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Der im Beringe der Schloßmauern gelegene Seminargarten mit den an⸗ ſtoßenden Anlagen und dem Turnplatze bietet den internirten Zöglingen hin⸗ länglichen Ranm zu Bewegungen und körperlichen Uebungen während der ihnen nach der Tagesordnung des Internates gewährten Erholungszeit.
Schon im Frühjahr 1852 iſt in dem vor dem Thorbau befindlichen Seminar⸗ garten eine Baumſchule und eine Maulbeerpflanzung zum Behufe der Seidenzucht angelegt worden.(S. Programm von 1852 pag. 8.)
Die praktiſche Unterweiſung im Gartenbau und die damit zuſammenhängende Verwaltung der Seminargärten iſt durch Miniſterialverfügung vom 6. Auguſt 1852 dem Seminarlehrer Gaſſer unter Verleihung einer entſprechenden Ver⸗ gütung überwieſen worden.
Auf die körperliche Kräftigung der Zöglinge wurde die erforderliche Rück⸗ ſicht genommen. Während des größten Theiles des Sommerſemeſters wurden dieſelben fleißig in den Seminargärten und beſonders durch die Anlage des oben erwähnten freien Platzes und des Turnplatzes beſchäftigt. Dieſer konnte ſchon in den letzten Wochen des Sommerſemeſters zu regelmäßigen Turnübungen ge⸗ braucht werden. Zu dieſen Arbeiten und Turnübungen kamen noch als Mittel körperlicher Kräftigung größere Spaziergänge ſämmtlicher Zöglinge unter Be⸗ gleitung der Seminarlehrer in die Umgegend und beſonders fleißige Benutzung des im Programm von 1852 pag. 8 erwähnten Badeplatzes.— Die internirten Zöglinge baden auch während der Wintermonate regelmäßig jede Woche einmal in den Badezimmern(ſ. o.) der Anſtalt. Es hat dieſe zur Erhaltung der Rein⸗ lichkeit getroffene Einrichtung in Verbindung mit der geregelten Lebensweiſe, wodurch Erholungszeit und Arbeit ſtreng geſchieden ſind, und einer einfachen, aber geſunden und kräftigen Koſt den beſten Einfluß auf das Wohlſein der Zöglinge.
Außer den im Lehr⸗ und Lectionsplan für das Seminar— el. Programm von 1852 pag. 6 u. 7 angeſetzten Stunden für die Praxis in mehreren Lehrge⸗ genſtänden beſuchten die Zöglinge zu ihrer weiteren praktiſchen Ausbildung jeden Tag 1 Stunde die hieſige Stadtſchule.
Die Bibliothek, welche nach dem Tode des Oberlehrers Meiſter dem Se⸗ minarlehrer Gaſſer zur Verwaltung übergeben wurde; ferner die geographiſchen,
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