Jahrgang 
1892
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dichte erklärt und memoriert. Außerdem wurden geleſen: GoethesHermann und Dorothea,Götz von Berlichingen. Themata für die Aufſätze: 1) Der Ahnen Ruhm der Enkel ſchönes Erbe, bewieſen aus der Geſchichte der Hohenzollern. 2) Eine glücklich verlebte und anregende Jugendzeit iſt eine herrliche Mitgift für das Leben, im Anſchluß an Goethes Jugendzeit(Klaſſenarbeit). 3) Nur gebrauchte Zeit iſt Leben, die verſchwendete iſt Daſein. 4) Hannibal und Alexander der Große. 5) Der Wandertrieb der Germanen. 6) Urſprung und Bedeutung des Kaiſergedankens. 7) Was berechtigt in GoethesHermann und Dorothea den Vater zur Unzufriedenheit mit Hermann, und woraus ergibt ſich, daß er gleichwohl an dem braven Sohn ſeine Freude hat?(Klaſſenarbeit). 8) Warum hörte mit der Erweiterung des römiſchen Reiches über Italien die gute Zeit der Republik auf? 9) Hat die Regierungszeit Caligulas den Ausſpruch des Tiberius, er erziehe in ihm dem römiſchen Staate eine Natter, dem Erdkreis einen Phaeton, gerechtfertigt? 10) Labor non onus, sed beneficium.(Klaſſenarbeit). 2 St. Schmitz.

3. Latein. Repetition der Syntax nach Ellendt⸗Seyfferts Grammatik; im Anſchluß daran Ueber⸗ ſetzungen aus Süpfles Materialien. Wöchentlich eine ſchriftliche Arbeit. Geleſen wurden: Livius XXI u. XXII und Ciceros Cato maior, Vergils Aeneis III u. VI und Georg. II; geeignete Stellen memoriert. 2 St. Dr. Lückenbach.

4. Griechiſch. Repetition der Formenlehre und Kaſuslehre, Syntax des Verbums nach Kochs Grammatik. Wöchentlich eine ſchriftliche Arbeit. Geleſen wurden: Herod. IV 94 120, VII 201 237, VIII 74 110, Xenoph. Cyrop. I 2 6, IIi, IIliI, VIII 7, Homer Odyss. IX XIV incl., geeignete Stellen memoriert. 7 St. Dr. Lückenbach.

5. Franzöſiſch. Repetition der Regeln vom Subjonctif und von den Participien, dem Artikel, den Adjektiven, den Adverbien. Wiederholung und Erweiterung der Regeln über die Pronomina und die Konjunktionen nach Plötz Schulgrammatik bis zum Schluſſe. Vokabellernen, Sprechübungen. Lektüre: Molière: L'Avare; Lanfrey: Expédition d'Egypte. Alle 14 Tage ein Extemporale reſp. ein Penſum. 2 St. Bloemer.

6. Hebräiſch. Die Verbalbildung, überſetzung der Übungsſtücke, nach Seffer. 2. St. Dr. Kilian.

7. Geſchichte und Geographie. Geſchichte der Römer nach Pütz. Geographie der außereuro⸗ päiſchen Erdteile nach Daniels Leitfaden. 3 St. Schmitz.

8) Mathematik. Potenzen, Wurzeln, Logarithmen, Gleichungen l. Grades mit mehreren Unbe⸗ kannten. Gleichungen lI. Grades. Heis. AÄhnlichkeit, Inhaltsverhältnis und Inhalt ähnlicher Figuren, außerdem die Trigonometrie bis zum Tangentenſatze. Viele einſchlägige Aufgaben. Focke und Kraß. 4 St. Hch. Becker.

9. Phyſik. Elektricität, Akuſtik und Wärme. Koppe. 2 St. Hch. Becker.

Unterſekunda. (Ordinarius: Gymnaſiallehrer Dr. Marx.)

1. Religionslehre. a) Katholiſche: Die Geſchichte der Offenbarung nach Dreher; Wiederholung der Sittenlehre. 2 St. Dr. Kilian. b) Evangeliſche: Komb. mit Prima.

2. Deutſch. Poetik und Stiliſtik nach Buſchmanns Abriß; Übungen im Disponieren. Lektüre: Balladen von Uhland und Schiller; Uhlands Ernſt, Herzog von Schwaben; Schillers Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleans. Aufſatzthemata: 1) Wer koſten will die ſüße Nuß, die harte Schal' erſt knacken muß. 2) Frühlings Einzug. 3) Die Geſinnungen der Götter gegen bie Menſchen nach Homers Odyſſee I, 1 95. 4)NJa, der Krieg verſchlingt die Beſten! Nachgewieſen an der Geſchichte des trojaniſchen Krieges. 5) Werner von Kiburg.(Lebensbeſchreibung.) 6) Jung Roland.(Charakteriſtik nach UhlandsKlein Roland undRoland Schildträger. 7) Ein Seeſturm. Nach Vergils Äneis l. 8) Vergleich zwiſchen