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Die Gesundheit der Schüler war im allgemeinen befriedigend. Mehrere schwere Er- krankungen, namentlich an Blinddarmentzündung, führten erfreulicher Weise wieder zu voller Genesung.
Am 1. Juli wurden die üblichen ganztägigen Klassenspaziergänge unternommen: Die Schüler der VIB besuchten den Christenberg(Fuchs u. Apel), die der VIA Staufenberg und Giessen(Dr. Niemeier), die Quintaner suchten den Gleiberg und Dünsberg auf(Dr. Madert, Martin und Wickenhöfer), die IVB Braunfels und Wetzlar(Oberl. Nau). IV A die Sackpfeife und Laasphe(Oberl. Dr. Burhenne), die UIII B reiste nach Büdingen und Gelnhausen(Oberl. Hauck), die UIII A marschierte über die Sackpfeife nach Biedenkopf(Oberl. Wallenfels), die 0 III reiste nach Homburg, der Saalburg und Nauheim(Oberl. Dr. Schmidt), die UII nach Nauheim(Oberl. Dr. Schwerdtfeger), die O II begab sich zum Niederwalddenkmal(Prof. Hölzerkopf), die UI sah sich Cassel und Wilhelmshöhe an(Prof. Böhmel) und die 01 ging über Schloss Waldeck nach Wildungen(Direktor). Kleinere Ausflüge werden sonst noch zahlreich mit den Klassen bezw. dem Purnvereine ausgeführt, besonders durch die Herren Oberl. Dr. Schmidt, Oberl. Dr. Schwerdtfeger, Oberl. Hauck, Oberl. Dr. Burhenne, Martin, Apel.
Zwei Oberprimaner, die am 30. September die Reifeprüfung bestanden, wurden am 1. Oktober feierlich entlassen, indem ihnen Ludwig Richters Wort:„Gross im Denken. im Herzen rein, halte dich gering und klein, freue dich in Gott allein!“ warm ans Her- gelegt wurde. Im Dezember wurden von den Oberprimanern, im März von den Unterprimanern robearbeiten geschrieben. Die Oberprimaner legten am 10. März mit Erfolg die Reifeprüfung ab und wurden am 12. März vor versammelter Schule entlassen. Der Direktor knüpfte an den Todestag des grossen Kaisers Wilhelm J. an und legte seiner Abschiedsrede die Verse von Ulrich Kleist zu Grunde:„Ein glücklich Wort, das Wort: ich kann, und gültig ist's für jedermann; das grausam harte Wort: ich muss! bringt manches Können erst in Fluss; allein das stolze Wort: ich will! steht auch vor Schwerstem nimmer still.“
Der übrigen vaterländischen Gedenktage(15. Juni, 18. Oktober und 22. März) wurde in der betreffenden Morgenandacht gedacht. Der Sedantag wurde abermals in der Weise ge- feiert, dass die Oberrealschule mit dem Gymnasium morgens 8 Uhr auf dem Kämpfrasen eine patriotische Ansprache, dieses Mal von dem Herrn Gymnasialdirektor, anhörte und dann nach Marbach rückte, von wo sie zur Mittagszeit wieder heimkehrte. Der Reformationstag wurde auch in diesem Jahre durch cine Ansprache des Herrn Pfarrers Metz gefeiert, die Weihnachts- feier hielt nach einer Deklamation von Schäfer(U III B) vor den Schülern und zahlreichen An- gehörigen Herr wissensch. Hilfslehrer Fuchs ab. Am 18. Dezember veranstalteten wir eine Herder- feier, bei der nach verschiedenen Deklamationen Herderscher Gedichte Herr Professor Böhmel— leider zum letzten Male— eine Rede über Herders Leben und Bedeutung hielt. Der Ge- burtstag unseres Kaisers wurde am 27. Januar durch eine interne religiöse Feier begangen, nach der sich die gesamte Schulgemeinde zur Beerdigung des uns jäh entrissenen Professors Böhmel begab. Die öffentliche Kaisersgeburtstagsfeier begingen wir dann am 12. Februar nachmittags unter sehr erfreulicher Teilnahme von vielen Freunden der Anstalt nach folgender Ordnung:
Chorgesang: Dir möcht' ich meine Lieder weihen von Kreutzer, Vortrag: Die Macht des Gesanges von Schiller, Dahm(0 II), Chorgesang: Das deutsche Lied von Kalliwoda, Festrede des Herrn Oberlehrers Wallenfels„über das deutsche Volkslied“ unterbrochen durch die Vorträge: Sir Launcelot, Fischer(0 D), Das


