Jahrgang 
1876
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der Schüler unterhalten, ſondern den betreffenden Eltern wurden auch in Folge von Conferenz⸗ Berathungen öfters beſondere Mittheilungen über das Verhalten ihrer Söhne gemacht. Auch die Herausgabe der Programme ſoll neben einer Darlegung der Geſchichte der Anſtalt eine Verbin⸗ dung zwiſchen Schule und Haus weſentlich unterhalten und fördern. Deshalb kann ich auch dieſe Gelegenheit nicht vorübergehen laſſen, ohne eine ſchon zum öfteren ausgeſprochene Anforde⸗ rung der Schule an die Schüler hier zu wiederholen, von deren Befolgung die Fortſchritte und das Aufrücken der Schüler weſentlich abhängen. Zu einer genügenden Vorbereitung auf die Schul⸗ ſtunden genügt es nämlich nicht, des Abends die Aufgaben auf den folgenden Tag zu lernen beziehungsweiſe ſchriftlich anzufertigen, ſondern es iſt vielmehr unumgänglich nothwendig, daß die Schüler mindeſtens noch eine Stunde vor dem Beginne des Unterrichts an jedem Morgen zur Repetition und Durchſicht ihrer am Abend vorher gelernten und angefertigten Aufgaben verwenden. Geſchieht dieſes nicht, ſo findet der Lehrer gar häufig den Schüler nicht gehörig vorbereitet, wobei dann dieſer verſichert, ſeine Aufgabe gelernt zu haben; letzteres würde wohl auch der Lehrer ge⸗ funden haben, wenn der Schüler der ſchon ſo oft ausgeſprochenen Forderung genügt hätte. In den meiſten Fällen würde aber wohl etwas zu viel verlangt ſein, wollte man das rechtzeitige Auf⸗ ſtehen am Morgen dem eignen Antriebe des Schülers ſelbſt überlaſſen; es wird vielmehr in der Regel nöthig ſein, daß die Eltern reſp. deren Stellvertreter mit Strenge und Conſequenz ebenſowohl darauf halten, daß am Abend die Aufgaben auf den folgenden Tag ausgeführt, als daß dieſe am nächſten Morgen noch gründlich repetirt und durchgeſehen werden. Die Befolgung dieſer Vorſchrift hat nun für den groößeren Theil des Jahres auch keine beſondere Schwierigkeit, wohl aber während des Winters zur Zeit der kurzen Tage, indem es in manchen Haushaltungen zu dieſer Zeit einige Mühe verurſacht, das Lernen der Söhne reſp. Penſionäre eine Stunde vor dem Anfang der Schule zu ermöglichen. Gar häufig kommt es vor, daß die im Sommer eingeführte Zeit des Schlafengehens auch für den Winter beibehalten wird, während doch alsdann nicht wie im Sommer des Morgens vor 8 Uhr einige Zeit zum Lernen verwandt wird, und ſo geſchieht es denn gar zu häufig, daß viele Schüler an 9 11 Stunden täglich ſchlafen; jedenfalls zu viel, um die geiſtige und körperliche Entwickelung eines Knaben in naturgemäßer Weiſe zu fördern. Der ſich ergebende Nutzen wird aber die Muͤhewaltung und die etwa entſtehenden Koſten eines rechtzeitigen Weckeus wie Aufſtehens ſicher reichlich lohnen. So wie umgekehrt ein gegentheiliges Verhalten und Verſäumen gar oft mit dem Zurückbleiben der Schüler in der Klaſſe zuſammentreffen wird.

Möchten dieſe wohlgemeinten, auf langjähriger Erfahrung beruhenden Winke und Rath⸗ ſchläge günſtige Beachtung und Befolgung finden!

Um zu verhüten, daß die Aufgaben für die Ferien nicht bis auf die letzten Tage ver⸗ ſchoben werden, mußten die Schüler der 3 unteren Klaſſen wie in früheren Jahren an feſtge⸗ ſetzten Tagen der Ferien die Arbeiten dem Unterzeichneten vorzeigen, welcher hierbei vom Herrn Collegen Leimbach unterſtützt wurde. Der Erfolg dieſer Maßregel war bis jetzt recht befriedigend.

Anerkennend muß auch erwähnt werden, daß Lehrer Leimbach, welcher ſeit einiger Zeit den Unterricht im Deutſchen in den beiden oberen Klaſſen ertheilt, wöchentlich einmal zu einer Stunde außer der Schulzeit mit den Schülern der Secunda bezw. der Tertia einige klaſſ. Sachen las und erklärte. In den 3 Unterrichtsſtunden iſt es nicht möglich, die Schüler genügend in die reiche Literatur einzuführen.

Um den Schülern, welche zu ihrem künftigen Beruf einer größern Fertigkeit im Zeichnen bedürfen, zur Aneignung derſelben die erforderliche Gelegenheit zu geben, iſt gleich den früheren Jahren die Anordnung getroffen, daß Mittwochs und Sonnabends Nachmittags von 2 4 Uhr

ein facult. Zeichenunterricht ertheilt wird, welcher von folgenden Schülern an einem der beiden Tage beſucht wurde:

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