Jahrgang 
1895
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IV. Geſchichte der Anſtalt.

Das Schuljahr begann Montag, den 2. April, mit Anmeldung und Aufnahmeprüfung der utrelenden Schüler; Dienſtag, den 3. April, nahm der Unterricht nach einer kurzen Schulfeier einen Anfang.

Zur Feier der Vermählung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs in Coburg verſammelten ſich Lehrer und Schüler der Anſtalt in der letzten Vormittagsſtunde des 19. April in der Turnhalle, wo der Unterzeichnete eine Anſprache über die Bedeutung des Tages hielt. Mit Geſang begann und endigte die Feier dieſes Feſttages des geſamten heſſiſchen Volkes. Ein für dieſen oder den folgenden Mittag geplanter Ausflug mußte des Regenwetters halber unterbleiben.

Der Lehramtsaſſeſſor Ludwig Hönig, dem durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 1. Juni 1894 eine proviſoriſche Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt anvertraut wurde, trat am 6. Juni in den Dienſt ein. Durch die Beſetzung dieſer weiteren Lehrerſtelle wurde es möglich, den Unterricht zu verteilen, ohne einzelne Lehrer übermäßig belaſten zu müſſen; zudem konnte das Zeichnen für die 3. und 4. Klaſſe getrennt werden..

Am, 15. Juni begann für den Großherzoglichen Reallehrer Falkenhagen eine ſechswöchige militäriſche Ubung beim Großherzoglichen Bezirks⸗Kommando Erbach i. O.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 18. Juli 1894 wurde der Lehramtsaſſeſſor Ludwig Hönig mit Leelund von dieſem Tage an zum Lehrer der Großherzoglichen Realſchule zu Michelſtadt ernannt.

Durch einen Spaziergang, auf welchem die Lehrer ihre Schüler auf die Schlacht bei Sedan und ihre Folgen für das franzöſiſche Kaiſerreich hinwieſen, wurde eine Vorfeier des deutſchen Feſtes veranſtaltet.

Schulfei Das Winterhalbjahr begann Montag, den 8. Oktober, mit einer kurzen gemeinſamen ulfeier.

Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 13. September wurde mit Wirkung vom 16. September dem Großherzoglichen Realgymnaſiallehrer Rothermel die Verwaltung einer proviſoriſchen Lehrerſtelle an unſerer Anſtalt und dem Lehramtsaſſeſſor Joſeph Enders die provi⸗ ſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Großherzoglichen Realſchule zu Oppenheim übertragen.

Herr Rothermel übernahm mit dieſem Tage den lehrplanmäßigen Unterricht des Herrn Enders.

Vom Schluſſe des laufenden Schuljahres ab wird nach Verfügung Großherzoglichen Miniſeriuns vom 12. Oktober 1894 an den Realſchulen des Großherzogtums eine Abgangsprüfung eingeführt.

Veuch Am 6. November beehrte Herr Geheimer Oberſchulrat Soldan unſere Anſtalt mit ſeinem eſuche.

Bei der im Kreiſe der Schule begangenen Vorfeier des Geburtstages Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs und Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin hielt der Großherzogliche Reallehrer Kleinen am 24. November die Feſtrede über Karoline, die große Landgräfin von Heſſen.

Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 22. November 1894 wurde der Großherzogliche Reallehrer Falkenhagen vom 1. Dezember 1894 ab für die Dauer des Winterſemeſters zu einer Studienreiſe nach England beurlaubt.

Die proviſoriſche Verwaltung dieſer Lehrerſtelle wurde durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums vom 10. Dezember 1894 dem Lehramts⸗Acceſſiſten Dr. Ernſt Kornmeſſer übertragen.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 12. Dezember 1894 wurde der Großherzogliche Real⸗ gymnaſiallehrer Philipp Rothermel zum Lehrer an unſerer Anſtalt ernannt.

Bei der Vorfeier des Geburtstages Seiner Majeſtät des deutſchen Kaiſers hielt der Groß⸗ herzogliche Reallehrer Büttenbender die Feſtrede über das alte und das neue deutſche Reich.

Bis zur Mitte Februar konnte an unſerer Anſtalt der Geſundheitszuſtand als günſtig be⸗ zeichnet werden. Von da ab erkrankten eänzelne Lehrer und eine Anzahl Schüler an Influenza, Rheumatismus und Erkältungen, welche aber glücklicherweiſe verhältnismäßig günſtig verliefen.

Die monatlichen Spaziergänge wurden mit Ausnahme des Februar, in welchem die über⸗ aus kalte Witterung, Mittel der Maxima und Minima 90(C., einen ſolchen nicht rätlich machte,