Jahrgang 
1898
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Mitteilungen über den technischen Unterricht.

a) Turnen. Frei- und Ordnungsübungen wechselten ab mit Gerätübungen und Bewegungs- spielen, welche im Sommer regelmässig, im Winter an schönen Tagen im Freien vorgenommen wurden. Der Dauerlauf wurde in der Turnhalle und an windstillen Tagen im Freien bis zur Dauer von 20 Minuten geübt. Geturnt wurde von jeder Klasse in 3 Stunden wöchentlich, zu- sammen in 27 Stunden. Befreit waren im Sommer und im Winter je 20 Schüler. An den vom Gymnasium 1894 eingerichteten freiwilligen Jugendspielen, die auch diesmal während des Sommers auf dem Exerzierplatz des Jägerbataillons jeden Mittwoch Nachmittag stattfanden, beteiligten sich etwa 60% der Schüler.

Im Sommer in I1 und 12 6 St. w.(Kullmann); II1, II2, III1 a und b, III2 12 St. w. (v. Hanæxleden); IV 3 St. w.(Schäfer II); V 3 St. w.(Ewoldt); VI 3 St. w.(Euler).

Im Winter 11, I2, II1 und IIIi a und b 12 St. w.(Stange); in II2 und III 2 6 St. w. (Vilmar); in IV 3 St. w.(Schäfer I!); in V und VI 6 St. w.(Euler).

Ausserdem vereinigten sich die Schüler der oberen Klassen 2 Stunden wöchentlich im Gymnasialturnverein freiwillig zu Turnübungen und ebenso Schüler der unteren, mittleren und oberen Klassen in 2 Abteilungen zum Fussballspiel.

b) Am Baden und Schwimmen in der von der Stadt Marburg und dem Gymnasium gemeinsam unterhaltenen Schwimmanstalt an der Lahn beteiligten sich 135 Schüler. Schwimm- unterricht erteilte der Bademeister Weintraut an 38 Schüler. Ausser den genannten Schülern badete eine grosse Anzahl in einer zweiten öffentlichen, für sie bequemer gelegenen Anstalt.

Das herkömmliche Preisschwimmen der vorjährigen Schwimmschüler, welches wegen des Hochwassers im Jahr 1896 hatte ausfallen müssen,*) fand nachträglich am 26. Juni 1897 statt. Preise errangen vier Schüler des Gymnasiums: Walther Schottkeyf, Friedrich Schott und Balduin Lucas aus IV und Kurd Gericke aus V. Bei dem am 25. August 1897 stattgehabten Preisschwimmen der Schwimmschüler von 1897 gewannen folgende Gymnasiasten Preise: Hein- rich Maus und Otto Plötzer aus IV und Paul Weckesser aus VI. Leider verstarb Herr Prof. Dr. Viktor Hüter, der hochherzige Stifter des für diese Schwimmpreise bestimmten Kapitals, nachdem er noch dem Preisschwimmen am 25. August 1897 anscheinend in voller Rüstigkeit beigewohnt hatte, bereits am 12. November 1897. Die Marburger Jugend wird dem edlen Kinderfreunde wegen seiner Stiftungen zu ihrem Nutz und Frommen stets ein freundliches Andenken bewahren.

c) Chorgesang. 75 ausgewählte Schüler der Klassen IV bis I bildeten den Sängerchor. Nach dem Chorbuch von Sering wurden Chöre klassischer Meister, sowie vierstimmige Volks-, Vaterlands- und Marschlieder gesungen.

Sopran und Alt 1 St. w., Tenor und Bass 1 St. w., Gesamtchor 1 St. w.(Corell.)

d) Wahlfreies Zeichnen für Schüler aus I und II. Sommersemester: 6, Wintersemester: 4 Schüler. Getrieben wurde Ornamentzeichnen nach Vorlagen, ornamentale Farbenstudien nach gegebenem Entwurfe; Gypszeichnen als Ornamentzeichnen; Landschaftszeichnen nach Vorlagen in Blei, Tusche, Sepia und Aquarell; Planzeichnen und Projektionslehre. 2 St. w.(Im Sommer: Kullmann, im Winter: Witt.)

*) S. S. 20 des Anstaltsprogramms von 1897]