— 20—
aus einem Progymnaſium mit 123 Schülern in ein blühendes Gymnaſium mit 248 Schülern ver⸗ wandelt worden— das oft bewieſene große Wohlwollen fernerhin bewahren.
Dankbaren Herzens gelobte der Direktor hierauf dem Kuratorium treue Pflichterfüllung und wandte ſich nunmehr an diejenigen, denen ſein Leben und Wirken im neuen Amte gewidmet ſein ſoll. Er begrüßte zunächſt ſeine künftigen Mitarbeiter am Werke der Erziehung und des Unterrichts und behandelte alsdann unter Hinweis auf den Wahlſpruch der Anſtalt: Deo, musis, patriae, das Thema: Worin zeigt ſich der gute Geiſt unter den Schülern eines humaniſtiſchen Gymnaſiums? Er ſchloß ſeine Ausführung mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majeſtät den Kaiſer und König.
Am 27. Januar beging das Gymnaſium in feierlicher Weiſe den Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs durch Gottesdienſt in beiden Kirchen und durch einen Feſtaktus in der Aula. Geſänge des gemiſchten Gymnaſial⸗Chors wechſelten ab mit inſtrumentalen Vorträgen. Der Direktor überreichte dem Unterprimaner Gottſchalk das Buch„Deutſchlands Seemacht“ als Geſchenk Sr. Majeſtät. Die Feſtrede hielt Oberlehrer Reuß.
Der Geburts⸗ und Todestage der in Gott ruhenden Kaiſer Wilhelm J. und Friedrich III. wurde in den einzelnen Klaſſen in herkömmlicher Weiſe durch Anſprachen an die Schüler gedacht.
In der Zeit vom 3. bis 8. Februar 1904 unterzogen ſich 25 Oberprimaner der ſchriftlichen und vom 25. bis 27. d. Mts. 24 der mündlichen Reifeprüfung. Die Schüler wurden in drei Gruppen geprüft, die erſte unter dem Vorſitze des Königlichen Kommiſſars, Herrn Geheimrats Dr. Pähler, die beiden anderen unter dem Vorſitze des Direktors. 23 erhielten das Zeugnis der Reife, 7 wurden von der mündlichen Prüfung befreit. Ein Oberprimaner war krankheitshalber aus den Weihnachts⸗ ferien nicht zurückgekehrt, ein zweiter auf Grund des Paragraphen 4 von der ſchriftlichen, ein dritter unter Anwendung des Paragraphen 7,7 der Prüfungsordnung von der mündlichen Prüfung zurück⸗ gewieſen worden.
Am 27. Februar entließ der Direktor in der Aula die Abiturienten. Er wies in ſeiner An⸗ ſprache auf die der ſtudierenden Jugend drohenden Gefahren, insbeſondere auf die ſchädlichen Folgen des übermäßigen Alkoholgenuſſes, hin. Abiturient Wolf hielt die Abſchiedsrede.
Der Geſundheitszuſtand war bei Lehrern und Schülern im allgemeinen befriedigend. Ober⸗ lehrer Dr. Müller fehlte krankheitshalber vom 9.—17. Juli, Oberlehrer Eiſel vom 26. Oktober bis 9. November, Oberlehrer H. Becker am 4. und 5. Dezember, Profeſſor Dr. Lückenbach am 9. und 10. Februar aus demſelben oben genannten Grunde. Die Oberlehrer Wurm und Th. Becker mußten wegen eines Falles von Diphtherie in der Familie am 14. u. 15. bezw. vom 9.—15. Dezember der Schule fernbleiben.


