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Die Prüfung der Ackerbauſchule fand Samſtag den 20. März ſiatt.
Ordnung der Prüfung.
2— 2 ¾ Landwirthſchaft, Herr Oekonom Büchner.
2 ¾— 3 ¼ Mineralogie und Bodenkunde, Herr Lehrer Buxbaum.
3 ¼— 3 ¾ Rechnen, Herr Lehrer Weis.
Pauſe.
4— 4 ½ Naturlehre, der Director.
4 ½— 5 Vorlage der ſchriftlichen, Arbeiten und Beſprechung derſelben, Herr Reallehrer Litt.
Die ſchriftlichen Arbeiten und die Zeichnungen der Schüler lagen im Prüfungsſaale offen.
Der Prüfung wohnte Herr Generalſecretär Dr. Weidenhammer von Darmſtadt, die Herren Mitglieder des Curatoriums, ſowie die Eltern der Schüler und viele Freunde der Schule und der Fort⸗ bildung unſerer ländlichen Jugend bei. Unter dieſen Freunden haben wir Sr. Erlaucht, den Grafen Hugo von Erbach⸗Fürſtenau, vor Allem öffentlich zu nennen und Hochdemſelben für das Intereſſe, mit welchem Hochderſelbe dem Unterrichte im Laufe des Winters durch öfteren Beſuch folgte, ſowie für die hohe Theilnahme bei der öffentlichen Prüfung den gebührenden Dank auszuſprechen.
Außer den ſtiftungsmäßig der Ackerbauſchule zufließenden Zinſen erhielt die Schule von dem Pro⸗ vinzialverein für die Provinz Starkenburg den vollen Beitrag von 720 Mark, von der Sparkaſſe zu Erbach den früheren Beitrag von 50 fl. Die Sparkaſſe zu Neuſtadt ſtattete mehrere Schüler mit namhaften Unterſtützungen aus.
Die Ackerbauſchule erhielt von der Verlagsbuchhandlung von Paul Hildebrand in Rio de Janeiro: Das Kaiſerthum Braſilien im Jahre 1873.
Ferner von Herrn Lehrer Buxbaum: Der Kleegrasbau nach den im öſtlichen Odenwalde ge⸗ machten Erfahrungen für den praktiſchen Landwirth, bearbeitet von Philipp Buxbaum, Lehrer zu Langen⸗Brombach und an der Ackerbauſchule zu Michelſtadt. Darmſtadt. 1875.
b. Beiträge zur Schulbankfrage.
In dem zu erbauenden Realſchulgebäude ſollen nach dem Beſchluß des Gemeinderaths zweiſitzige Subſellien nach dem Muſter derjenigen an der Realſchule zu Offenbach eingeführt werden. Wir ſind mit dieſem Beſchluſſe ſehr wohl zufrieden, da dieſe Schulbank nach dem Urtheil ſachkundiger Männer in hygie⸗ niſcher und pädagogiſcher Beziehung ſehr weſentliche Vortheile bietet. Trotzdem werden Publikum, Lehrer und Schüler ſich erſt an dieſe Subſellien, die ſo weſentlich von den ſeither hier eingeführten Schulbänken abweichen, gewöhnen müſſen, um alle Vortheile derſelben zu erkennen und nutzbar zu machen. Die richtige Erkenntniß dieſer Vortheile kann aber nur durch eine ſorgfältige Beachtung der ärztlichen und pä⸗ dagogiſchen Forderungen erlangt werden. Dieſe Erwägung hat uns veranlaßt, aus der reichen Literatur dieſes Gegenſtandes, den Aerzte und Pädagogen in der neueſten Zeit bearbeitet haben, diejenigen Punkte hervorzuheben, welche hauptſächlich auf die Conſtruction derartiger Subſellien geführt haben. Eine ſolche Zuſammenſtellung der wichtigſten Principien, nach welchen den Vorſchlägen von Aerzten und Pädagogen gemäß die Subſellien zu bauen ſind, wird aber nicht allein den Blick von Lehrenden und Lernenden für die richtigen Verhältniſſe ſchärfen, Vorurtheile und Angewohnheiten beſeitigen, ſondern zugleich wichtige Ver⸗ beſſerungen oder Abänderungen in der Anwendung auf die hieſigen Verhältniſſe ermöglichen.
— Die früheren Subſellien, bei welchen weder auf die verſchiedenen Haltungen der Schüler, noch auf deren Alter gebührend Rückſicht genommen war, konnten natürlich die ſtrengeren Forderungen der Pädago⸗ gen und der Aerzte nicht mehr befriedigen. Namentlich waren es die letzteren, welche aus der Entſtehung von eigentlichen Schulkrankheiten auf die mangelhafte Conſtruction der Schulbänke hingeführt wurden und auf Abhilfe drangen. Virchow,„über gewiſſe die Geſundheit benachtheiligende Einflüſſe der Schulen,“ Berlin 1869, bezeichnet als ſolche feſtſtehende Schulübel unter anderen:
1. Die Augenübel, insbeſondere die Kurzſichtigkeit;


