Am Schluſſe des erſten Jahrzehnts beſtand die Realſchule zu Montabaur aus 4 Real⸗ klaſſen, wovon die beiden untern von einem Lehrer unterrichtet wurden und aus ebenſovielen Gymnaſialklaſſen, die in zwei Abtheilungen ihren Unterricht in den alten Sprachen erhielten. Die Latiniſten nahmen an allen Unterrichtsgegenſtänden der Nealliſten Autheil, Pusgenommen an Phyſik und Engliſch.
Die wiſſenſchaftlichen und techniſchen Sammlungen der Anſtalt waren ſehr werchvoll Die Bibliothek zählte bereits 540 Bände, die Mineralienſammlung über 500. Exemplare, eine Inſektenſammlung, ſowie eine Anzahl Vögel dienten zur Unterſtützung des naturgeſchichtlichen Unterrichts. Der phyſikaliſche ſowie der mathematiſche Apparat war nicht unbedeutend; die nothwendigen Landkarten waren vorhanden, ſowie Vorlegeblätter für Zeichnen und. Kalligraphie. Nur auf dem Turnplatz wurden noch einige Vorrichtungen vermißt.
Das Schuljahr 1850— 51 wurde mit 53 Schülern eröffnet, wovon 24 auf die heiden Abtheilungen der untern Klaſſe, 16 auf die zweite und 11 auf die erſte Klaſſe kamen. Auf die Bücherſammlung wurden 100 fl., auf die Apparate 50 fl. verwendet. Das Schuljahr ſchloß am 15. April; an den beiden letzten Tagen wurde die öffentliche Prüfung abgehalten.
Am 6. Mai Eröffnung des neuen Schuljahres 1851—52. Neun Schüler waren neu eingetreten, welche mit 8 älteren die untere Klaſſe bildeten; die zweite Klaſſe zaͤhlte 17 und die erſte Klaſſe 10 Schüler, zuſammen 48.
Auch in dieſem Jahre der gewoͤhnliche Credit für die Piblicthek und die Nhpsrates, ſammlung. Frühlingsprüfung den 5. und 6. April.
Das Schuljahr 1852— 53 nahm am 26. April ſeinen Anfang. Neun und zwanzig Schüler hatten ſich zur Aufnahme gemeldet, die mit 9 ältern Schülern, zuſammen 38 die un⸗ tere Klaſſe bildeten; die zweite Klaſſe zählte 10, die erſte Klaſſe 10 Schuler, im Ganzen 62. Dem bisherigen Hilfslehrer Urban wurde ein anderer Wirkungskreis in Grenzau angewieſen. An ſeine Stelle an der Realſchule kam Herber, Lehrer an der oberen Maͤdchenſchule für den Schreib⸗ und Turnunterricht; im Herbſte delelben Jahres hial er hzi noch den Bähnen unterricht.
Durch Reſcript Herzogl. Miniſterialabtheilung des Innern vom 1. Sept. v. 3. ad Num. 28,785 wurde das halbjährige Schulgeld wieder auf 5 fl. feſtgeſetzt.
Die Frühlingsprüfung fand den 1. u. 2. April ſtatt, wozu Herr Rektor Braun⸗ durch ein Programm eingeladen hatte. Für die Bibliothek, die ſchon über 800 Bände zählte und durch ein Geſchenk des Herrn Poſthalter DAvis um 38 Bände Schüͤlbücher vergehrt wurde, waren für das laufende Jahr 137 fl. verwilligt worden.
Am 21. April nahm der neue Jahrescurſus 1853— 54 ſeinen Anfang. Hert Kaplan Vetter, unſer ſeitheriger Lehrer der katholiſchen Religion und der altklaſſiſchen Sprachen, fand einen neuen erweiterten Wirkungskreis, indem er von hier nach Frauenſtein als Pfarrer verſetzt wurde; in ſeine Funktion an unſrer Realſchule trat Herr Kaplan Hellbach laut Reſcript H. Landes⸗Regierung vom 10. Juni dieſes Jahres. Die Zahl ſämmtlicher Schüler betrug 46.
Mit Anfang des Sommercurſus 1854— 55 wurde unſer langjähriger College Ch. Wolff an die Realſchule nach Limburg zurückverſetzt; an ſeine Stelle an unſre Anſtalt trat Herr


