Jahrgang 
1876
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Renthofes als Sommerturnplatz zu gewinnen; zugleich wurde die Erlaubniß ertheilt, nöthigenfalls das Exercierhaus benutzen zu dürfen.

Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulcollegiums vom 4. Febr. c. wurde mitge⸗ theilt, daß der Herr Miniſter der geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medicinal⸗Angelegenheiten dem or⸗ dentlichen Herrn Lehrer Dute den Oberlehrer⸗Titel huldreichſt verliehen habe.

Die Uebereinſtimmung in der unterrichtenden und erziehenden Wirkſamkeit der Lehrer der Anſtalt wurde dadurch erhalten und gefördert, daß in regelmäßigen Conferenzen, ſowie bei dem täglichen Zuſammentreffen der Lehrer die Angelegenheiten der Schule und Schüler den Gegenſtand der Beſprechungen bildeten.

Infolge eines hohen Erlaſſes des Herrn Unterrichts⸗Miniſters vom 14. Oct. v. J., mit⸗ getheilt durch Beſchluß Königl. Provinzial⸗Schulcollegiums vom 29. Oct., die Ueberbürdung der Schüler mit häuslichen Arbeiten betreffend, wurden mehrere außerordentliche Conferenzen gehalten. Auch wurden darüber ausführliche Ermittelungen angeſtellt, welche Arbeitszeit zur Anfertigung der häuslichen Arbeiten der Schüler verſchiedener Klaſſen erforderlich iſt. Hierbei ſtellte ſich heraus, daß eine Ueberbürdung der Schüler nicht ſtattgefunden; auch war es den Lehrern um ſo leichter und ſicherer, das richtige Maß in den Aufgaben zu treffen und zu halten, da Söhne oder Pen⸗ ſionäre derſelben Schüler verſchiedener Klaſſen der Anſtalt ſind. Zur Beſtätigung dieſer Anſicht kann hier angeführt werden, daß Beſchwerden wegen Ueberbürdung unſerer Schüler bei dem Unter⸗ zeichneten nicht angebracht worden ſind. Ferner wurde in den Conferenzen beſtimmt, wie viel Zeit an den verſchiedenen Wochentagen von jeder einzelnen häuslichen Aufgabe höchſtens in Anſpruch genommen werden darf. Die ſo erhaltenen Zuſammenſtellungen ſind von den Lehrern allezeit ſtreng zu beachten und zu befolgen. Wenn aber die vorgeſchriebenen Klaſſenziele erreicht werden ſollen, iſt eben ſo ſehr vor dem Gegentheil, nämlich vor einem zu geringen Maße häuslicher Ar⸗ beiten zu warnen; denn wenn weniger aufgegeben wird, wird auch weniger gelernt; außerdem wird durch eine zu geringe oder nicht genügende häusliche Beſchäftigung der Zerſtreuungsſucht der Jugend und ihrem verbreiteten Hang zum Vergnügen wie auch zum Müßiggang gefährlicher Vor⸗ ſchub geleiſtet.

Der Geſundheitszuſtand kann im verfloſſenen Jahre mit Ausnahme eines Theils der Monate Februar und März ein recht guter genannt werden. Lehrer und Schüler konnten ohne längere Unterbrechung der Pflicht des Lehrens und Lernens nachkommen. In Erkrankungs⸗ oder anderweiten Verhinderungsfällen der Lehrer trat der Unterzeichnete, ſo weit es ſeine freie Zeit möglich machte, ſtellvertretend ein. Durch weiteres Vicariren der Collegen wurde ein Ausfall an Unterrichtsſtunden verhütet.

Leider hat die Anſtalt auch in dieſem Jahre einen Todesfall zu beklagen. Der Ober⸗ ſecundaner Kraut iſt nach langjährigem, unterbrochenem Krankſein und vielem Leiden, welches er mit bewundernswerther Geduld und Ergebung getragen, in einem Alter von 19 Jahren am 25. März geſtorben. Die Lehrer betrauern ihn um ſo mehr, als er ſtets ein untadelhaftes Betragen und einen lobenswerthen Fleiß zeigte. Am 28. März begleiteten ihn ſeine Lehrer und Mitſchüler zu ſeiner letzten Ruheſtätte.

Wegen großer Wärme(um 11 Uhr morgens 210 Reaumur) mußte an einigen Tagen der Nachmittagsunterricht ausgeſetzt, reſp. um 3 Uhr begonnen werden. Außerdem fiel der Unter⸗ richt am 17. Januar nachmittags aus, um den Schülern Gelegenheit zu geben, ſich mit Schlitt⸗ ſchuhlaufen zu vergnügen.

Am 23. Juni v. J. wurde ein gemeinſchaftlicher Spaziergang aller Lehrer und Schüler nach beſtehendem Uſus ausgeführt; diesmal wurde über Ebsdorf, Nordeck und Allendorf nach dem Staufenberg marſchirt, von hier dann nach Fronhauſen zur Eiſenbahn, welche alle am ſpäten Abend wohlerhalten und vergnügt zurückbrachte. An dieſem Spaziergange hatten faſt ſämmtliche Lehrer und Schüler ſich betheiligt.

Die Verbindung zwiſchen Schule und Haus, welche nicht mannigfach und innig genug ſein kann, wurde nicht nur durch die viermal im Jahre ertheilten ausführlichen Zeugniſſe