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lehrer befördert wurde. Im Jahr 1844 am 22. November erfolgte ſeine Er⸗ nenuung zum Seminaroberlehrer. Als dieſe Anſtalt im Herbſte 1851 in zwei Seminarien getrennt wurde, kam er an das katholiſche zu Montabaur, an welchem er bis zu ſeinem Tode mit gewohnter Thätigkeit wirkte.
Die Eröffnung des Winterſemeſters fand am 28. October ſtatt. Die Stun⸗ den des verſtorbenen Oberlehrers Meiſter wurden bis zu anderweitiger Be⸗ ſetzung der vacanten Stelle in der Art vertheilt, daß der Director den Unter⸗ richt in der deutſchen Sprache in der erſten und zweiten, Hr. Seminarlehrer Link in der dritten Klaſſe und Hr. Seminarhilfslehrer Meiſter den Choral⸗ geſang in den beiden oberen Klaſſen erhielt.
Mit dem 1. Januar wurde die dritte Klaſſe in Gemäßheit der Miniſterial⸗ verordnung vom 25. Auguſt 1851 internirt. Die Verpflegung der Zöglinge iſt von der Anſtalt in eigene Verwaltung unter Verantwortlichkeit des Directors genommen, der jedoch durch Miniſterialreſcript vom 28. December 1852 ermäch⸗ tigt iſt, zur Erleichterung der Geſchäftsführung einen Seminarlehrer mit dem Rechnungsweſen und der ſpeciellen Controle zu beauftragen. Die von den Zög⸗ lingen zu leiſtende Vergütung für Wohnung, volle Beköſtigung, Heizung, Licht, Bett, Waſche des Bettzeugs und der Handtücher iſt durch die zuletzt angezogene Miniſterialverfügung auf jährlich 116 fl., in Quartalraten prænumerando zahl⸗ bar, feſtgeſetzt.
Die von der Herzoglichen Miniſterialabtheilung des Innern durch Reſcript vom 11. Januar für das Winterſemeſter genehmigte Tages⸗ und Hausordnung enthält im Weſentlichen folgende Beſtimmungen:
Um 5 ½ Uhr Morgens ſtehen die Zöglinge auf ein mit der Glocke gegebenes Zeichen auf, kieiden ſich an, waſchen ſich, reinigen ihre Kleider und verſammeln ſich alsdann zum Morgengebet in dem Arbeitsſaale. Die Zeit bis 7 Uhr wird zum Arbeiten verwendet. Um 7 Uhr Kirchenbeſuch, nach welchem um 7 ½ Uhr die Zöglinge frühſtücken und alsdann ihre Betten machen. Von 8— 12 Uhr ſind die Lehrſtunden nach dem vorgeſchriebenen Lectionsplane. Die Zeit nach dem Mittageſſen— 12 Uhr— bis um 2 Uhr iſt frei und wird von den Zög⸗ lingen zu Spaziergängen auf dem Schloßberge, zu Uebungen und Beſchäftigungen


