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Für das Gymnasium stand von vornherein fest, daß gleichzeitiges Feiern der Jubiläen von Universität und Gymnasium für beide Veranstaltungen ungünstig wirken werde. Wir beschlossen deshalb, den Tag der Eröffnung der Schule durch die erste Immatrikulation vor 400 Jahren zu wählen. So kamen wir auf den 30. Mai.
Aus der Praxis ergab sich die Teilung der Feste: während dem Direktor die Aus- gestaltung des Festaktes zufiel, übernahm der„Verein der ehemaligen Schüler“ Einrichtung und, was besonders wichtig ist, Finanzierung der übrigen Veranstaltungen. Mit besonderem Eifer und Geschick widmete sich Herr Studienassessor E. Sangmeister der Aufgabe, die Dar- bietungen geschmackvoll zu gestalten; das Zusammenarbeiten mit dem Lehrerkollegium wurde dadurch erleichtert, daß Herr Sangmeister für die Zeit von Ostern bis Pfingsten hier eine Ver- tretung übernahm. Vom Kollegium betätigte sich besonders Herr Studienrat Strippel. Das Resultat mannigfacher Beratungen war die Aufstellung des in der kleinen Festschrift veröffent- lichten Programms.
Zur Teilnahme am Fest wurden von dem„Verein der ehemaligen Schüler“ alle ein- geladen, die als Schüler der Schule angehört hatten, soweit man ihre Anschriften wußte. Das war leider nur unvollkommen der Fall. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben der Vereinigung sein, sich eine Kartothek aller ehemaligen Schüler anzulegen.
Der Direktor lud zum Festaktus ein die folgenden Dienststellen:
das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und zwar den Minister, Unterstaatssekretär, Ministerialdirektor, Provinzialreferenten und den Finanz- bearbeiter: Herrn Oberregierungsrat Riße;
das Provinzialschulkollegium, und zwar den Oberpräsidenten und den Vizepräsidenten, der zugleich das Dezernat für die Schule hat;
das Landeskirchenamt und die Landeskirchenregierung in Kassel;
den Kurator der Universität;
den Lehrkörper der Universität(durch S. Magnifizenz den Herrn Rektor);
den Regierungs- und Baurat Lütcke vom Hochbauamt I;
den hiesigen Landrat;
die städtischen Kollegien;
60 höhere Knabenlehranstalten der Provinz(einschl. Waldeck);
die Kollegien der hiesigen städtischen Oberrealschule, des staatlichen Oberlyzeums, sowie den früheren Direktor G. R. Seehausen;
die Rektoren bezw. Leiter der 4 hiesigen Volksschulen;
die 6 evangelischen, 1 katholischen, 1 jüdischen Geistlichen;
den Elternbeirat der Schule(durch Oberst v. Bartenwerffer);
die hier lebenden ehemaligen Lehrer bezw. deren Nachkommen: Frau Aly, Frau Fuhr, Frl. Buchenau, Prof. Reinhardt, Schumann, Ewoldt, Direktor Armbröster, Zeichenlehrer Klonk, Prof. Trommershausen;
den Vorsitzenden des hiesigen Gymnasialvereines Prof. Wrede;
den Präsidenten des Landgerichts und Oberstaatsanwalt;
den Kommandeur des Ausbildungsbataillons;
den Leiter des Finanzamts;
den Direktor des Staatsarchivs;
den Vorsitzenden des Geschichtsvereins;
außerdem noch besonders die altphilologischen, archäologischen und germanistischen Professoren der Universität;
sowie eine Reihe von Herren, die sonst oft die Veranstaltungen der Schule besuchen.
Da sich bald übersehen ließ, daß die Zahl der für den Festaktus sich ankündigenden Gäste so groß sein werde, daß unsere Aula nicht ausreichte, so baten wir den Rektor der Universität, uns die Universitätsaula zur Verfügung zu stellen; die Elisabethkirche lieh uns 100 Klappstühle, sodaß wir im Ganzen über fast 600 Sitzplätze verfügten.
Von den geladenen Ehrengästen folgte der größte Teil der Einladung, von den höheren Schulen konnten die meisten nur schriftlich ihre Teilnahme betätigen. Besonders zahlreich beteiligte sich die Universität, deren Rektor mit den 4 Dekanen erschien. Im Ganzen sagten etwa 120 geladene Gäste ihr Erscheinen zu.


