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Aus dieſer Zuſammenſtellung ergeben ſich nun mit Rückſicht auf die vorſtehenden Forderungen folgende Reſultate:
Der Flächenraum war im Winterhalbjahr in fünf, im Sommerhalbjahr in vier Fällen zu klein, nämlich im Winterhalbjahr in Klaſſenzimmer III. wenn die dritte und die fünfte Klaſſe, im Sommer⸗ halbjahr, wenn die fünfte Klaſſe darin unterrichtet wurden; ferner im Klaſſenzimmer IV. für die vierte Klaſſe, endlich im Klaſſenzimmer V, bei den Combinationen V u. IV, ſowie aller Klaſſen. Dee größte Uebelſtand zeigt ſich be⸗ ſonders im Zeichnen und Schreiben und in der Singſtunde, wo die Schüler förmlich zuſammengepfergt werden müßten. Aus dieſem Grunde wurde im Sommerhalbjahr im Zeichnen und Schreiben nur die Hälfte der Schüler von Klaſſe V. und IV. vorgenommen. Bei dem Unterrichte der fünften Klaſſe in dem III. Klaſſen⸗ zimmer wurde, wenn es thunlich war, die Flügelthüre nach dem IV. Klaſſenzimmer geöffnet und ein Theil der Schüler in dieſes Zimmer geſetzt.
Der erforderliche Luftraum fehlte ſogar in 7 Fällen, nämlich im Claſſenzimmer I., wenn die erſte und zweite Klaſſe combinirt waren, im Klaſſenzimmer III ſowohl für die dritte, als beſonders für die fünfte Klaſſe, im Klaſſenzimmer IV für die vierte Klaſſe, im Klaſſenzimmer V für die combinirten Klaſſen. Der geringſte Luftraum wurde den Schülern im Singen gewährt, was gerade bei dieſem Lehrgegenſtande entſchieden nachtheilig auf die Geſundheit der Schüler einwirken muß.
Da die Wichtigkeit einer hinreichenden und richtig zuſammengeſetzten Luftmenge keineswegs allge⸗ mein anerkannt wird, und, wie aus Vorſtehendem erhellt, hierorts ſehr grobe Verſtöße gegen hygieniſche Forderungen vorkommen, ſo möge es verſtattet ſein, einige phyſiologiſche Vorgänge zu betrachten. Es iſt zwar Jedermann damit einverſtanden, daß eine hinreichende und wohl zubereitete Menge von feſter und flüſſiger Nahrung dem menſchlichen Körper täglich zugeführt werden müſſe, um Leben und Geſundheit zu erhalten und man bedauert mit Recht nur, daß dieß theils durch Verſchlechterung, theils durch Vertheuerung der Lebensmittel erſchwert wird; allein die Nothwendigkeit der hinreichenden und richtig zuſammengeſetzten Luftmenge wird nicht ſo allgemein zugegeben, und doch braucht der Menſch mehr als die vierfache Gewichts⸗ menge luftmörmiger, als feſter und flüſfiger Nahrung. Nach Ranke's Grundzügen der Phyſiologie des Menſchen gebraucht der erwachſene Menſch an feſter und flüſſiger Nahrung folgende Mengen:
— 250 Gramme Fleiſch, 400„ Brod, 70„ Stärke, 70„ Eiweiß, 70„ Schmalz, 30„ Butter, 10„ Salz, 2100„ Waſſer. 3000 Gramme= 6 Pfd.
Moleſchott fordert 3448 Grammeoder 6,896 Zollpfd. feſte und flüſſige Nahrung. Nach Vierordt beträgt die Luftmenge einer Expiration 500 Cubikcentimeter. Rechnet man nun durchſchnittlich 19 Expi⸗ rationen in der Minute*, ſo iſt die täglich erforderliche Luftmenge 19. 60. 24. 500= 13,68 Cubik⸗ meter. Wird das ſpecifiſche Gewicht der Luft zu 0,0012 genommen, ſo wiegt dieſe Luftmenge 16416 Gramme= 32,8 Pfund. Daß dieſe Luftmenge aber nur dann der Geſundheit förderlich ſein kann, wenn
*) Die ausführlichſten Zählungen der Athmungsfrequenz rühren von Quetelet her; vergl.:„Ueber den Menſchen“. Er gibt folgende eruhk⸗ 5 Athemzüge in der Minute
Alter. im Mittel. Neugeborene..... 44 1—5 Jahre.... 26
15- 20„.. 20 20—25„... 18,7 25430„....


