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6. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im allgemeinen befriedigend. Einen Schularzt hat die Anſtalt nicht. In der Woche von 11. bis 18. September beſuchten einzelne Klaſſen unter Führung der Klaſſenleiter die von der Stadt Marburg veranſtaltete Geſund— heitsausſtellung. Den Oberprimanern wurde am 4. März von dem Direktor der Hautklinik, Prof. Dr. Ruete, ein Vortrag gehalten.
Alle Schüler ſind zwangsweiſe bei dem Verband der öffentlichen Lebensverſicherungs— anſtalten Deutſchlands gegen Unfall verſichert. Unter die Verſicherung fallen vom Beginn des Schulſahres ab alle Unfälle, die ſich ereignen 1. auf dem Schulgrundſtück, 2. außerhalb des Schulgrundſtücks bei Veranſtaltungen der Schule, auch während der Ferien, 3. auf dem Wege vom und zum Schulgrundſtück bezw. von und zu den Veranſtaltungen der Schule, gleichviel, ob und welche Beförderungsmittel benutzt werden, 4. bei Veranſtaltungen eines Schülervereins. Von der Verſicherung wurde in 9 Fällen Gebrauch gemacht.
7. Beſichtigungen und Beſuch von Aufführungen. An der diesjährigen Weimarfahrt vom 7. bis 11. Juli unter Führung der St. Räte Martin und Dr. Zimmermann beteiligten ſich Stud. Referendar Dr. Klitſcher, 20 Primaner und 3 Primane⸗ rinnen. Sie ſahen Kleiſts Robert Guiskard und den Zerbrochenen Krug, Shakeſpeares König Lear und Schillers Fiesko und hörten Wagners Tannhäuſer. Von ſtärkſtem Eindruck war die hohe Kunſt Ludwig Wüllners, der Gedichte von Goethe vortrug und deſſen König Lear erſchütterte. Am 24. Sept. berichteten die Teilnehmer im Feſtſaal in Wort und Bild von ihren ſtarken und ſchönen Erlebniſſen in Weimar, Erfurt, Eiſenach, Naumburg.
Ende Oktober fuhr die OlOR unter Führung der Herren Martin, Dr. Zimmermann und Becker nach Frankfurt a. M. und Darmſtadt. Dabei erlebten ſie Kunſtwerke und ge⸗ ſchichtliche Erinnerungen(Goethehaus, Paulskirche u. v. a.) ſowie eine Aufführung des„Prinzen von Homburg.“
In Marburg wurden beſichtigt, z. T. wiederholt, das Schloß, die Eliſabethkirche, die Univerſität und andere Denkmäler der Kunſt und Vergangenheit, der Botaniſche Garten, die Gasanſtalt, das Elektrizitätswerk, ferner die Elektroausſtellung in den Stadtſälen am 14. September.
Von Aufführungen des Gießener Stadttheaters in den hieſigen Stadtſälen wurden beſucht:„Die Jungfrau von Orleans“ und„Der Geizige.“ Am 22. Februar ſahen die meiſten Schüler eine Peſtalozzi-Feſtvorſtellung„Peſtalozzis Liebe.“ Folgende Aufführungen des Staatstheaters in Kaſſel wurden beſucht: Am 1. Mai„Der Freiſchütz“ von 42 Schülern unter Führung von Stud. Rat Schüler und Zeichenlehrer Becker, am 6. November„Don Carlos“ von 36 Schülern in Begleitung der Stud. Räte Schüler und Dr. Enderlein, am 12. Febr. 27„Wallenſteins Lager“ und„Wallenſtein!“ von 45 Schülern unter Führung der Stud. Räte Dr. Hauck und Kürſchner, am 16. März„Wallenſtein ll!“ von 15 Schülern unter Führung von Stud. Rat Dr. Enderlein.
i. Der Schulgeldſatz. Das Schulgeld beträgt jährlich 200 Mk. für Einheimiſche, 250 Mk. für Auswärtige. Für Geſchwiſterermäßigung gelten die geſetzlichen Beſtimmungen. 10% des Geſamtſchulgeldes abzüglich der Ermäßigungen ſtehen zur Gewährung von Freiſtellen zur Verfügung. Ganze Freiſtellen hatten im Sommer 22 Schüler, im Winter


