Jahrgang 
1872
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4. Jahresbericht

über die mit der Realſchule verbundene

Ackerbauſchule.

(Proviſoriſcher Lehrer der Landwirthſchaft: Herr Oeconom Guſtav Büchner.)

Der Winter⸗Curſus der Ackerbauſchule nahm mit dem 21. November v. J. ſeinen Anfaug und gieng mit dem 26. März d. J., an welchem Tage die öffentliche Prüfung ſtattfand, zu Ende. Die Jünglinge, welche fich an dem vorerwähnten Winter⸗Curſus betheiligten, empfiengen Unterricht: 1) in der Landwirthſchaft, 8 Stunden wöchentlich, bei Herrn Büchner; 2) im deutſchen Styl, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Kromm; 3) im Rechnen, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Litt; 4) in der Geometrie, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Kromm; 5) im Schönſchreiben, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Litt; 6) in der Phyſik, Chemie und deren Anwendung auf einige Theile der Agriculturchemie, 2 Stunden wöchentlich, bei dem Director.

Das mit den Ackerbauſchülern durchgenommene Gebiet umfaßte folgende Gegenſtände:

A. Allgemeiner Ackerbau.

1) Die Lehre vom Boden: Eigenſchaften des Ackerbodens: a. die phyſikaliſchen Eigenſchaften, b. die chemiſchen Eigenſchaften des Bodens, c. Eintheilung der verſchiedenen Bodenarten nach ihren Hanpt beſtandtheilen: aa. Thonboden, bb. Sandboden, ce. Kalkboden, dd. Humusboden, d. Cigenſchaften, Be handlung und Verbeſſerung dieſer Bodenarten.

2) Bodenbearbeitung: a. das Pflügen, b. das Eggen und Walzen, c. Vertiefung der Acker⸗ krumme, d) die Entwäſſerung des Bodens, e. die wichtigſten landwirthſchaftlichen Geräthe(Pflug, Egge, Walze,'Erſtirpator).

3) Der Dünger und ſeine richtige Anwendung(Düngerlehre): a. der Stallmiſt und deſſen rationelle Behandlung, b. die concentrierten Düngemittel und deren Bedeutung für Erhaltung und Erhöhung der Fruchtbarkeit des Bodens, c. Praktiſche Winke für die rationelle Behandlung und Anwendung der wichtigeren eoncentrierten Düngemittel.

B. Allgemeiner Pflanzenbau. 1) Beſtellung der Saat; 2) Pflege der Saat; 3) Ernte und Aufbewahrung der Früchte;

4) Fruchtfolge. C. Kultur der Wieſen.

D. Pflege und Ernährung der Hausthiere(allgemeine Viehzucht).

a. Die wichtigeren Züchtungsgrundſätze; b. Allgemeine Beſtimmungen über die Ernährung der Hausthiere.

E. Spezielle Viehzucht.

a. Rindviehzucht; b. die wichtigſten Sätze der Pferde⸗, Schaf⸗ und Schweinezucht. Um die Anwendung der vorgetragenen Lehrſätze in der Praxis zeigen zu können, wurden Exkur⸗ ſionen auf gut bewirthſchaftete Güter gemacht; außerdem dienten dieſe Excurſionen zu Beſprechungen über