5) Jahresbericht
über die mit der Realſchule verbundene
Ackerbauſchule.
proviſoriſcher Lehrer der Landwirthſchaft: Herr Oekouom Guſtav Büchner.)
Der Winter⸗Curſus der Ackerbauſchule nahm mit dem 17. November v. J. ſeinen Anfang und gieng mit dem 20. März d. J., an welchem Tage die öffentliche Prüfung ſtattfand, zu Ende. Die Jünglinge, welche ſich an dem vorerwähnten Winter⸗Curſus betheiligten, empfiengen Unterricht: 1) in der Landwirthſchaft, 8 Stunden wöchentlich, bei Herrn Büchner; 2) im deutſchen Styl, 3 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Kromm; 3) im Rechnen, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Litt; 4) in der Geowetrie, 1 Stunde wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Kromm; 5) im Schönſchreiben und den Grundzügen der phyſiſchen Geographie, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Litt; 6) in der Phyſik und den Grundzügen der Volkswirthſchaft, 1 Stunde wöchentlich, bei dem Director; 7) in der Naturgeſchichte, Anatomie und Phyſiologie der Pflanzen und Thiere, ſowie in den Elementen des Feldmeſſens, 2 Stunden wöchentlich, bei dem Director; 8) in der Agriculturchemie, 1 Stunde wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Dr. Burger. Das von dem Lehrer der Landwirthſchaft mit den Ackerbauſchülern durchgearbeitete Gebiet umfaßte folgende Gegenſtände:
A. Allgemeiner Ackerbau.
1) Die Lehre vom Boden: Eigenſchaften des Ackerbodens: a. die phyſikaliſchen Eigenſchaften, b. die chemiſchen Eigenſchaften des Bodens, c. Eintheilung der verſchiedenen Bodenarten nach ihren Hauptbeſtand⸗ theilen: aa. Thonboden, bb. Sandboden, cc. Kalkboden, dd. Humusboden, ee. Eigenſchaften, Behandlung und Verbeſſerung dieſer Bodenarten.
2) Bodenbearbeitung: a. das Pflügen, b. das Eggen und Walzen, c. Vertiefung der Ackerkrumme, d. die Entwäſſerung des Bodens, e. die wichtigſten landwirthſchaftlichen Geräthe(Pflug, Egge, Walze, Exſtirpator).
3) Der Dünger und ſeine richtige Anwendung(Düngerlehre): a. der Stallmiſt und deſſen rationelle Behandlung, b. die concentrierten Düngemittel und deren Bedeutung für Erhaltung und Erhöhung der Frucht⸗ barkeit des Bodens, c. Praktiſche Winke für die rationelle Behandlung und Anwendung der wichtigeren concentrierten Düngemittel.
B. Allgemeiner Pflanzenbau. 1) Beſtellung der Saat; 2. Pflege der Saat; 3. Ernte und Aufbewahrung der Früchte; 4. Fruchtfolge. . C. Kultur der Wieſen.
D. Pflege und Ernährung der Hausthiere(allgemeine Viehzucht). a) Die wichtigeren Züchtungsgrundſätze; b) Allgemeine Beſtimmungen über die Ernährung der Hausthiere;
E. Spezielle Viehzucht. a. Rindviehzucht; b. die wichtigſten Sätze der Pferde⸗, Schaf⸗ und Schweinezucht.
4 F. Buchhaltung.


