ihm für ſeine langjährige, treue, gewiſſenhafte und erfolgreiche Wirkſamkeit im höheren Schuldienſt die Anerkennung und der Dank der Behörde ausgeſprochen. Unſer Lehrerkollegium, das in Profeſſor Schmitz ſtets das Muſter eines liebenswürdigen Amtsgenoſſen verehrte, hat ihn ungern aus ſeiner Mitte ſcheiden ſehen und wünſcht ihm, daß er ſein otium cum dignitate noch viele Jahre glücklich genießen möge.
In die durch das Ausſcheiden des Prof. Schmitz erledigte Oberlehrerſtelle trat zum 1. Oktober der bisherige wiſſenſchaftliche Hilfslehrer Heun, der ſeit Oſtern 1896 an unſerer Anſtalt wirkt.
Die freigewordene Hilfslehrerſtelle erhielt der Kandidat des höheren Schulamts Joſeph Schnädter, der ſchon im Sommerſemeſter infolge der Beurlaubung des Prof. Schmitz zur Aushülfe hierher berufen war. Über ſeinen Lebensgang diene folgende Angabe:
Joſeph Schnädter, geboren am 17. Januar 1866 zu Schwickershauſen, Kreis Limburg, katholiſcher Konfeſſion, beſuchte das Gymnaſium zu Wiesbaden und nach erlangtem Reifezeugniſſe die Univerſitäten München, Berlin und Marburg, um klaſſiſche Philologie und Geſchichte zu ſtudieren. Zu Oſtern 1890 beſtand er die Turnlehrerprüfung in der Centralturnanſtalt zu Berlin und Herbſt 1892 das philologiſche Staatseramen in Marburg. Die praktiſche Ausbildung erhielt er als Seminarkandidat am Gymnaſium in Weilburg und als Probekandidat am Kaiſer Friedrichs Gymnaſium in Frankfurt a. M. Seitdem war er als unbeſoldeter Hilfslehrer an dem Gymnaſium zu Wiesbaden und zur Aushülfe an den Gymnaſien zu Hanau und Montabaur beſchäftigt, bis er zu Herbſt 1898 zum etatsmäßigen Hilfslehrer an dem hieſigen Gymnaſium ernannt wurde.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dezember bis 6. Januar.
Am 26. Januar nachmittags fand zur Feier des Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs in der reich geſchmückten Aula ein Feſtaktus mit Muſik, Geſang und Deklamationen ſtatt. Die Feſtrede hielt Oberlehrer H. Becker.
Auch die anderen vaterländiſchen Gedenktage, die Geburts⸗ und Todestage der in Gott ruhenden Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich, ſind in der Aula feſtlich begangen worden.
Am 17. Februar wurde unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrates Dr. Paehler die Reifeprüfung für den Oſtertermin 1899 abgehalten. Sämtliche 24 Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife, 15 von ihnen unter gänzlicher Befreiung von der mündlichen Prüfung.
Der Geſundheitszuſtand war bei Lehrern und Schülern im allgemeinen befriedigend; doch mußte Prof. Schmitz wegen ſeines nervöſen Leidens für das ganze Sommerſemeſter in Urlaub gehen. In ſeine Stunden trat hauptſächlich Hilfslehrer Heun ein, während die Stunden des letzteren der hierher berufene Hilfslehrer Schnädter aus Wiesbaden übernahm. Ferner wurden wegen Krank⸗ heit Hilfslehrer Heun im April auf 8 Tage, Hilſslehrer Brunzel im Juni auf 4 Tage und Oberlehrer Wurm im Auguſt auf 8 Tage im Unterricht vertreten.
Am 12. Februar ſtarb nach kurzem Krankenlager in ſeiner elterlichen Wohnung zu Ebernhahn ein durchaus braver und tüchtiger Schüler, der Quartaner Richard Flügel, an Gelenkrheumatismus, der zum Hirnſchlag führte. Seine Klaſſe nahm unter Führung ihres Ordinarius an dem Begräbnis in Wirges teil und legte einen Kranz auf das Grab des ſo früh Verblichenen nieder. Am Tage nach der Beerdigung ließ das Gymnaſium in der hieſigen katholiſchen Pfarrkirche für ihn ein Requiem halten. R. i. p.
Leider ſteht uns mit dem Beginn des neuen Schuljahres ein ſchwerer Verluſt bevor. Unſer katholiſcher Religionslehrer, Oberlehrer Dr. Kilian, der ſeit Herbſt 1890 an unſerer Anſtalt mit großem Erfolge gewirkt hat, iſt nämlich als Domkapitular und Wirklicher Geiſtlicher Rat in das Hochwürdigſte Domkapitel zu Limburg a. d. L. berufen worden. So ſehr wir uns auch über die


