Jahrgang 
1889
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und Schüler je nach ihrer Konfession in der reformierten oder lutherischen Kirche zum he eiligen Abendmahl..

In der Woche vom 5. bis zum 10. November schrieben die Oberprimaner unter Aufsicht ihrer Lehrer sog. Tentamenarbeiten.

Freitags den 21. Dezember abends hielt der Direktor wie in den vorhergehenden Jahren in der mit Weihnachtstransparenten und zwei brennenden Christbäumen geschmückten Aula eine Weihnachts-Andacht ab, an welcher auch die Knaben der Vorschule, sowie Familien- angehörige der Lehrer teil nahmen. Die vierzehntägigen Weihnachtsferien dauerten vom 22. Dezember 1888 bis zum 5. Januar 1889.

Am 14. Januar 1889 veranstaltete der unter den Schülern bestehende und von Herrn Musikmeister Noack geleitete Musikverein in der Aula eine musikalische Abendunterhaltung, welche ein recht erfreuliches Zeugnis von dem Fleiss und der tüchtigen Ausbildung der jungen Künstler ablegte und von den Bewohnern unserer Stadt so zahlreich besucht w ar, dass der Saal nicht alle, welche zum Zuhören gekommen waren, aufzunehmen vermochfe.

Sonntag den 20. Januar hatte das Gymnasium einen sehr herben Verlust zu beklagen, indem an jenem Tage ein sehr braver Schüler der Obertertia, Konrad Sohl, Sohn des Land- wirts Sohl von Wittelsberg, im noch nicht vollendeten 16. Lebensſahre nach Kaum achttägigem Kranksein infolge von Blinddarm-Entzündung seinen tiefbetrübten Eltern durch den Tod ent- rissen wurde. Der Direktor gab am nächsten Morgen in der Andacht der allgemeinen Trauer über den so frühen Hingang des pflichttreuen und fleissigen Schülers, der bei seinen Lehrern und Mitschülern gleich beliebt war, bewegten Ausdruck. Am Nachmittag desselben Tages be- gleiteten Lehrer und Schüler, nachdem der Schülerchor vor dem Sterbehause einen Choral gesungen hatte, den Sarg mit den sterblichen Uberresten des Hleimgegangenen, welche der Vater nach dem heimatlichen Dorfe abholte, bis an die Grenze des städtischen Weichbildes, WoO im Angesicht der alten Siechenkapelle Pfarrer Bernhard dem Entschlafenen, welchem er tags zuvor noch das heil. Abendmahl gereicht hatte, eine ergreifende Grabrede hielt. Zwei Tage später begab sich dann der Ordinarius der Obertertia, Oberlehrer Dr. Wilhelmi, mit seiner Klasse nach dem zwei Stunden entfernten Wittelsberg und wohnte daselbst der Beerdigung des braven Knaben an, dessen Andenken an unserer Anstalt in Ehren bleiben wird.

Den Geburtstag Sr. Majéstät des Kaisers und Königs Wilhelms II., welcher in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, feierte die Anstalt tags zuvor, Sonnabend den 26. Januar vormittags 10 Uhr, in der festlich geschmückten Aula durch Bibellektion, Gebet, Gesangsvorträge des Chores und Deklamationen von Schülern aller Klassen. Die Festrede über den bisherigen Lebensgang des Kaisers hielt der Direktor.

In den Tagen vom 14. bis zum 20. Februar fertigten 25 Oberprimaner die schrift- lichen Arbeiten der Reifeprüfung an.

Am 19. Februar bestand der Hilfslehrer Karl Fischer bei der hiesigen LilcsnPnigee Fakultät das sog. Examen rigorosum zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde, für welche er eine Abhandlung»Über das Meldesche Kapillarbarometer« abfasste.(Dieselbe wird als wissen- schaftliche Beigabe zu dem vorliegenden Programm in einigen Wochen nachgeliefert werden.)

Den 9. März, als den Todestag des Hochseligen Kaisers Wilhelm IJ., beging die Anstalt durch eine aus Bibellektion, Gesang, Gebet und eine Ansprache des Direktors bestehende Gedenkfeier.

Die mündliche Entlassungsprüfung fand am 21. und 22. März unter Vorsitz des Hrn. Geh. Rats Dr. Lahmeyer aus Cassel statt. Am Schluss derselben konnte sämtlichen