Jahrgang 
1893
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3. Überſicht über die durchgenommenen Lehrpenſa.

Oberprima. (Ordinarius: Oberlehrer Dr. Wahle.)

1. Religionslehre. a) Katholiſche: Die Lehre von Gott, der Schöpfung, Erlöſung und Gnade. Wiederholungen aus allen Gebieten. 2 St. Dr. Kilian. b) Evangeliſche: Das Evangelium des Matthäus im Urtext geleſen und erklärt. Ausgewählte Stücke desſelben memoriert. Repetitionen aus verſchiedenen Gebieten. 2 St. Weckerling.

2. Deutſch. Litteraturgeſchichte nach dem Hülfsbuche von Herbſt: Die klaſſiſche Zeit; Goethe, Schiller; die Romantiker, die Sänger der Freiheitskriege. Überſicht über die Litteratur des Mittelalters. Geleſen wurde eine Auswahl von Gedichten der genannten Perioden, insbeſondere Iphigenie in Tauris, Torquato Taſſo, die Trilogie Wallenſtein, die Braut von Meſſina. Aufſatzthemata: 1) Weshalb nimmt Goethes Götz von Berlichingen die Hauptmannſchaft im Bauernkriege an? 2) Welche Verdienſte erwarb ſich Karl der Große um die einheitliche Entwickelung des Frankenreiches? 3) Was iſt von dem Ausſpruch des Tazitus zu halten: Argentum et aurum propitiine an irati di negaverint dubito? 4) Welchen Gewinn brachte unſerem deutſchen Volke die Erwerbung der römiſchen Kaiſerkrone durch Otto den Erſten.(Klaſſenaufſatz.) 5) Inwiefern ergiebt ſich aus Wallenſteins Lager die innige Verbindung der Soldaten mit Wallenſtein? (Klaſſenaufſatz.) 6) Mit welchem Rechte ſagt Demoſthenes: Ay a4do b0 dy ric 1d*αν m⁶άd* uey d εxer i wuxn i Aνν A& ³νακα‿ας d, eνναηνσe zd ν ναρ 7) Mit welchem Rechte nennt Schiller den Wallenſtein die Stütze und den Schrecken ſeines Kaiſers? 8) Gern gereicht, iſt unverächtlich auch des kleinen Mannes Gabe.(Klaſſenaufſatz.) Abituriententhemata: 1. Herbſt 1892. Welche Verdienſte erwarb ſich Otto der Große um die Einheit des deutſchen Reiches? 2) Oſtern 1893. Mit welchem Rechte ſagt Schiller: Wo große Höh', iſt große Tiefe? 2 St. Dr. Wahle. Philoſophiſche Propädeutik nach Rumpel. 1 St. Der Direktor.

3. Latein. Stiliſtik nach Berger, alle 14 Tage eine ſchriftliche Arbeit, außerdem alle 6 Wochen eine ſchriftliche überſetzung ans dem Lateiniſchen ins Deutſche. Geleſen wurde: Tacitus Germania, Annal. lib. 1 u. II. Cicero: Ausgewählte Briefe. Livius lib. I, letzteres zum Teil extemporiert. Horaz Oden 3. und 4. Buch. 6 St. Dr. Wahle.

4. Griechiſch. Geleſen wurde: Plato: Kriton; Demosthenes: die drei olynthiſchen Reden, 1. und 2. Philippiſche Rede, die Rede über den Frieden. Thucydides 1. Buch mit Auswahl. Homers Ilias: 6., 7., 8., 19., 20., 21. und 22. Buch; verſchiedene andere Bücher in der überſetzung von Donner. Alle 4 Wochen eine ſchriftliche Überſetzung aus dem Griechiſchen. 6 St. Dr. Wahle.

5. Franzöſiſch. Erckmann-Chatrian: La Campagne de Mayence en 1792/93, Guizot: Histoire de Charles Ier. 2 St. Dr. Marx..

6. Hebräiſch. Nominalbildung, das Wichtigſte aus der Syntax, Wiederholung der Verbalbildung nach Seffer. Lectüre aus der Geneſis und den Pſalmen. 2 St. Dr. Kilian.

7. Geſchichte und Geographie. Geſchichte des Mittelalters bis 1648 nach Pütz; geographiſche Repetitionen nach Daniel. Vier größere geſchichtliche Vorträge. 3 St. Dr. Wahle.

8. Mathematik. Wiederholung des Penſums der Unterprima. Abſchluß der Stereometrie. Analyt. Geometrie bis zur Hyperbel incl. Zahlreiche übungsaufgaben aus allen Gebieten. 4 St. Alle 4 Wochen eine ſchriftl. Arbeit. Lehrbücher von Focke und Kraß. Algebra: Heis. Abiturientenaufgaben: 1. Herbſt 1892. 1) Gegeben an einer arithmetiſchen Progreſſion d+. s, geſucht a u. n? 2) Ein Dreieck konſtruieren aus S, fy u. fe. 3) Um ein Dreieck mit den Winkeln u. und dem Inhalte J iſt ein Kreis