Jahrgang 
1867
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jeden Mittwoch Nachmittag. Mehre Damen hieſiger Stadt haben ſich der Mühe unterzogen, den Schüle⸗ rinnen die nöthige Anleitung bei den verſchiedenartigen Arbeiten zu geben. Zugleich werden dieſe Stunden zur Uebung in der franzöſiſchen Converſation benutzt.

Den geehrten Damen wird hiermit der freundlichſte Dank ausgeſprochen. Anmerkung: Die Mädchen ſind vom Unterricht in der Algebra, Geometrie, deſeriptiven Geometrie und

Mechanik befreit. Diseiplin.

Das Betragen der Schüler ſowohl in als außer der Schule war im verfloſſenen Schul⸗ jahre befriedigend. Ermahnungen und Warnungen reichten meiſtens hin, die Schüler zur Pflicht⸗ erfüllung zu bringen; Arreſtſtrafen wurden nur in ſeltenen Fällen angewandt.

Durch die Aufnahme der Mädchen ſchien die Aufrechthaltung der Disciplin ſchwieriger zu werden. Wie ſich aber im Unterrichte der gegenſeitige Einfluß der Anregung und des Wett⸗ eifers in wohlthätiger Weiſe geltend machte, ſo auch in erziehlicher Hinſicht: das wilde Benehmen der Knaben und die Unruhe derſelben in den Klaſſen⸗Zimmern, wenn kein Lehrer anweſend iſt, haben abgenommen. Durch Beobachtung der Beſtimmungen: daß die Mädchen vor Anfang und am Schluß des Unterrichts nur in Begleitung eines Lehrers ſowohl in das Klaſſenzimmer, wie aus demſelben, ebenſo nach und von dem Spielplatze den Knaben folgen, und durch die dop⸗ pelte Wachſamkeit des Lehrercollegiums wird allen Unzuträglichkeiten vorgebeugt.

Phyſiſches Wohl.(Schulbeſuch.)

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer war recht befriedigend; wenn ein Lehrer vorübergehend durch Unwohlſein in ſeiner Thätigkeit gehindert war, ſo wurden deſſen Lehrſtunden aufs Bereit⸗ willigſte von den Collegen übernommen, ſo daß der Lehrplan ohne erhebliche Störung durchge⸗ führt, und das Lehrziel erreicht werden konnte. Ebenſo befriedigend war der Geſundheitszu⸗ ſtand der Schüler und Schülerinnen.

Gerühmt muß es werden, daß die Fälle immer ſeltener vorkommen, daß in der Zeit der Feldarbeiten die Schüler von den Eltern in Anſpruch genommen werden, ſo daß im Allgemeinen der Schulbeſuch recht befriedigend genannt werden kann.

Wünſche.

Nachdem ſich unſere Anſtalt nach ihrer dritten Gründung unter ſehr wechſelvollen Ver⸗ hältniſſen vier und ein halbes Jahr erhalten hat, dürften wohl die ſchwierigſten Kämpfe um ihre Exiſtenz und Fortdauer überwunden ſein. Die Ereigniſſe des vergangenen Jahres haben zur Genüge bewieſen, daß nur ein durch alle Schichten gebildetes Volk große und mächtige Erfolge erzielt. Wir hoffen daher, daß auch der letzte Reſt der Gegner unſerer Realſchule ſchwinden, und daß dieſelbe wie ein liebgewordenes Kind gehegt und gepflegt werde.

Im Anſchluß hieran legen wir allen Eltern, welche ihre Kinder in die Realſchule ſchicken wollen, zwei Wünſche dringend ans Herz. Der Erſte betrifft den rechtzeitigen Eintritt der Kinder mit dem 10. Jahre, wie es die Einrichtung der Anſtalt verlangt. Soll die zu er⸗ zielende allgemeine Bildung gründlich, ſoll das Wiſſen, ſoweit es die Schule bieten kann, voll⸗ ſtändig ſein, und ſollen die für das ſpätere praktiſche Leben erforderlichen Kenntniſſe nutzbar werden, ſo iſt es unbedingt nöthig, daß die Kinder den vollſtändigen Curſus der Realſchule