Jahrgang 
1906
Einzelbild herunterladen

9

IV. Geſchichte der Anſtalt.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 8. April 1905 wird der Oberlehrer an der Großh. Real⸗ ſchule zu Michelſtadt Profeſſor Friedrich Hainebach auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Mai 1905 an unter Anerkennung ſeiner langjährigen und treuen Dienſte in den Ruheſtand verſetzt.

Durch Dekret vom 15. April 1905 wird der Lehrer an der Großh. Realſchule zu Michel⸗ ſtadt Karl Oſt zum Lehrer an dem Großh. Realgymnaſium zu Darmſtadt mit Wirkung vom 1. Mai 1905 an ernannt.

Durch Dekret vom 15. April 1905 wird der Lehrer an der Gemeindeſchule zu Michelſtadt Ferdinand Walti zum Lehrer an der Großh. Realſchule zu Michelſtadt mit Wirkung vom 1. Mai 1905 an ernannt.

Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 17. April 1905 wird dem Lehramtsakzeſſiſten Jakob Malſy zu Seligenſtadt die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Großh. Real⸗ ſchule zu Michelſtadt mit Wirkung vom 1. Mai 1905 an übertragen.

Großh. Miniſterium ernennt am 1. Oktober 1905 den Lehramtsakzeſſiſten Jakob Malſy zu Michelſtadt zum Lehramtsaſſeſſor.

Nach Verfügung Großh. Miniſteriums vom 19. Oktober 1905 wird der ſeither von Pfarr⸗ verwalter Pabſt erteilte Religionsunterricht dem Pfarrer Heß zu Michelſtadt mit Wirkung vom Be⸗ ginne des Winterhalbjahres 1905 an übertragen.

Für die Monate Juni und Juli 1905 war der Großh. Oberlehrer Winter zu einer Studienreiſe nach England beurlaubt; die Vertretung bis zu den Sommerferien übernahmen Lehrer unſerer Schule.

An der durch den Flottenverein veranſtalteten Schülerfahrt nach Hamburg und Kiel vom 26. 30. Juli 1905, die unter der Führung des Herrn Hauptmann a. D. Vollmar aus Darmſtadt einen ſchönen und allgemein befriedigenden Verlauf nahm, beteiligten ſich 3 Lehrer und 4 Schüler unſerer Anſtalt.

Nach den Sommerferien 1905 hielt der Großh. Oberlehrer Profeſſor Dr. Hönig auf An⸗ regung des Bezirks⸗Lehrervereins Erbach⸗Michelſtadt in unſerem phyſikaliſchen Lehrſaale eine Reihe Experimentalvorträge über Elektrizität, die aus dem Kreiſe der Lehrer und anderer Berufsklaſſen ſo ülreich beſucht waren, daß der Raum nicht ausreichte und die Vorträge je zweimal gehalten werden mußten.

Am 18. September 1905 nahm der Biſchof von Mainz, Herr Dr. Kirſtein, eine Prüfung des katholiſchen Religionsunterrichts vor.

Bei der Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs hielt Oberlehrer Profeſſor Dr. Hönig, bei der Geburtstagsfeier Sr. Maj. des Kaiſers Oberlehrer Dr. Kornmeſſer die Feſtrede. Beide Feiern wurden, wie auch die der hundertſten Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers, bei der Oberlehrer Wahl die Gedächtnisrede übernommen hatte, im Kreiſe der Schule gehalten.

Am 21. September 1905 beſtanden acht und am 17. März 1906 zehn Schüler der Klaſſe II b die fakultative Abſchlußprüfung. An beiden Tagen führte Herr Geheime Oberſchulrat Nodnagel als Vertreter der Großh. Regierung den Vorſitz.

Am 6. Dezember 1905 promovierte die philoſophiſche Fakultät der Univerſität Heidelberg den Großh. Oberlehrer Adam Klaſſert zu Michelſtadt zum Dr. phil.

An dem fakultativen Unterricht in Stenographie, der nach dem Syſtem Gabelsbergers in zwei Stunden wöchentlich erteilt wurde, nahmen 35 Schüler aus den Klaſſen II a bis III a teil.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im allgemeinen gut; bei den Lehrern traten mehr⸗ fach Erkrankungen ein, die ſie an der Ausübung ihres Dienſtes behinderten. Längere Beurlaubungen von Lehrern konnten jedoch vermieden und die Vertretungen von den Lehrern unſerer Anſtalt über⸗ nommen werden.

Die als Erſatz für die monatlichen halbtägigen Spaziergänge am 21. Juni, 24. Auguſt und 2. September ausgeführten Tagesausflüge hatten teils die Umgebung Michelſtadts, teils ent⸗ ferntere Orte, wie Miltenberg, Amorbach, Zwingenberg a. N. und Darmſtadt zum Ziele. An letz⸗ terem Orte beſuchten 80 Schüler unſerer oberen Klaſſen am 24. Auguſt die allgemeine Gartenbau⸗ ausſtellung. Am 25. Januar beſuchten die Schüler mittags unter Aufſicht der Lehrer die Eisbahn.