Jahrgang 
1900
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3. Physikalisch-chemische Sammlung.

Geschenkt wurden: von Herrn Professor Dr. Schenck: 2 Orgelpfeifen zur Darstellung der Tonschwebungen.

Angekauft wurde: ein Apparat für Telegraphie ohne Draht.

4. Zeichenapparat: eine Sammlung von Gypsmodellen und farbige Pappmodelle zum Freihandzeichnen.

5. Der Obersekundaner Drüner schenkte ein Modell einer Cäsar-Brücke.

VI. Stiftungen und Unterstützungen für Schüler.

1. Die Zahl der Freischüler während des Rechnungsjahres 1899 1900 betrug 41, die Summe des erlassenen Schulgeldes 3615 Mark. Ausserdem wurden in diesem Jahr vom K. Prov.- Schulkollegium 50 Mark Schulgeld niedergeschlagen, da zwei Schüler längere Zeit die Anstalt nicht besuchen konnten.

2. Der Kapitalbestand der Münscher-Stiftung) beträgt 1649,28 Mark. Das Sti- pendium in der Höhe von 52.50 Mark wurde durch das Lehrerkollegium dem Oberprimaner Wilhelm Kalb verliehen. Dieser Beschluss wurde gemäss§ 3 der Satzungen am 22. April 1899 in einer Versammlung der Lehrer und Schüler bekannt gemacht.

3. Das neue Stipendium, welches nach der Genehmigung durch das K. Prov.-Schul- kollegium unter dem Namen»Stifttung früherer Schüler« am 5. Oktober 1894 ins Leben getreten ist**), wurde, nachdem die ersten Tausend Mark erreicht und in 3 ½% Preussischer konsolidierter Staatsanleihe angelegt worden sind, am 9. Mai 1899 zum ersten Mal an einen braven und fleissigen Schüler der Klassen I1 II1 aus einer nur mässig bemittelten Familie, und zwar in erster Linie einem solchen, welcher sich auf ärztlichen Rat einer Badekur unterziehen muss, vergeben.(Anmeldungen nimmt der Direktor entgegen.) Nach Beschluss der Lehrerkonferenz wurde das neue Stipendium im Betrage von 35 Mark dem Unterprimaner Walther Mörchen verliehen. Dieser Beschluss wurde gemäss§ 6 der betr. Satzungen in der auf den 9. Mai folgenden Schlussandacht Sonnabend, den 13. Mai den versammelten Schülern mitgeteilt. Das Kapital der Stiftung wuchs durch eine Sammlung der jetzigen Schüler, welche dem Direktor am Tage seines 50 jährigen Dienstjubiläums übergeben wurde, um 350 M. Damit nun ein zweites Stipendium schon im Jahre 1900 vergeben werden könne, ergänzte der Direktor, in dankbarer Erinnerung an die ihm am Tage seines Jubiläums entgegengebrachten Beweise der Liebe und Verehrung, am 17. November v. Js. durch Einzahlung von 159,78 Mark aus eigenen Mitteln in die Gymnasialkasse die Stiftung auf 2000 Mark. Das Kapital betrug sonach am Schluss des Schuljahres 2000 M. Diese Stiftung wird unter dem Ausdruck herzlichen Dankes an die bisherigen Spender dem ferneren Wohlwollen der Eltern und früheren Schüler aufs angelegent- lichste empfohlen.

4. Die Unterstützungsbibliothek, durch Herrn Professor Dr. Wilhelmi ver- waltet, leiht die eingeführten Schulbüchrr, soweit der Vorrat reicht, an unbemittelte Schüler aus. An Geschenken für dieselbe gingen ein: 1) aus dem Verlag von Teubner: Schultze, Loga- rithmentafeln, 20 Exeinplare; 2) aus demselben Verlag: Ostermann, Wörterbuch zu den latein.

*) Ueber diese Stiftung vergl. das Anstaltsprogramm von 1886, S. 34 35. **) Ueber dieses neue Stipendium vergl. die Anstaltsprogramme von 1893, und namentlich von 1895 S. 35.