18 Schäffer, 5. Karl Weitzheimer, 6. Karl Gerhard Ewoldt; aus UII OR nach OII OR versetzt 1. Emil Köhler, gefallen am 31. Dezember bei Auberive in der Champagne, 2. Jens Lützen, 3. Alexander Neidhöfer, 4. Otto Weibezahn; aus Ull RG nach Oll RG versetzt 1. Karl Fritzsche, 2. Hans Pfeiffer; 3. Hermann Schollmeyer aus UIl RG ins Kadettenkorps übergetreten.
Eine große Reihe dieser Kriegsteilnenmer wurde wahrend des Krieges befördert, so Professor Martin und Oberlehrer Schüler zu Oberleutnants, Herr Direktor Dr. Knabe zum Hauptmann. Zahlreiche erwarben sich das eiserne Kreuz: Professor Martin, die Oberlehrer Dr. Weber, Dorbecker, Schüler, der wiss. Hilfslehrer Kneuper, die Kriegs- freiwilligeu Endemann und Lampe. Verwundet wurden Oberlehrer Dr. Weber, der wiss. Hilfslehrer Kneuper, Proband Strippel. Im Kampfe gefallen oder ihren Wunden erlegen sind die Kriegsfreiwilligen Thomas, Albrecht Böcking, Erb, Endemann, Schuchhardt, Köhler. Als vermißzt gemeldet sind die Kriegsfreiwilligen Fischer und Fähnrich Schu— macher. Eine vollständige Liste kann noch nicht gegeben werden und muß späterer Zeit vorbehalten bleiben.
Auch die zurückgebliebenen Lehrer und Schüler leisteten dem Vaterland mancherlei Dienst. Sie beteiligten sich am freiwilligen Wachdienste, bedienten die Wagen der elek- trischen Straßenbahn, halfen der Militär- wie Zivilverwaltung bei der ungeheuren Schreib-— arbeit der Mobilmachung, widmeten sich dem Liebesdienste auf dem Bahnhofe. Beim Roten Kreuz waren in den hiesigen Lazaretten tätig, soweit es der Dienst gestattete, die wiss. Hilfslehrer Wendhausen und Kraus.
Später waren die Schüler eifrig im Einsammeln von Gold, so daß am 6. März 1915 schulfrei gegeben wurde. Der Erfolg war überraschend groß, es kamen 22510 M. Goldgeld zusammen, die in der Reichsbanknebenstelle gegen Papiergeld eingewechselt wurden; 4 der 15 Klassen hatten je über 2000 M. Gold aufgestöbert. Gleichzeitig wurden altes Kupfer und Zinn gesammelt und mehrere Zentner an die hiesige Polizeiverwaltung abgeliefert. Auch am 17. März wurde der Unterricht ausgesetzt, weil sich die Mehrzahl der Lehrer an der Zâhlung der Kartoffelvorrate und dem Einsammeln der Brotkarten beteiligte.
Die Lage Marburgs an einer Haupteisenbahnstrecke Deutschlands, der sogenannten Kanonenbahn, gab der Jugend reichlich Gelegenheit zum Schauen. Zunächst war es die ungeheure Begeisterung in der Studentenschaft und das Zurückströmen der Sommergäste aus den Badeorten und Gebirgen Süddeutschlands, was der Stadt und dem Bahnhofsleben ein ganz anderes Bild gab, als jemals zuvor. Dann setzte die Mobilmachung ein und machte Marburg zum großen Heerlager. Neben den Scharen des aktiven Bataillons, den Reserve-, Landwehr- und Landsturmformationen stellten sich hier 2000 Kriegsfreiwillige. Dann kamen die endlosen Truppentransporte durch, eine Völkerwanderung erst gen Westen, später zweimal nach Osten. Da gabs nicht bloß viel zu sehen, sondern auch bei der Verpflegung zu helfen. Die Schüler waren aufs eifrigste tätig, soweit es der Schulunterricht erlaubte. Zweimal wurden 2 Stunden frei gegeben, um die ersten durchkommenden franzõsischen und russischen Gefangenen zu sehen.
In ihrer Gesamtheit beteiligte sich die Schule am 10. September an der Vereidigung der Kriegsfreiwilligen auf dem Kämpfrasen; am 19. September fand in der letzten Stunde eine Abschiedsfeier im Saale statt für die Kriegsfreiwilligen der Anstalt. Am 21. September und 21. Oktober fielen einige Stunden aus wegen des Ausrückens des 24. Reserve-Jäger- bataillons und des Marburger Landsturmbataillons 43.


