Jahrgang 
1885
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3. Uebersicht über die während des abgelaufenen Schuljahrs absolvierten Pensen.

Prima. (Ordinarius Prof. Dr. Collmann.)

Religionslehre. a) Evangelische: Geschichte des Reiches Gottes im Alten Bund(S.), Bibelkunde(W.); daneben Repetition der wichtigsten dogmatischen und ethischen Lehren, sowie von Abschnitten aus der Kirchengeschichte und Symbolik. 2 St. w.(Braun.) b) Katholische: Von der natürlichen Gotteserkenntnis, von der Notwendigkeit und Erkennbarkeit einer übernatürlichen Offenbarung. Einleitung zum Pentateuch und zu den nachmosaischen Büchern; Lesen ausgewählter Teile derselben(S.). Von den Urkunden des Christentums; Lesen ausgewählter Abschnitte im griechischen und lateinischen Text; von der Gottheit Jesu und dem göttlichen Ursprunge des Christentums; von der Stiftung der Kirche und dem kirchlichen Lehramt.(W.)(Nach Dreher, Lehrbuch der katholischen Religion für Obergymnasien. Teil 1.) 2 St. W.(Weber.)

Deutsch. Die Lehre von der Inventio und Dispositio. Erklärung der schwierigern Gedichte Schillers und Goethes. Schillers»Don Carlos« und die-Briefe« dazu wurden besprochen.(S.) Lektüre von Less ings Laokoon. Besprechung von Goethes»Iphigenie«.(W.) 3 St. w.(S. Wiskemann. W. Buchenau.)

Themata der deutschen Aufsätze:

Im Sommer: 1) Kassandra und die Jungfrau von Orleans. 2) Zur Auswahl: a. Der mächtigste von allen Herrschern ist der Augenblick; b. Die Bedeutung Kimons(Tentamen- arbeit). 3) Gedankengang in Schillers Abhandlung:»Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet«. 4) Die geschichtliche Bedeutung Alexanders des Grossen. 5) Avασσωσσν d 0⁸τνꝙOον α αἀνννον det(Klassenaufsatz).(Wiskemann.) Im Winter: 1) Mutter und Sohn (Vergleich von Homers Iliade I, 348 430 und Goethes Hermann und Dorothea, 4. Gesang). 2) Warum durften die bildenden Künstler den Laokoon nicht schreiend darstellen, wohl aber Vergil?(Tentamenarbeit). 3) Weshalb ist der Rhein dem deutschen Volk so lieb? 4) Wo- durch gewannen die Römer die Weltherrschaft? 5) Welche Bedeutung hat das 3. und 4. Buch der Iliade für die Entwicklung des ganzen Gedichts?(Buchenau.)

Latein. Hor. Carm. lib. I. 13, 5, 6. 8, 9. 10, 11, 12, 14-16, 18, 20 22, 24. 26 29, 31, 34, 35, 37, 38(S. Collmann); lib. II, 1 3, 6 7, 9 11, 13 14, 16 19; III, 16(W. Buchenau.) Eine ziemliche Anzahl der Oden wurde memoriert, 2 St. w. Cic. pro Sest. 1 49; Tacit. Germ. cp. 1 27; 30 und 31, Ferienlektüre(S.); Cic. p. Sest. 50 bis fin., Tacit. Germ. repet.; dann Tacit. Ann. II. 27 88 mit Ausschluss von 6 Kapiteln.(W.) Skripta nach Süpfle III; Extemp. nach Diktaten. 6 St. w.(Collmann.)

Themata der lateinischen Aufsätze:

Im Sommer: 1) a. Divitiae virtuti magis sunt infestae quam paupertas; b. Demosthenes quomodo exordio orationis de pace Athenienses et attentos et benevolos sibi reddat; 2) Ten- tamenarbeit: a. Oratio de pace auctoritate et exemplo Demosthenis; b. Qui factum sit, ut Philippus, rex Macedonum, e pugnis Graecorum superior discederet; 3) a. De seditione legionum Germanicarum Tacito auctore(Ann. I; b. C. Marii quae fuerint virtutes, quae vitia; 4) Romani quibus rebus praestiterint Graecis.(Collmann.) Im Winter: 1) C. Julius Caesar rebellionem