Kunſtgegenſtände. a. Deſcriptive Geometrie.
I. untere Abth. wöch. 2 St., comb. mit der obern Abth. Im Sommer: Die wichtigſten geometriſchen
Conſtructionen auf dem Reißbrett ausgeführt.— Im Winter: Begriff und Eintheilung der darſtellen⸗
den Geometrie im weitern Sinne. Die Verticalprojektion. Projektion des Punktes und der aufzuſuchen⸗ den Spur einer Graden und einer Ebene in ihren verſchiedenen Lagen.
Obere Abth. Im Sommer: Projektion des Punktes, der unbegrenzten Graden und der Strecke
in den verſchiedenen Lagen.— Im Winter: Projektionen der Flächen und Körper in ihren verſchie⸗
Kl.
—
denen Lagen. Wiederholung der darſtellenden Geometrie. Hofmann. b. Schreiben. Kl. III. u. II. wöch. 3 St. comb., Kl. III. 1 St. allein. Einübung der Alphabete der deutſchen und lateini⸗ 8 ſchen Schrift nach den eingeführten kalligr. Wandtafeln. Kl. I. wöch. 1 St. Fortgeſetzte Uebungen in deutſcher und lateiniſcher Schrift. Wörter und Sätzeſchreiben. Uebungen im Frakturſchreiben. Hofmann. Freihandzeichnen.
Kl. III. u. II. wöch. 3 St. comb. Kl. III. Das Zeichnen der graden und gebogenen Linien, deren Zuſammenſetzung zu einfachen Figuren, Blatt⸗ formen ꝛc. nach Müher's Vorſchule Heft I. u. II. Kl. II. Anfang im Ornamentenzeichnen. Copiren und Vergrößeren derſelben. Leichte Landſchafts⸗ und Figu⸗ renzeichnungen. Nachahmen der Umriſſe des menſchlichen Körpers. Kl. I. wöch. 2 St. Copiren und Vergrößern von ſchattirten Ornamenten, Köpfen, Lenbichaßten, Blumen. ofmann.
Geſang.
Kl. III. u. II. wöch. 2 St. Das Wichtigſte aus der Geſangtheorie mit entſprechenden praktiſchen Uebungen ein⸗ und zweiſtimmiger Lieder.
Kl. I. wöch. 2 St. Einübung zwei⸗ und dreiſtimmiger Lieder und Chorale. Hofmann. Turnen..
Kl. III. u. II. Im Sommer: Freiturnen und leichtere Uebungen an den Geräthen. Hofmann.
Kl. I. Freiturnen blos im Sommer. Reichwein.
C. Disriplinariſche Zuſtände.
Die disciplinariſche Haltung der Schüler im Laufe des Schuljahres war im Allgemeinen befriedigend und zu außerordentlichen Strafen an einzelnen Schülern gab es keine Veranlaſſung.
D. Phyſiſches Wahl.
Der Geſundheitszuſtand unter dem Lehrerperſonal war im Sommerhalbjahr nur zum Theil gut. Der Oberlehrer Bode war an der Grippe erkrankt beiläufig 4 Wochen dienſtunfähig; auch Reallehrer Reichwein und Lehrgehilfe Hofmann waren vorübergehend von leichtem Unwohlſein befallen.—
Häufiger als in frühern Jahren litten auch die Schüler an: Halsübeln, Bräuneanfällen, und zwei hoffnungsvolle Knaben Adolph Krah von Rennerod und Ferdinand Herber von Montabaur ſtarben an der Diphtheritis und einer Karl Löſer am Nervenfieber. Im Winter dagegen war der Geſundheitszuſtand bei Lehrern und Schülern ziemlich befriedigend. Schulver⸗ ſäumniſſe kamen ſelten vor.


