Jahrgang 
1867
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Beirath der Realſchule zu dieſem Zwecke führte, erreichten bald das gewünſchte Ziel. Das Winterſemeſter 1863 64 begannen wir mit einer dreiklaſſigen Realſchule, mit drei Klaſſen⸗ lehrern, unterſtützt von zwei Elementarlehrern, die den arithmetiſchen Unterricht in den beiden untern Klaſſen zu ertheilen hatten.

Kurz nach Eröffnung des Winterſemeſters erhielten auch die evangeliſchen Realſchüler ihren Religionsunterricht in der Realſchule, den ſie bisher mit den Elementarſchülern hatten theilen müſſen.

Veränderungen im Lehrerperſonal gab es in dieſem Zeitraum mehrere. Schulinſpektor Klau übernahm bei der neuen Umgeſtaltung unſrer Anſtalt den Religionsunterricht und den Unterricht in den alten Sprachen. Lehrgehilfe Speyer wurde im Mai 1865 nach Wiesbaden verſetzt; an ſeine Stelle dahier trat der Candidat Georg Hofmann; Dr. Schaab kam an die Realſchule zu Oberurſel und Reallehrer Reichwein von dort an die hieſſge zweite Lehrſtelle. Zugleich wurde Herr Seminarlehrer Hartmann mit dem naturgeſchichtlichen Unterricht an unſrer Realſchule betraut.

Hier dürfte der Ort ſein, einer Feſtlichkeit zu erwähnen, die am Schluſſe des Schuljahres 1864 65 ſtatt fand und zur Feier des fünf und zwanzigjährigen Beſtehens der Realſchule, von ehemaligen Schülern der Anſtalt, ihren Eltern und andern Freunden der Sache eingeleitet ward. Als es kund ward, die Realſchule beſtehe nunmehr 25 Jahre, da traten ſofort die ehe⸗ maligen Schüler der Anſtalt, die hier wohnen, zuſammen und beſchloſſen, der Schule und ihrem Gründer ein würdiges Feſt zu bereiten. Am 6. Mai 1865 bewegte ſich Abends ein ſolenner Fackelzug vor die Wohnung des Gründers der Anſtalt, wo eine große Menſchenmaſſe ſich bereits aufgeſtellt hatte; der Geſangverein begrüßte ihn mit dem deutſchen Liede, eine Deputation des Ausſchuſſes ſprach ihm in rührender Weiſe den Dank der ehemaligen Schüler aus für den empfangenen Unterricht und für die Erhaltung der Anſtalt bis auf dieſen Tag und überreichte ihm zum Andenken einen werthvollen ſilbernen Becher, der Gemeinderath ließ ihm aus dem⸗ ſelben Grunde durch zwei Abgeordnete aus ſeiner Mitte das Diplom als Ehrenbürger der Stadt Montabaur überreichen.

Wenn dieß Alles auch mehr war, als der Gründer dieſer Anſtalt erwarten oder anſprechen durfte, ſo war dieſe Feier doch unendlich rührend und ſchön. Am anderen Tage des Sonntags Nachmittags zog die Realſchule im Feſtzug im Geleite der ehemaligen Schüler der Anſtalt und der Behörden der Stadt in einen beliebten Wirthsgarten und feierten dort ein Feſt froheſter Erinnerung. Herr Seminardirektor Kehrein hielt die Feſtrede über die drei Faktoren aller Jugendbildung, wie er ſagte, das Elternhaus, die Elementarſchule und die Kirche. Erſt bei Sternenſchein trennte ſich die Geſſellſchaft.

Unter dem 10. Nov. v. J. wurde Herr Seminardirektor Kehrein von der Direktion der Realſchule auf ſein Anſuchen entbunden und dieſelbe dem Realoberlehrer Bode übertragen.

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