G. Jahresbericht über die Ackerbauſchule.
(Vom 15. November 1860 bis zum 15. März 1861.)
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Nachdem die Stelle eines Lehrers der Landwirthſchaft an unſerer ſeit dem Jahr 1853 mit der Realſchule verbundenen Ackerbauſchule von Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction mittelſt Decrets vom 13. September 1860 an Herrn Oeco⸗ nomen Auguſt Leydhecker aus Darmſtadt übertragen worden war, wurde der durch den Abgang des früheren Lehrers, Herrn Oeconomen Reuter von Erlen⸗ bach, unterbrochene Unterricht an der Anſtalt ſeit dem 15. November 1860 wieder aufgenommen und ganz in der in unſern früheren Programmen näher beſchriebenen Weiſe fortgeſetzt. Der eingehaltene Lehrplan umfaßte folgende Unterrichtsgegen⸗ ſtände:
1) Landwirthſchaftslehre— den Ackerbau, die Viehzucht und die Betriebslehre umfaſſend— von Herrn A. Leydhecker in 8 wöchentlichen Stunden nach Adam Müllers Lehrbuch der practiſchen Landwirthſchaft vorgetragen und mit zeitweiſen practiſchen Demonſtrationen auf benachbarten Gütern in Verbin⸗ dung gebracht.
2) Stylübungen— ſämmtliche im practiſchen Leben vorkommende Geſchäftsauf⸗ ſätze und Briefarten umfaſſend— in 3 wöchentlichen Stunden von dem unter⸗ zeichneten Director geleitet.
3) Schönſchreiben, in 2 wöchentlichen Stunden von dem Hülfslehrer an der Realſchule G. Lang gelehrt.
4) Practiſches Rechnen, nach Niepoth's practiſchem Rechenbuch von den einfach⸗ ſten Operationen bis zur Geſellſchafts⸗ und Miſchungsrechnung aufſteigend, von demſelben in 2 wöchentlichen Stunden, und
5) practiſche Geometrie, von den einfachſten Elementen bis zu Flächen⸗ und Körperberechnungen in 1 wöchentlichen Stunde ebenfalls von Lehrer Lang gelehrt.
Beſucht wurde diesmal die Anſtalt von 14 Schülern im Alter von 15—18 Jahren, welche 9 verſchiedenen Ortſchaften der näheren und ferneren Umgegend ange⸗ hörten; 10 derſelben beſuchten außer den Lehrſtunden in der Ackerbauſchule, ſoweit es die Zeit und die Anordnung des Lehrplans erlaubten, auch noch verſchiedene Lehrfächer in der Realſchule, und gerade dieſe Verbindung der beiden ſich ergän⸗ zenden Anſtalten erweist ſich fortgeſetzt als ſehr heilſam. Möchte nur die Bethei— ligung des eigentlichen Bauernſtandes an unſerer Anſtalt, die Jedermann wegen ihrer inneren Einrichtung und der Art und Weiſe, wie der Unterricht ertheilt wird, für ſehr zweckmäßig und nützlich erklären muß, eine größere ſein, und möchten ſich auch ältere Söhne von Landwirthen der Theilnahme an derſelben nicht ſchämen. Zum Lernen iſt man nie zu alt, und gerade in der Landwirthſchaft lohnt ſich ein


