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Dr. Gundel, der ihn vertreten hatte, verliess die Anstalt am Schluss des Sommerhalbjahrs und wurde nach den Ferien an das Gymnasium in Giessen versetzt.— Herr Prof. Dr. Hammesfahr erkrankte mit Beginn des Sommerhalbjahrs an gastrischem Fieber und nahm erst nach Pfingsten den Unterricht wieder auf. Da auch Herr Prof. Klassert durch Krankheit im Hause dem Unterricht ferngehalten wurde, so kam zur Vertretung Herr Lehramtsreferendar Karl Dörsam aus Offenbach am 30. April und blieb bis zum 19. Mai. Nach den Pfingstferien übernahm auch Herr Prof. Klassert wieder seinen Unterricht.— Herr Oberlehrer Schönberger war im Juni zu einer 14tägigen Landwehrübung einberufen.
Am 20. September besuchte Herr Geheime Oberschulrat Nodnagel die Anstalt und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei.— Am 22., 23. und 28. Februar besichtigte Herr Turninspektor Schmuck den Turnunterricht in allen Klassen der Anstalt.— Am 27. November besuchten die Schüler der beiden Primen unter Führung des Direktors und Herrn Prof. Scholl- meyers die Tuberkulosenausstellung in der Gewerbeschule. Herrn Medizinalrat Dr. Balser, welcher in 1 ½ stündigem äusserst klaren Vortrage die Ausstellungsgegenstände erläuterte, danken wir auch an dieser Stelle. Ebenso sind wir Herrn Generaloberarzt Dr. Kunow zu Dank verpflichtet als dem kundigen Leiter eines Krankenträgerkursus, welcher zwischen Weihnachten und Ostern für die Schüler beider Gymnasien im Ostergymnasium abgehalten wurde.
Die Fussballspielvereinigung, unter Leitung des Herrn Oberlehrers Schönberger, spielte im Winter einmal wöchentlich auf dem Exerzierplatz bei Fort Elisabeth, dessen Benutzung das Königl. Gouvernement gütigst gestattete. Dem freundlichen Entgegenkommen der Bürger- meisterei und der Stadtverordneten-Versammlung verdanken wir es, dass die brennende Spielplatz- frage jetzt bis auf weiteres glücklich gelöst ist. Für den Sommer nämlich wurde den vier höheren Knabenschulen in Mainz von der Stadt unentgeltlich ein Spielplatz an der Mombacher Strasse zur Verfügung gestellt. Vom 15. Oktober 1907 ab überlässt die Stadt gegen eine mässige Pachtsumme den vier Anstalten bis auf weiteres einen weit günstiger gelegenen Platz auf dem Linsenberg, der Raum für zwei Fussballspiele bietet. Wir erhoffen von dieser neuen Einrichtung eine wesentliche Förderung des Spiels und bemerken für diejenigen Eltern, welche das Fussballspiel für gefäbrlich halten, dass hier nach Regeln gespielt wird, welche einen Unfall zwar nicht völlig ausschliessen, aber auch nicht wahrscheinlicher machen, als in jedem anderen Laufspiel. Auch ist bis jetzt nach mehrjährigem Bestehen der Fussballspielvereinigung nicht ein einziger ernstlicher Unfall vor- gekommen.— Auch der Schülerstenographen-Verein(System Stolze-Schrey) besteht weiter und hat auch in diesem Jahre zahlreiche Schüler in die Elemente des Systems eingeführt.
Am 26. November fand— nach dem Wunsch der Eltern in aller Stille— die Beerdigung des Oberprimaners Julius Dapper statt, der nach kurzem, schwerem Leiden an einer Blinddarm- entzündung gestorben war. Die Anstalt betrauert in ihm einen hoffnungsvollen, fleissigen und strebsamen Schüler. An der Beerdigung nahmen der Direktor und drei Schüler der Oberprima teil, welche einen Kranz am Grabe niederlegten.— Am 28. April wurde ferner Franz Gutmann, Schüler der 2. Vorschulklasse, beerdigt, der, wegen Kränklichkeit zu Ostern abgemeldet, bald darauf an einer schleichenden Gehirnentzündung gestorben war. Die Schüler der Klasse, unter Führung des Klassenführers und Direktors sowie auch des Herrn Oberlehrer Sartorius, gaben ihm das letzte Geleite..
Am 8. November wurde auf die freudige Nachricht von der Geburt des Erbgross- herzogs der Unterricht von 11 Uhr an ausgesetzt.— Zur Feier des Geburtstages Ihrer Königl. Hoheit der Grossherzogin fiel am 17. September der Unterricht aus. Die Grossherzogsgeburtstagsfeier fand, weil der 25. November auf einen Sonntag fiel, am 24. November, aus demselben Grunde die Kaiserfeier am 26. Januar statt. Am Grossherzogs-


