Jahrgang 
1876
Einzelbild herunterladen

6

B. Curatarium und Kehretrolltgium der hähtren Bürgerſchult. 1. Curatorium.

Herr Oberbürgermeiſter Rudolph, Herr Chr. Schaaf, Ausſchuß⸗Mitglied. Pfarrer Schmidt, Der Rector der höheren Bürger⸗ Kaufmann Majerus, Stadtrathsmitglied, ſchule. 2. Lehrercollegium. Dr. Hempfing, Rector, Herr Zeichenlehrer Schür mann,

Herr Oberlehrer Dute, Pfarrer Wolff,

bis zum 1. October v. J.; Herr Reallehrer Dr. v. Cölln*) ſeit dieſer Zeit; Herr Reallehrer Wachsmuth.**)

Herr Turnlehrer Schneider, ſeit dieſer Zeit.

Reallehrer Leimbach, Hauptlehrer Schreiber, E E . 7 Dr. Schäfer, Turnlehrer Hinkel, 25 Dr. Ernſt, bis zum 1. October v. J.; 2 3. & 3*

22400 p acpiſvcpluolliau

C. Kehrplan. Secunda.

Keligions-Uulerrit.(2 St. wöchentl.) 1) Die Apoſtelgeſchichte wurde geleſen. 2) Die Hauptepochen der Kirchengeſchichte und das Leben einiger Kirchenliederdichter wurden durchgenommen. 3) Die fuͤnf Hauptſtücke des Katechismus wurden nebſt Bibelſprüchen repetirt. 4) Die Bibelkunde des Alten und Neuen Teſtaments wurde wiederholt und epiſtoliſche Abſchnitte des Neuen Teſtaments dabei geleſen. 5) Früher gelernte Kirchenlieder(2, 9, 30, 32, 54, 60, 78, 80, 87, 88, 98, 101, 102, 116, 127, 131, 141, 143, 146) und Pſalmen(1, 6, 23, 70, 103) wurden wiederholt.

NB. Einen integrirenden Theil des Religionsunterrichts bildet auch die jeden Sonnabend um 12 Uhr mit allen Klaſſen gehaltene Andacht(Hora), in welcher die Pericopen geleſen, erklärt und einer chriſtlichen Anſprache zu Grunde gelegt werden, ſo daß hierdurch ſtets auf den Fortgang des Kirchenjahres aufmerkſam gemacht wird.

*) Ernſt von Cölln. geb. zu Mühlhauſen in Thüringen am 12. Dezember 1830. Nachdem er ſeine Vorbildung in Aachen und Berlin genoſſen, abſolvirte er in Halle das Maturitätsexamen und bezog die dortige Univerſität, um Mathematik, Aſtronomie und neuere Sprachen zu ſtudiren. Er promovirte eben da⸗ ſelbſt zum Dr. phil und erwarb ſich die facultas docendi für alle Klaſſen einer höheren Lehranſtalt in Mathe⸗ matik, Franzöfiſch und Engliſch. Hierauf trat er zu Oſtern 1857 in den Schuldienſt und war angeſtellt an den höheren Lehranſtalten zu Cüſtrin, Memel, Stargard, Ottweiler und Berlin. Im Feldzuge 1866 verwundet, wurde er auf längere Zeit ſeinem Berufe entzogen und trat dann, nach Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit, in den Staatstelegraphendienſt. Aus dieſem Dienſte ſchied er, als er im Auguſt v. J. als Lehrer der Mathe⸗ matik an die hieſige höhere Bürgerſchule berufen wurde, in welche Stellung er am 1. October eintrat.

**) C. H Wachsmuth, geb. zu Nörten bei Götttingen am 28. Febr. 1849. Wurde 1870 vom Gymnaſium zu Osnabrück mit dem Zeugniß der Reife entlaſſen; ſtudirte zu Göttingen und Leipzig Philologie, hielt ſich dann zur praktiſchen Erlernung der franzöſiſchen Sprache ſechs Monate in Genf und Frankreich auf und erwarb ſich im Oct. 1874 zu Göttingen im Staatsexamen die fac. doc. in der franz. und engl. Sprache für die oberen, in der lateiniſchen und deutſchen Sprache für die mittleren Klaſſen eines Gymnaſiums oder einer Realſchule. Zur weiteren Ausbildung in der engl. Sprache war er bis Oſtern 1875 an einer Privat⸗

ſchule zu London heſchäftigt. Mit Oſtern v. J. übernahm er die Stelle des franz. Lehrers an der hieſigen höheren Bürgerſchule.