Besuch sowohl der Turnprüfungen, wie der Zeichenausstellung von Seiten der Eltern und An- gehörigen der Schüler, sowie anderer Schulfreunde aus der Stadt; bewies uns die Anwesenheit dieser Männer und Frauen doch, wie sehr das Verständnis für die Wichtigkeit des Turn- und Zeichenunterrichts im Kreise der Familien selbst gewachsen ist.
In der gemeinsamen Andacht des 21. März gedachte der Direktor des auf den folgenden Tag fallenden Geburtstages des Hochseligen Kaisers Wilhelms I. und schloss sodann ein Schul- jahr, in welchem leider der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern, namentlich während des letzten Schulquartals, recht viel zu wünschen übrig gelassen hatte. Ganz ähnlich wie im vorigen Jahre ergriff nämlich bald nach Neujahr die in der ganzen Stadt verbreitete Grippe einen Teil der Lehrer und eine grosse Zahl der Schüler, glücklicherweise jedoch, ohne schwerere Erkrankungen herbeizuführen. Die aussergewöhnliche Strenge des Winters hatte aber auch noch die unangenehme Folge, dass die aus leichtem Fachwerk erbaute Turnhalle mehrere Wochen lang nicht zu heizen war. Doch konnte der hierdurch entstehende Nachteil dadurch fast völlig ausgeglichen werden, dass bei der Nähe der während der betr. Zeit stets zugefrorenen und eine herrliche Eisfläche bietenden Lahn die Turnstunden unter Leitung der Fachlehrer zum Schlitt- schuhlaufen verwendet wurden.
Mit dem Schluss des Schuljahres scheidet aus dem Verband des Gymnasiums der wissenschaftliche Hilfslehrer Albert Marxhausen; derselbe übernimmt eine ihm vertretungs- weise für ein Jahr übertragene Hilfslehrerstelle am Gymnasium zu Barmen.
Gerade in dem Augenblick, in welchem dieser Bericht abgeschlossen werden sollte, ist unser Gymnasium aufs neue in tiefe Trauer versetzt worden. Am 24. März abends starb nämlich Max Claus, vor wenigen Tagen erst mit Ehren nach Untersekunda versetzt, nach nur kurzem Krankenlager an einem typhösen Fieber, nachdem er am 18. März eben sein 14. Lebensjahr voll- endet hatte. Der so frühe aus dem Leben Geschiedene war der Stolz seiner Eltern, die Freude seiner Lehrer, in der von ihm besuchten Klasse nach seinen Leistungen immer der erste. Am Nachmittag des Karfreitags geleiteten die während der Ferien hier anwesenden Lehrer und Schüler trauernden Herzens die irdische Hülle des Verewigten zum Friedhof. Die Er- innerung an den pflichttreuen und liebenswürdigen Knaben wird bei Lehrern und Schülern nicht erlöschen.
IV. Statistische Mitteilungen.
1. Die Lehrer des Gymnasiums.
Die dermalige Zusammensetzung des Lehrerkollegiums ist folgende: Direktor Dr. Georg Buchenau; fünf Oberlehrer: Professor Dr. Karl Weidenmüller, Dr. Siegmund Paulus, Pfarrer Karl Vogt(Bibliothekar), Jakob Loeber, Dr. Wilhelm Wilhelmi; sechs ordent- liche Lehrer: Karl Hohenthal, Dr. Heinrich Schäfer, Franz Schenkheld, Dr. Otto Weingärtner, Arnold Reinhard, Dr. Karl Euler; ein Gymnasial-Elementarlehrer August Witt(zugleich Rendant der Gymnasialkasse); vier wissenschaftliche Hilfslehrer: Dr. Karl Fischer, August Schedtler, Dr. Fritz Klincksieck, Albert Marxhausen; ein katholischer Religionslehrer Pfarrer Dr. Konrad Weber.


