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Phyſik, 1 Stunde wöchentlich, bei dem Director. Die wichtigſten Molekularerſcheinungen, insbeſondere die Kohäſion, Adhäſion und Capillarität, die Gleichheit der Fortpflanzung des Druckes flüſſiger Körper und deren Anwendung bei der hydrauliſchen Preſſe, die Ausdehnſamkeit der Luft, das Mariotte'ſche Geſetz und die Luftpumpe. Die Quellen und Wirkungen der Wärme, das Thermometer, die Eigenſchaften des Waſſerdampfes und die Dampfmaſchinen, die wäſſrigen Lufterſcheinungen, das Hygro⸗ meter. Die Erſcheinungen der allgemeinen Anziehung, insbeſondere die Schwere, Beſtimmung des abſoluten und ſpecifiſchen Gewichtes, die auf einſeitigem Luftdruck beruhenden Erſcheinungen, das Barometer, die Saug- und Druckpumpe. Die Kräfte, nach ihrem Urſprung und nach der Art ihrer Meſſung. Die Ge— ſetze der einfachen und einiger zuſammengeſetzter, insbeſondere landwirthſchaftlicher Maſchinen.
Chemie, 2 Stunden wöchentlich, bei Reallehrer Dr. Burger. Die für den Ackerbau wichtigſten Metalloide(circa 12) und Metalle(circa 20) zuſammengeſtellt und beſchrieben nach der Methode des An— ſchauungsunterrichts und zwar:
a. nach ihrer phyſikaliſchen Seite, wobei Gewinnung, reſp. Darſtellung und charakteriſtiſche Eigen⸗ ſchaften durch Experimente nachgewieſen wurden;
b. nach den hauptſächlichſten chemiſchen Verbindungen, welche dieſe Körper mit einander eingehen. An prägnanten Beiſpielen wurden die Begriffe,„chemiſche Kraft“, chemiſche Verbindung, Elemente, Säure, Baſe, Salze“ gewonnen und einfache ſtöchiometriſche Aufgaben gelöſt. Auch hier ſtand das Experiment überall erlaͤuternd zur Seite.
Rechnen, 2 Stunden wöchentlich, bei Reallehrer Litt. a. Obere Abtheilung. 3 Schüler. Die verſchiedenen auf zuſammengeſetzte Proportionen zurückzuführenden Rechnungsarten nach der Einheitsmethode, Kettenſatz, Miſchungs⸗ und Geſellſchaftsrechnung.
b. Untere Abtheilung. 6 Schüler. Leſen und Schreiben der Decimalbrüche; die 4 Grundrech— nungsarten mit benannten Zahlen, wobei zugleich die neuen Maße eingeübt wurden.
Geometrie, 1 Stunde wöchentlich, bei dem Director. Die geometriſche Formenlehre, Ueber⸗ gang zur eigentlichen Geometrie, der Grund⸗ und Lehrſatz, der Beweis; Anwendung auf den Beweis einiger Lehrſätze. Die Berechnung der wichtigſten Flächen⸗ und Körpergebilde mit beſonderer Berückſichti⸗ gung der in der Landwirthſchaft vorkommenden Formen. Die wichtigſten Partieen der praktiſchen Geo⸗ metrie, Erklärung einiger Meßwerkzeuge, das Meſſen von Linien und Winkeln, Errichten und Fällen von Senkrechten auf dem Felde, Aufnahme eines kleinen Grundſtücks.
Deutſche Sprache, 3 Stunden wöchentlich, bei Reallehrer Kromm. Anfertigung von Geſchäfts⸗ aufſätzen und Briefen.
a. Obere Abtheilung: Briefe, deren Inhalt man ſtets dem geſchäftlichen Gedankenkreiſe des künf⸗ tigen Berufes der Schüler zu entnehmen befliſſen war.
b. Untere Abtheilung. Quittungen, Empfang⸗, Schuld⸗, Bürgſcheine, Zeugniſſe, Rechnungen, An⸗ weiſungen und Vollmachten.
Die Schüler wurden in freier Nachbildung gegebener, d. h. dictirter Muſter geübt.
Schönſchreiben, 1 Stunde wöchentlich, bei Reallehrer Litt. Da vier Schüler ſo weit vorge— rückt waren, daß von eigentlichem Elementar⸗Schreibunterricht abgeſehen werden konnte, ſo wurden dieſe Schüler im Schreiben, Erklären und Memorieren von Fremdwörtern geübt. Mit den übrigen Schülern wurden die deutſchen und lateiniſchen Alphabete entwickelt nach Grundformen nnd eingeübt nach Vorſchriften an der Tafel, zuletzt nach den vorhandenen Schulvorſchriften.
Teſen. Eröffnung der landwirthſchaftlichen Bibliothek durch Reallehrer Litt. Die Schüler er⸗ hielten alle 8 Tage ein Buch aus der Bibliothek, je nach dem ſpeciellen Wunſch und Bedürfniß des Schülers
ausgewählt. Perſonalbeſtand.
Curatorium. Realſchuldirector Becker. Oekonom Fülberth. Pfarrer Groh. Kammerdirector Weyprecht. Kreisrath v. Schenk.
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