Für den Unterricht in der Landwirthſchaft war Müller's Lehrgang der praktiſchen Land⸗ wirthſchaft zu Grunde gelegt und als Hilfsmittel dienten theils Modelle, theils verſchiedene Sammlungen. Um den Schülern einen eben ſo erwünſchten wie lehrreichen Einblick in die praktiſche Geſtaltung der Oekono⸗ mie zu gewähren, und um ſie zum vollen, klaren und ſichern Verſtändniß der betreffenden Vorträge über Feldbeſtellung und Wieſenbau, über Viehzucht, erprobte Maſchinen und verbeſſerte Ackergeräthe zu führen, beſuchte der Lehrer mit den Zöglingen der Anſtalt einige gut bewirthſchaftete Güter in Michelſtadt's Umgebung. In den für Stilübungen beſtimmten Stunden wurde die Anfertigung von Geſchäftsaufſätzen betrieben. Im Rechnen ſuchte der Lehrer die Zöglinge in das Verſtändniß ſowohl der einfachen und zuſammengeſetzten Regeldetri nach der Einheitsmethode, als auch der Zins⸗, Geſellſchafts⸗ und Rabattrechnung, ſowie endlich der Decimalbrüche und ihrer Anwendung bei Berechnung der Flächen einzuführen und bei denſelben die nöthige Fertigkeit in der Löſung von Aufgaben aus dem bürgerlichen Leben zu erzielen. In der Geometrie wurden die wichtigſten Lehrſätze über die Linien, Winkel und Figuren, die Eintheilung der Drei⸗ und Vierecke, ſowie der regelmäßigen und unregelmäßigen Vielecke durchgenommen und durch Elementarübungen auf dem Felde zur praktiſchen Anwendung gebracht. Bei der Behandlung des Schreibunterrichtes richtete der Lehrer ſein Augen⸗ merk darauf, daß ſich ſeine Schüler eine gefällige und fließende Hand aneigneten. Welchen Grad von Kenntniſſen und Fertigkeiten die Zöglinge der Ackerbauſchule während des Wintercurſes 1863/64 erſtrebt hatten, zeigten ſie bei Gelegenheit der öffentlichen Prüfung, die mit ihnen am 31. März a. c. in Anweſenheit des Herrn Geheimen Regierungsrathes Dr. Zeller von Darmſtadt vorgenommen wurde.
Vorſtehendem überſichtlichen Jahresbericht möge ſich noch ein Verzeichniß der Zöglinge, die während des Wintercurſes 1863/64 in der hieſigen Ackerbauſchule Unterricht genoſſen haben, anreihen.
Verzeichniß der Ackerbauſchüler im Winter 1863/64ℳ.
1. Johann Bany aus Weiten⸗Geſäß, Kreiſes Erbach, 18 Jahre alt, 2. Jakob Bernhard„ Unter⸗Moſſau,»„„ 25„„ 3. Hieronymus Glaab„ Umpfenbach, in Bayern, 17„„ 4. Philipp Jakob Körner„ König, Kreiſes Neuſtadt, 17„„ 5. Georg Merkel vom Heuberger⸗Hof,„ Erbach, 19„„ 6. Leonhard Merkel„„„ 7, 15„„ 7. Wilhelm Müller„ Häuſer⸗Hof,„ Dieburg, 15„„ 8. Ludwig Schall„ Haiſterbacher⸗Hof,„ Erbach, 15„„ 9. Wilhelm Weber aus Guntersblum,„ Oppenheim, 16„„
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6) Die mit der Realſchule verbundene
Sonntags⸗Zeichenſchule.
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Die unter der Oberaufſicht der Realſchuldirection ſtehende Sonntagsſchule erfuhr im vergangenen Jahr eine weſentliche Umgeſtaltung, indem die Leitung des gedachten Inſtitutes in die Hände von drei Technikern gelegt und das Gebiet des Unterrichts erweitert wurde, um einem immer ernſter hervortretenden Bedürfniſſe des hieſigen Handwerkerſtandes Befriedigung zu gewähren. Die angedeutete Reorganiſation erfolgte auf Grund höherer Genehmigung und einer zwiſchen der Direction der Realſchule und dem Vorſtande des hieſigen Local⸗ Gewerbvereins abgeſchloſſenen Uebereinkunft. In Gemäßheit dieſer Vereinbarung gieng am 15. November v. J. die Leitung der Sonntagsſchule aus den Händen der Reallehrer Litt und Kromm an den Bauaufſeher Scholl, den Mechanikus Joh. Meyer und den Graveur Fr. Hartmann über, während ſich den erprobten Kräften der bisherigen Leiter des in Rede ſtehenden Inſtitutes ein dankbares Feld in der neu errichteten Winter⸗Abendſchule eröffnete. Der Unterricht in der mehrgedachten Anſtalt umfaßte folgende Gegenſtände: Freihand⸗, Fach⸗ und Linearzeichnen, Materialienkunde und Aufſtellung von Voranſchlägen; das Unterrichts⸗


