Jahrgang 
1911
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wie zweifelhafte Romane zu beſeitigen, die durch ihren das geſamte Gemütsleben der Jugend aufregenden Inhalt das Nervenſyſtem der Leſer ſchwer ſchädigen können. Gar mancher auf ungeſunde Lektüre erpichte Schüler macht in den Wiſſenſchaften Rückſchritte ſtatt Fortſchritte. Es empfiehlt ſich überhaupt, im Laufe des Jahres wiederholt Erkundigungen über den Fleiß und das Betragen der Schüler bei den Herren Klaſſenlehrern oder bei mir einzuziehen und regel⸗ mäßig die Hefte einzuſehen. Die Sprechſtunden gibt ein Anſchlag im Flur des Gymnaſial⸗ gebäudes bekannt. Beſuche in den letzten Schulwochen ſind nicht erwünſcht; jede Auskunft über das vorausſichtliche Endergebnis des Schuljahres wird grundſätzlich vom 1. Februar ab verweigert.

Entſprechend einer Verfügung vom 25. Mai 1905 rate ich den Eltern derjenigen Schüler, die ſich ſpäter der Technik, den Naturwiſſenſchaften, der Mathematik oder der Medizin zu wid⸗ men gedenken, darauf zu dringen, daß ihre Söhne an dem wahlfreien Zeichenunterricht teilnehmen. 4

Ebenſo empfehle ich den Schülern der oberen Klaſſen, wofern ſie nicht als künftige Theo⸗ logen das wahlfreie Hebräiſche vorziehen, die wahlfreien engliſchen Unterrichtsſtunden zu beſuchen.

Zum Schluß weiſe ich auf den wohltätigen Einfluß hin, den die Pflege der Jugendſpiele und der Sportübungen auf dem Jugendſpielplatz an Sommerabenden und freien Nachmittagen oder das ſog. Frei⸗Turnen an den ſchulfreien Nachmittagen der Winterszeit in der Gymnaſial⸗ Turnhalle oder größere Turnmärſche auf die Entwickelung der jugendlichen Körper ausüben.

Der Gymnaſialdirektor:

Prof. Dr. phil. et iur. Thamm.