Jahrgang 
1926
Einzelbild herunterladen

IV./ Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr 1925/26 wurde Montag, den 20. April mit den Aufnahmeprüfungen eröffnet. Die Anstalt umfaßte zunächst 16 Klassen.

Bei Beginn des Berichtsjahres mußte Herr Studienrat Prof. Dr. Schwarz dem Dienste wegen Erkrankung fernbleiben. Er wurde durch das Landesbildungsamt vorerst bis zum Ende der Pfingst- ferien beurlaubt. Sein Vertreter war Herr Studienassessor Dr. Holzapfel, seither am Real- gymnasium zu Mainz fätig. Nach den Pfingstferien konnte Herr Prof. Dr. Schwarz jedoch nur einen Teil seines Unterrichts wieder aufnehmen(15 Stunden), der Rest wurde von den Herren Prof. Dr. Lambinet und Dr. Holzapfel versehen.

Eine Verschlimmerung des Befindens zwang dann Herrn Prof. Schwarz während der Sommer- ferien, sich für die Zeit vom 10. August 1925 bis 4. Januar 1926 von neuem von der Unterrichis- erteilung befreien zu lassen. Er wurde von Herrn Studienessessor Dr. Durst vertfreten. Eine neue Erkrankung an Grippe nötigte ihn am 1. Februar 1926 zum nochmaligen Aussetzen seiner unter- richflichen Tätigkeit bis zum 15. März, in dieser Zeit teilten sich die Herren Amtsgenossen in seinen Unterricht, insbesondere die Herren Prof. Dr. Schrohe und Prof. Dr. Köhm.

Zu einer längeren Beurlaubung war auch Herr Studienrat Metzner genötigt. Er erkrankte am 20. Oktober, mußte sich im November einer Blinddarmoperation unterziehen und, da seine Erholung nur sehr langsam fortschritt, bis zum Ende des Schuljahres um Urlaub nachsuchen. Bis zum 1. Dezember mußten seine Stunden von den Herren Amtsgenossen übernommen werden; von da an wurde uns als Vertreter Herr Studienassessor Lüll, seither in Gießen, überwiesen.

Vom 5. November bis 10. Dezember war ferner Herr Studienrat Schuster im Dienste zu fehlen genötigt. Auch seine Vertretung fiel zu Lasten der Herren Amtsgenossen.

Dazu traten kürzere Erkrankungen einzelner Mitglieder des Collegiums, deren Vertretung zum größten Teil auch wieder von den Herren Amisgenossen mit übernommen werden mußte.

Vielerlei Störungen im glatten Ablauf des Unterrichtsbetriebs, wiederholter Lehrerwechsel in den einzelnen Klassen, mancher Ausfall von Eckstunden wurden durch die gesundheitlichen Ver- hältnisse im Lehrkörper bedingt und haben die ruhige und stetige Ausbildung der Schüler ge- hindert und gehemmt. Lehrer und Leiter der Anstalt haben alle Mühe gehabt, die Schädigungen der einzelnen Klassen wieder auszugleichen.

Die Aufnahme von Sextanern für das neue Schuljahr zeigte ein erfreuliches Ergebnis: 52 Schüler meldeten sich. Darunter befanden sich 18, die bereits nach dreijährigem Besuch der Grundschule die gesetzlichen Bedingungen für ihre Aufnahme in die Sexta erfüllen konnten; sie werden sich auch alle ihre Versetzung nach Quinta erwerben. Die große Zahl der Sextaner ließ es uns erreichen, daß nach den Pfingstferien die Klasse in zwei Sexten getrennt wurde. Allerdings machte ihre einwandfreie Unterbringung in Anbetracht der schweren Raumnot, in der wir uns in unserem dreihundertfjährigen Gebäude befinden, große Schwierigkeiten: Die Klasse mußte im Zeichensaal Unterkommen finden, ein Umstand, der wieder nicht ohne schädigende Auswirkung auf den Zeichenunterricht bleiben konnte.

Als weitere Lehrkraft wurde uns aus Anlaß der Sextafeilung mit Wirkung vom 8. Juni 1925 Herr Studienassessor Dr. Wolf, seither am Gymnasium zu Gießen verwendet, wiederum zuge- wiesen.

In gleicher Weise litt die Ausbildung unserer Quartaner unter der übermäößigen Stärke der Klasse. Ihre Teilung konnte aber zunächst nicht erfolgen; es fehlte uns zur Unterbringung der

9