Jahrgang 
1902
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Den katholischen Religionsunterricht übernahm Herr Kaplan Böschen, den evangel. Religionsunterricht in der Prima der zweite Geistliche an der Elisabethkirche, Herr Pfarrer Metz.

Mit dem 30. September 1901 verliess uns nach Ablauf seines pädagogischen Probe- jahres Herr wissenschaftlicher Hilfslehrer Bödeker, um in gleicher Eigenschaft an die Realschule zu Bad Ems überzugehen. Für die treue, frische Thätigkeit, die er während seines Verweilens an unserer Anstalt ausgeübt hat, pegleitet ihn unser Dank und unsere besten Wünsche für seine weitere segensreiche Wirksamkeit.

Das verflossene Schuljahr war ein recht schweres. Zunächst sei erwähnt, dass während desselben zwei ehemalige Mitglieder des Lehrerkollegiums durch den Tod abgerufen worden sind. Am 3. Mai 1901 verschied plötzlich in der Nacht der langjährige Lehrer und Leiter unserer Anstalt, Direktor a. D. Dr. Christoph Hempfing. Über ein halbes Jahrhundert lang hat der Entschlafene mit bewundernswerter Frische und seltener Pflichttreue dem Lehrerberufe obgelegen, 52 Jahre an der hiesigen Schule. Schon früher interimistischer Leiter derselben, wurde er im Jahre 1866 mit der Leitung der damaligen Realschule beauftragt, 1870 zum Rektor der höheren Bürgerschule und 1892 zum Dircktor des Realprogymnasiums ernannt. Am 11. September 1892 konnte er sein 50 jähriges Dienst-Jubiläum begehen, und am 31. März 1898 trat er in den wohlverdienten Ruhestand über. Er war mit dem Roten Adlerorden IV. und dem Kronenorden III. Klasse ausgezeichnet, und schon rüstete sich die hiesige Universität zur Feier seines 50 jährigen Doktor-Jubiläums, und weite Kreise freuten sich, mit ihm in alt- gewohnter Frische seinen 80sten Geburtstag zu feiern, da nahm ihn ein plötzlicher sanfter Tod aus seinem thatenreichen Leben hinweg. Sein Andenken wird an der Schule, die ihm so lange Jahre hindurch am Herzen lag, nicht untergehen. Lehrer und Schüler der oberen und mittleren Klassen erwiesen ihm mit der umflorten Schulfahne die letzte Ehre, und der Schüler- chor widmete ihm am offenen Grabe einen Trauergesang.

Schon vorher hatte uns die traurige Kunde ereilt, dass der Oberlehrer am K. Gym- nasium zu Burgsteinfurt, Ernst Wagner, in jungen Jahren am 15. April 1901 verschieden war. Das Lehrerkollegium, das während des Jahres, in welchem der so früh schon Abgerufene (S. Jahresbericht von 1901) hier segensreich gewirkt hatte, seine schätzbaren Eigenschalten kennen gelernt hatte, liess einen Kranz an seinem Sarge in treuem Gedenken niederlegen.

Der Gang des Unterrichts wurde leider häufig durch Krankheiten und Beurlaubungen der Lehrer gestört, glücklicher Weise gelang es jedoch fast immer Vertretung zu erhalten. Für das bereitwillige Entgegenkommen dabei sei dem Kuratorium wie der Stadtschuldeputation und dem Stadtschulinspektor Herrn Direktor der höheren Mädchenschule Dr. Seehaussen der verbindlichste Dank abgestattet.

Vom Beginn des Schuljahres bis zum 11. Juni war Herr Oberlehrer Dr. Schmidt zu einer 56tägigen militärischen Übung als Reserve-Offizier beurlaubt, vom 1. Mai bis zum 20. August Herr Oberlehrer Pohl wegen Erkrankung des Halses; ihre Vertretung übernahm Herr Bödeker(S. 2). Vom 22. August bis zu Ende des Berichtsjahres war Herr Oberlehrer Schürmann wegen eines Ohrenleidens und nervöser Abspannung beurlaubt, und vom 7. Januar 1902 bis zu Ostern musste Herr Schneider seinen Dienst aussetzen, um Heilung für ein nervöses Magenleiden zu suchen. Vom 13. Juli bis zum 20. September war Herr Bödeker zu einer militärischen Ubung einberufen, vom 20. bis zum 26. August fehlte Ilerr