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II. Mitteilungen
aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörde.
Caſſel, 10. April 1911. Abſchrift eines an das Kgl. Prov.⸗Schulkollegium zu Caſſel gerichteten Schreibens der Kgl. Eiſenbahndirektion zu Frankfurt a. M. nebſt Anweiſung des Kgl. Prov.⸗Schulkollegiums an die Direktoren derjenigen Anſtalten, die auf Beförderung von Schülern mit der Eiſenbahn Wert legen, ſich wegen Feſtſetzung des Schulanfangs und Schul— ſchluſſes rechtzeitig mit der betr. Eiſenbahndirektion in Verbindung zu ſetzen.
Caſſel, 31. Juli 1911. Herr Chriſte, Lehrer am Kaiſer Wilhelms Gymnaſium, wird zu dem in der Zeit vom 6. November bis 18. November 1911 in Cöln ſtattfindenden Fort⸗ bildungskurſus für Geſanglehrer einberufen.
Caſſel, 7. Auguſt 1911. Das Kgl. Prov.⸗Schulkollegium beauftragt die Direktoren, die Zöglinge vor der Gefahr eines im Walde angezündeten Feuers eindringlich zu warnen.
Caſſel, 16. Auguſt 1911. Direktor Dr. Thamm wird zum Berichterſtatter für das dritte der auf der Direktorenverſammlung zu erörternden 4 Themata ernannt und beauftragt, für ſeinen Bericht Leitſätze zu entwerfen.
Berlin, 22. Auguſt 1911. Ein Miniſterial-Erlaß beſtimmt, daß an allen höheren Lehr— anſtalten die Dauer der Unterrichtsſtunde auf 45 Minuten feſtzuſetzen iſt.
Berlin, 21. Oktober 1911. Ein Miniſterial⸗Erlaß ordnet unter Abänderung der Lehr⸗ pläne an, daß der einſeitigen Wertſchätzung des ſog. Extemporales entgegenzutreten iſt.
Caſſel, 27. Oktober 1911. Das Kgl. Prov.⸗Schulkollegium teilt mit, daß die erſte Direktoren⸗ verſammlung der Provinz Heſſen⸗Naſſau am 16., 17. u. 18. November in Caſſel abgehalten werden ſoll.
Caſſel, 30. Oktober 1911. Das Kgl. Prov.⸗Schulkollegium bringt einen Miniſterial⸗Erlaß vom 23. Juli 1906— betr. Verhalten der Schulkinder bei Feuersgefahr— von neuem in Erinnerung.
Caſſel, 27. Dezember 1911. Die Ferienordnung für das Schuljahr 1912/13 lautet: Oſterferien 1912 von Sonnabend, den 30. März bis Montag, den 15. April; Pfingſtferien von Freitag, den 24. Mai bis Dienstag, den 4. Juni; Sommerferien von Freitag, den 19. Juli bis Dienstag, den 20. Auguſt; Michaelisferien von Sonnabend, den 5. Oktober bis Donners⸗ tag, den 17. Oktober; Weihnachtsferien von Freitag, den 20. Dezember 1912 bis Freitag, den 3. Januar 1913; Oſterferien 1913 von Mittwoch, den 19. März an.
III. Zur Geſchichte der Schule.
Das Schuljahr nahm am 24. April ſeinen Anfang. Im Perſonalbeſtand des Lehrer⸗ kollegiums traten Oſtern 1911 mehrfache Veränderungen ein. Die Herren Probekandidaten Valentin Reichert und Johann Sack verließen die Anſtalt, der erſtere, um in Würzburg ſeiner Militärpflicht zu genügen, der letztere, um als Hilfslehrer einem Rufe nach Corbach Folge zu leiſten. Neu traten ein Herr Probekandidat Dr. Karl Welz und Herr Zeichen⸗ und Turnlehrer Hubert Bormes. Am 1. Oktober wurde Herr Dr. Hubert Mirgel der Anſtalt als Probandus überwieſen. Dieſer mußte vom 10. Januar bis 17. Februar einen kranken Lehrer in Arolſen vertreten. Herr Prof. Dr. Anton Lückenbach ging am 1. Oktober in Ur⸗ laub mit der Abſicht, Oſtern aus dem Schuldienſt zu ſcheiden. 36 Jahre hat er als Probandus, Hilfslehrer, Oberlehrer, Profeſſor und zwei Halbjahre als ſtellvertretender Direktor an unſerer Schule ſegensreich gewirkt und als treuer, allgemein beliebter Amtsgenoſſe und überaus wohl⸗ wollender Lehrer ſich großer Wertſchätzung erfreut. Möge ihm ein recht langes otium cum dignitate beſchieden ſein! Ein zweiter Verluſt trifft die Schule und das Biſchöfliche Konvikt. Herr Konviktsregens Georg Ludwig wird nämlich am 15. April als Pfarrer nach Nieder⸗ Walluf im Rheingau überſiedeln. Als eifriges Mitglied des Kuratoriums, als tüchtiger Reli⸗ gionslehrer und umſichtiger Konviktsregens hat er ſich um die ſtudierende Jugend ſehr verdient gemacht. Die aufrichtigſten Glückwünſche begleiten ihn in die neue Heimat. Ferner iſt Herr Stadtſekretär J. Blaum auf ſeinen Antrag hin durch Übertragung der Gymnaſialkaſſe an Herrn Aſſiſtenten Franz Hartenfels entlaſtet worden. Für die gewiſſenhafte Kaſſenführung in 20 Jahren ſei ihm namens der Anſtalt hier der beſte Dank ausgeſprochen.—
Am 1. Januar 1912 meldeten ſich 23 Oberprimaner zur Reifeprüfung. Die mündliche Prüfung begann am 18. März unter dem Vorſitz des Ober⸗ und Geheimen Reg.⸗Rats Herrn Dr. Paehler.


