Jahrgang 
1892
Einzelbild herunterladen

12

Verſammlung der Heſſen⸗naſſauiſchen Lehrer der höheren Unterrichtsanſtalten teilnehmen, kann der Unterricht ausfallen.

8. Mai. Das Kgl. Prov.⸗Schulkollegium ſtellt die Anfrage, ob das Kuratorium auch jetzt noch mit dem Antrage der ordentlichen Lehrer auf den vollen Wohnungsgeldzuſchuß einverſtanden ſei.

22. Mai. Verfügung betr. die Verhütung der Verbreitung der Tuberculoſe.

16. Juni. Staatliche Bedürfnißzuſchüſſe verbleiben den Anſtalten, auch wenn ſie nicht völlig ver⸗ braucht ſind, zu außerordentlichen Ausgaben.

16. Juni.Die Altertümer im Rheinland von Cohauſen werden der Lehrerbibliothek als Ge⸗ ſchenk überſandt.

3. Oktober. Der volle Wohnungsgeldzuſchuß ſoll den ordentlichen Lehrern gezahlt werden, falls die Gymnaſialkaſſe die erforderlichen Mittel beſitzt.

18. Oktober. Kaufmann Blaum wird als Rendant der Gymnaſialkaſſe beſtätigt.

25. Januar 1892. Mitteilung einer Miniſterial-Verfügung, wonach die Ferien ſo zu verlegen ſind, daß die Schüler bei ihrer Rückkehr nicht genötigt ſind, an einem Sonntage von Hauſe abzureiſen.

9. Febr. Erläuterungen und Ausführungsbeſtimmungen betr. die Ordnung der Reifeprüfungen und der Abſchlußprüfungen nach dem ſechſten Jahrgange der neunſtufigen höheren Schulen und Lehrpläne und Lehraufgaben fiür die höheren Schulen.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr begann am 9. April mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler. Es wurden 70 Schüler neu aufgenommen. Die Geſamtſumme der Schüler ſtieg dadurch auf 258.

Die Pfingſtferien dauerten vom 16. bis 24. Mai.

Herr Lückenbach erwarb ſich im Juni v. J. an der Univerſität Marburg den Titel Dr. phil. Die bei dieſer Gelegenheit veröffentlichte wiſſenſchaftliche Abhandlung trägt den Titel: De Germaniae quae vocatur Taciteae fontibus. Im Juli wurde ihm der Titel Oberlehrer verliehen.

Die Herbſtferien begannen am 15. Auguſt und dauerten fünf Wochen.

Beim Beginn des Winterſemeſters traten 15 Schüler neu ein.

Vom 2. bis 4. Dezember v. J. unterzog Herr Geh. Reg.⸗Rath Dr. Lahmeyer die Anſtalt nach allen Seiten hin einer eingehenden Reviſion. In dem Reviſionsbericht d. d. Caſſel 11. Dez. wird zunächſt auf die Mängel des Gymnaſialgebäudes hingewieſen und die ganze Anlage deſſelben als ungeeignet bezeichnet.*) Ferner wird im Bericht betont, daß verſchiedene Klaſſen eine über das erlaubte Maß hinausgehende Anſchwellung zeigen(lllz 42 Schüler, IIli 47, Ili 35), es wird darauf gedrungen, daß die vorſchriftsmäßig als höchſtens noch zuläſſig geltende Schülerzahl nicht überſchritten werde. Verſchiedene Samlungen des Gymnaſiums werden mit Anerkennung erwähnt. Die ſchriftlichen und mündlichen Leiſtungen verſchiedener Klaſſen, von denen die Hefte näher eingeſehen waren, wurden teils befriedigend, teils gut genannt. Im Turnen wird der rege Eifer und die Tüchtigkeit der Leiſtungen, ſowie die ganze Haltung der obern Abteilung(der einzigen, deren Übungen einer Reviſion unterzogen wurden) volle Anerkennung gezollt.

*) Anmerkung: Ich bemerke, daß im Jahre 1868 bei der Gründung des Gymnaſiums das bisherige(1838 erbaute) Elementarſchulgebäude, deſſen Lage allerdings eine äußerſt günſtige iſt, im Innern für den neuen Zweck umgebaut und mit den zunächſt notwendigen Räumen ausgeſtattet wurde; es fehlen immer noch verſchiedene Räume, z. B. ein Verſamlungsſaal, ein Zeichenſaal, ein Lehrzimmer für den natur⸗wiſſenſchaftlichen Unterricht u. a. Die ſeit Jahren geplante Erweiterung durch den Aufbau eines zweiten Stockwerks, wofür bereits vollſtändig ausgearbeitete Pläne vorliegen, iſt bisher immer aufgeſchoben, weil die Mittel der Gymnaſialkaſſe zur Beſtreitung der erforderlichen Aus⸗ gaben noch nicht ausreichen.