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Durch Allerhöchſtes Dekret vom 7. September 1901 wird der Oberlehrer an der Großh. Realſchule zu Michelſtadt Prof. Dr. Chriſtoph Wittich auf ſein Nachſuchen bis zur Wiederherſtel⸗ lung ſeiner Geſundheit mit Wirkung vom 1. Oktober 1901 an in den Ruheſtand verſetzt.
Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 29. September 1901 wird dem Lehramts⸗ aſſeſſor Ernſt Franz zu Darmſtadt die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Großh. Realſchule zu Michelſtadt mit Wirkung vom Beginne des Winterhalbjahrs 190 1/02 an übertragen.
Durch Verfügung Großh. Miniſteriums vom 1. Oktober 1901 wird der Lehramtsacceſſiſt Auguſt Hohenſtein zu Michelſtadt zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.
Am 25. Februar 1902 promovierte die philoſophiſche Fakultät der Univerſität Freiburg i. B. den Oberlehrer Ludwig Hönig zu Michelſtadt auf Grund ſeiner wiſſenſchaftlichen Arbeit über i— welche durch wechſelnde magnetiſierende Kräfte im Eiſen erzeugt wird, zum Doktor der
iloſophie.
Unter dem Vorſitze des Herrn Geheimen Oberſchulrat Nodnagel fand am 8. März 1902 die fakultative Abſchlußprüfung ſtatt; 8 Schüler der Klaſſe II b, welche ſich zu dieſer Prüfung meldeten, konnten für beſtanden erklärt werden. Zu Herbſt 1901 unterzogen ſich 2 Schüler der Klaſſ IIb derſelben Prüfung, bei welcher dem Direktor die Geſchäfte des Regierungsvertreters über⸗ ragen waren.
Bei der Geburtstagsfeier S. K. H. des Großherzogs hielt Prof. Hainebach die Feſtrede, bei der Geburtstagsfeier S. M. des Kaiſers brachte der Direktor das Hoch auf den Kaiſer aus.
Auch in dieſem Jahre wurde wegen der weiten Schulwege der meiſten unſerer Schüler von den monatlichen halbtägigen Spaziergängen abgeſehen. Die als Erſatz für dieſelben am 17. Mai und 26. Auguſt ausgeführten Tagesausflüge hatten mit Ausnahme einer zweitägigen Rheintour, welche 20 Schüler der Klaſſen IIa und IIb auf den Niederwald, nach dem Kammerforſt, Lorch, dem Sauerthal, Caub, Ober⸗Weſel und St. Goar führte, und einer Radtour am 26. Auguſt durch das Mümlingthal abwärts zum Main, auf welcher Schüler der Klaſſen IIa und II b Aſchaffenburg beſuchten, die Umgebung Michelſtadts zwiſchen Marbach⸗ und Mainthal, zwiſchen Otzberg und Zwingenberg a. Neckar zum Ziel.
Den Herren Vertretern der Gemeinde Michelſtadt, den Buchhändlern, die Bücher und andere Erſcheinungen ihres Verlags einſandten oder uns Freiexemplare für weniger bemittelte Schüler über⸗ ließen, allen denen, die im Laufe dieſes Schuljahres beſonderes Intereſſe für unſere Anſtalt zeigten, — wir wollen hier nur an Geſchenken eine Dampfpfeife, einen Dachs, farbige Gelatineplatten für den phyſikaliſchen Unterricht nennen und die Überlaſſung eines freien Platzes für die Spiele unſerer hieſigen Schüler außerhalb der Schulzeit erwähnen,— ſagen wir unſeren beſten Dank. Beſonderen Dank ſchulden wir für Geſchenke an die Schülerbibliothek und die Werkſtätte für Handfertigkeitsunter⸗ richt, ſowie für die Überlaſſung der bei Vorträgen einiger Herren und bei der Verwaltung der meteorologiſchen Station erzielten Überſchüſſe, welche es uns ermöglichte, eine Accumulatorenbatterie und einen großen Induktor mit Nebenapparaten zu kaufen, die unſere phyſikaliſche Sammlung weſentlich vermehrten.
V. Boekanntmachung
über Zeit und Bedingungen der Aufnahme in die Großherzogliche Realſchule und in die mit derſelben verbundene Vorſchule.
Anmeldungen zur Aufnahme in die Großherzogliche Realſchule und in die Vorſchule für das neue Schuljahr nimmt die Direktion Samstag den 5. April vormittags von 9 Uhr an in ihrem Amtszimmer im Realſchulgebäude entgegen. Die Prüfung der neu eintretenden Schüler findet Montag den 7. April von 9 Uhr vormittags an ſtatt.
Jeder Schüler hat bei ſeiner Anmeldung ein Entlaſſungszeugnis aus der früher beſuchten Schule, den Geburtsſchein mit unterſtrichenem Rufnamen, die Beſcheinigung der erſten Impfung und, wenn er das 12. Lebensjahr überſchritten hat, die Beſcheinigung der zweiten Impfung vorzulegen.


