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jetzt im Schützengraben im Argonnenwald. Degreif rückte etwas später aus, lag kurze Zeit im Schützengraben vor Lille, kam dann auf den östlichen Kriegsschauplatz und erkämpfie sich das Eiserne Kreuz bei dem letzten Vormarsch auf Warschau. Jetzt steht er in den Karpathen. Herr Oberlehrer Dr. Ellenberger war als Leutnant d. L. I. dem Inf.-Rgt. 132 in Strassburg zugeteilt. Ueber seine Schicksale und seinen Heldentod wird weiter unten ausführlicher berichtet werden. Oberlehrer Bender trat als Vizefeldwebel d. L. I. beim Fussartillerie-Rgt. 3 ein und bildete, wie auch jetzt noch, Truppen aus. Er ist mittlerweile zum Leutnant vorgerückt. Herr Professor Grösser war als Oberleutnant d. L. II. und Kompagnieführer zur Truppenausbildung bei dem Ersatz des Landwehr-Inf.-Rgt. 118 eingezogen. Er blieb dort bis Mitte Oktober, wurde infolge eines wieder auftauchenden nervösen Leidens seiner militärischen Pflichten enthoben und nahm nach achttägigem Urlaub am 22. Oktober seinen Unterricht wieder auf. Herr Lehramts- referendar Dr. Medert trat nach den Sommerferien, da die Bahnverbindung nach Mainz gestört war, zunächst zur Aushilfe an der Realschule Gross-Gerau ein, wurde dann Ende Oktober als Unteroffizier d. R. zum Inf.-Rgt. 115 einberufen und war einige Wochen in der Front in Frank- reich. Dann kehrte er infolge einer wiederholt aufgetretenen Augenentzündung zum Ersatzbataillon nach Darmstadt zurück. Herr Professor Dr. Faust, Oberleutnant d. L. a. D., hatte sich frei- willig gemeldet, ging Ende September als Kompagnieführer nach Limburg, wurde nach einigen Monaten in gleicher Eigenschaft hierherversetzt und ist vor kurzem zum Hauptmann ernannt worden. Am 23. September wurde auch Herr Lehramtsreferendar Dr. Kohl einberufen, bei dem Ersatz des Inf.-Rgts. 80 in Wiesbaden ausgebildet, ging Anfang Dezember auf den östlichen Kriegsschauplatz zu einem Res.-Inf.-Rgt., machte Kämpfe bei Warschau mit, erkrankte auf dem Wege nach Süden an der Ruhr, lag Ende Januar im Lazarett zu Oderberg in Oesterreich- Schlesien und ist jetzt auf dem Wege der Besserung.
Diese Ubersicht zeigt schon, welche Schwierigkeiten sich in rascher Folge der Aufrecht- erhaltung des Unterrichts entgegenstellten. Wir begnügen uns, bier, mit Beiseitelassung aller Einzelheiten, folgendes mitzuteilen. Für die verwaiste Vorschule trat zur Vertretung während der Dauer des Krieges am 17. August Fräulein Maria Mehling ein. Herr Reallehrer Krauss über- nahm die zumeist vereinigten beiden oberen Klassen der Vorschule, während sein bisheriger Unterricht im Zeichnen und Schreiben am Gymnasium von Herrn Zeichenlebreranwärter Wilhelm gegeben wird. Den evangelischen Religionsunterricht des Herrn Krauss in VI.— IV. des Gymnasiums mit 4 Stunden wöchentlich übernahm freiwillig Herr Pfarrer Vogt, woföür wir ihm auch hier besten Dank aussprechen. Ferner trat schon am 26. 9. Herr Lehramtsreferendar Wilhelm A. Diepenbach, bis dahin am Seminar des hiesigen Realgymnasiums, für das zweite Vorbereitungsjahr und zur Vertretung einberufener Lehrer ein. Zu demselben Zweck wurde zu Beginn des Winters Herr Lehramtsassessor Franz Klingelschmitt vom Realgymnasium hierher versetzt.
Starke Lücken riss der Krieg auch in den Reihen unserer Schüler. Sämtliche Oberprimaner bestanden im Laufe des August die Notreifeprüfung. Als Fahnenjunker traten ein die Ober- primaner Marschall von Bieberstein und von Schimmelfennig, die Unterprimaner Förster und Metzges; als Kriegsfreiwillige, die Oberprimaner Bacherer, Bernion, Bra- bender, Eitel, Jäger, Kerz, Klug und Ladenburg, diese beiden erst nach Beginn des neuen Jahres, Lucas, Mucha; die Unterprimaner Massoth und Schuster, der Ober- sekundaner Eppelsheimer und der Untersekundaner Schäfer, nachdem er am Schluss des Sommerhalbjahrs das Einjährigenzeugnis erhalten hatte. Der Oberprimaner Raitz von Frentz wurde mit Genehmigung Grossh Ministeriums zum Roten Kreuz beurlaubt. Die übrigen Primaner und Obersekundaner liessen sich fast alle beim Roten Kreuz ausbilden.
Als nach Schluss der Sommerferien der Unterricht beginnen sollte, fehlte die ganze Ober- prima, von der Unterprima waren nur drei da, von denen einer zur Landwirtschaft, die beiden


