Jahrgang 
1904
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Bewegungsſpiele wurden im Sommer auf dem Turnplatze oder auf dem außerhalb der Stadt liegenden Jugendſpielplatze vorgenommen. Auch Übungsmärſche wurden ins Gelände unter⸗ nommen. Außerdem beſteht zur Pflege von Bewegungsſpielen eine Vereinigung von Schülern, die namentlich die Ballſpiele betreiben. Die Schüler, die im Biſchöflichen Konvikt wohnen, ſpielen und turnen außerdem auf eigenem Spiel⸗ und Turnplatz.

b) Geſang. Aus den Schülern der Klaſſen Oberprima bis Quarta einſchließlich wurde ein gemiſchter Chor und ein Männerchor gebildet. Der gemiſchte Chor ſang:Feſtgruß von Aug. Gülker undSonntagsfeier von P. A. Zwyſſig, ſodann aus PalmeAbſchied vom Walde von F. Mendelsſohn⸗Bartholdy undAde, ade von F. Gartz. Mit dem Männerchor wurden ein⸗ geübt Kompoſitionen von Aug. Wiltberger, Chöre aus Jepkens⸗PielKirchliche Geſänge und Choral⸗ geſänge aus demGraduale Romanum. 3 St. Im Sommer: Kämpfer, im Winter: Sack.

Quinta und Sexta wurden im Singen kombiniert. Die Belehrungen und Übungen erſtreckten ſich auf: Tonbildung, Einführung in die Notenſchrift, Notenleſen und Notenſchreiben, Verſetzungs⸗ und Pauſezeichen, Takte und Taktarten, Tonleiter, ganze und halbe Tonſtufen, Notenwerte, Bindungen, punktierte Noten u. ſ. w. Zur Einübung kamen ferner einſtimmige Volks⸗ und Kirchenlieder, kleinere mehrſtimmige Sätze und die Tonleiter in verſchiedener Tonhöhe und mannigfachſter Abwechſelung be⸗ züglich Melodie, Takt und textlicher Unterlage. 2 St. Im Sommer: Kämpfer, im Winter: Röleke.

c) Zeichnen. Obertertia: Perſpektiviſche Übungen im Darſtellen von Teilen des Zeichen⸗ ſaales und in der Nähe liegender Gebäude. Zeichnen nach Natur⸗ und Kunſtformen mit Wiedergabe von Licht und Schatten. Übungen im Farbentreffen. Skizzieren und Zeichnen aus dem Gedächtnis. 2 St. Untertertia: Zeichnen nach Natur⸗ und Kunſtgegenſtänden mit Darſtellung von Licht und Schatten. Übungen im Farbentreffen. Skizzieren und Gedächtniszeichnen. 2 St. Quarta: Zeichnen ebener, gradliniger und krummliniger Gebilde. Übungen im Treffen von Farben nach farbigen Gegenſtänden ſowie im Skizzieren. 2 St. Quinta: Zeichnen ebener Gebilde und flacher Formen. Übungen im Zeichnen aus dem Gedächtnis und im Auftragen von Waſſerfarben. 2 St. Im Sommer: Kämpfer, im Winter: Röleke. Wahlfreies Zeichnen: Getrocknete Blattformen und Tiere. UÜbungen im Malen mit Waſſerfarben. 2 St. Im Sommer: Kämpfer, im Winter: Goltz.

d) Schreiben. Quinta und Sexta kombiniert. Deutſche und lateiniſche Schrift. Buchſtaben, Wörter, Sätze und zuſammenhängende Stücke. Mit den Schülern der lII. und IV., welche eine ſchlechte Handſchrift haben, wurde in einer beſonderen Schreibſtunde deutſche und lateiniſche Schrift geübt, meiſtens in zuſammenhängender Form. Die Schüler der IV. lernten im Monat März das griechiſche Alphabet ſchreiben. 2(3) St. Im Sommer: Kämpfer, im Winter: Röle ke.