Jahrgang 
1868
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6) Die mit der Realſchule verbundene

Handwerherschule.

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Die unter der Oberaufſicht der Realſchuldirection ſtehende Sonntags⸗Zeichenſchule wurde von 42 an⸗ gehenden Handwerkern beſucht, denen drei Techniker, nämlich Herr Bauaufſeher Scholl, Herr Mechanikus Meyer und Herr Graveur Hartmann Unterricht im Freihand⸗, Fach⸗, Linear⸗Zeichnen und der darſtellenden Geometrie ertheilten. An der Winterabendſchule wirkten die Herren Reallehrer Litt und Kromm. Das uUnterrichtsmaterial bildeten Schönſchreiben, Rechnen, Geometrie, Or⸗ thographie und deutſcher Styl. Die Zahl der Theilnehmer an dem Unterricht, den die beiden letztge⸗ nannten Lehrer gaben, betrug 30.

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7) Chronik der Anſtalt.

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In der Schlußrede auf dem Actus 1867 wurden die in der Aufgabe der Realſchule liegenden wichtigſten Forderungen im Hinblick auf die Reſultate unſerer Prüfung betrachtet..

Unſer Sommerausflug fand Donnerstag, den 6. und Freitag, den 7. Juni ſtatt. Mit den Schülern der oberen Klaſſen unternahmen wir eine zweitägige Tour über Amorbach nach Miltenberg, während die Schüler der unteren Klaſſen einen Spaziergang über Weiten⸗Geſäß nach Vielbrunn machten. Morgens um 6 Uhr rückten wir alle aus. Die Schüler, welche die größere Partie unternahmen, wurden geführt von dem Director, den Herren Litt, Langrock und Hilß; die andern Schüler von Herrn Kromm. Nachdem wir das freundliche Jagdſchloß Eulbach paſſiert hatten, gelangten wir über die bayeriſche Grenze nach Bocksbrunn und hielten jenſeits dieſes Ortes an einer offenen Waldſtelle an der Chauſſee unſere erſte Raſt. Hierauf ſchritten wir bergab unter munteren Geſängen in das herrliche Mudauthal nach Amorbach, an einem Denkmal vorüber, das den im Feldzuge 179697 unter Erzherzog Karl kämpfenden Oeſterreichern, die ihren Wunden in Amor⸗ bach erlagen, geſetzt wurde. Nachdem wir uns an einem Glaſe friſchen Bieres erquickt hatten, beſichtigten wir hierauf das ehemalige Kloſtergebäude und die daranſtoßende Kloſterkirche und waren von der Großartigkeit und dem Reichthum dieſer zum Theil im romaniſchen Style erbauten Kirche ſehr überraſcht. Die Telegraphen⸗ ſtation Amorbach benutzten wir ſodann, um den Schülern der oberen Klaſſe einen lehrreichen Einblick in die Einrichtungen und den Gebrauch eines Morſeſchen Telegraphen zu geben und zugleich dem Gefühl der Pietät gegen einen früheren Director und Lehrer der Anſtalt, der mehr als 20 Jahre unter den ſchwierigſten Ver⸗ hältniſſen derſelben vorſtand, kundzugeben, indem wir einen freundlichen Gruß an Herrn Seminardirector Steinberger in Friedberg entſandten. Hierauf ſetzten wir unſere Reiſe nach Miltenberg fort, wo wir gegen Abend ankamen. Dort erwartete uns im Gaſthauſe zum Strauß ein erquickendes Abendeſſen und in den ge⸗ räumigen Localen deſſelben wohlthätige Ruhe. Am frühen Morgen beſtiegen wir zwei Kähne und fuhren bei herrlichem Wetter und unter munteren Geſängen den Main hinunter. Gar freundlich ſchaute aus dem Grün der weinbepflanzten Berge links die Stadt Miltenberg mit ihrer Burg hervor, rechts erblickten wir den Engels⸗ berg mit ſeinem Kloſter. An dem Garten von Heubach, aus dem alsbald das Schloß hervortrat, fuhren wir vorüber und kamen dann bei Groß⸗Heubach an. Hierauf beſtiegen wir die 500 Stufen des Engelsbergs und ließen uns von einem Mönche das Innere des Kloſters, in welchem gegenwärtig 9 Franziskaner leben, zeigen. Man hat von dem Kloſter eine prachtvolle Ausſicht auf das liebliche Mainthal, ſowie weit hinauf in das Thal der Mudau. Dann giengen wir herunter und fuhren nach Klein⸗Heubach über. Leider überraſchte uns hier ein Gewitter und ein anhaltender Regen hielt uns mehrere Stunden an der Fortſetzung unſerer Reiſe zurück. Doch ſtörte das unſere fröhliche Jugend nicht, vielmehr wußte ſie ſich durch allerlei Spiele zu er⸗ heitern, zugleich wurden wir dadurch veranlaßt, den Ort, ſeinen ſchönen Garten und die zoologiſche Sammlung deſſelben näher in Augenſchein zu nehmen und die Eltern unſerer Schüler daſelbſt zu beſuchen. Hierauf fuhren wir mit den Kähnen weiter bis Laudenbach und marſchierten von da über Eulbach zurück nach Michelſtadt, wo wir gegen 8 Uhr Abends ankamen. Wir waren alle ſehr befriedigt durch dieſe höchſt gelungene Partie, zumal ſie unſern Schülern in den verſchiedenartigſten Beziehungen Anſchauungen, die im ſtillen Odenwalde ihnen fern liegen, gewährte,