Urlaub zur Verfretung an dem Institut der Englischen Fräulein in Mainz bis zum 1. April 1926 verlängert.

Durch Entschließung des Landesbildungsamtes vom 1. Oktober 1925 wurde Herr Studien- assessor Dr. Hans Fluch zum Studienrat an dem Gymnasium zu Mainz mit Wirkung vom 1. Oktober 1925 ab ernannt.

Die Ernennung des Herrn Studienrats Prof. Dr. Wißmann zum Oberstudienrat erfolgte mit Wirkung vom 1. Januar 1926 ab.

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