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5. Die bei der schriftlichen Reifeprüfung gestellten Aufgaben.
a) Deutscher Aufsatz.
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. Grillparzers Drama„Das goldene Vlies“, eine Tragödie der Vergeltung.
2. Haben die früheren Gegner Deutschlands recht, wenn sie sagen, Deutschland habe seit 1871 nach kriegerischen Verwicklungen und der Weltherrschaft gestrebt und sei für den Aus-— bruch des Weltkrieges allein verantwortlich?
3. Herrschaft und Leben der Römer in West-— deutschland nach den dort erhaltenen Denk- mälern und Funden.
4. Worauf beruht unsere Hoffnung auf einen Wie-
deraufbau Deutschlands?
b) Ubersetzung aus dem Lateinischen. Tacitus, Annalen 15, 60(Sequitur) bis 62(adiceret). c) Ubersetzung aus dem Griechischen. Plato Protagoras c 2 bis dντιωεν.
d) Mathematik.
1. Der Turm des Straßburger Münsters(1=70⁰46˙ = 48⁰35*) wirft am 10. August(6= 15⁰46˙) 10 h 14 min mitteleuropäischer Zeit(C=ℳ 5;4 min) einen Schat- ten von 135 m Länge. Wie hoch ist der Turm?
2. Zwei Drähte setzen bei Hintereinanderschal- tung dem elektrischen Strome einen Widerstand von 5 Ohm, bei Nebeneinanderschaltung einen Widerstand von 1,2 Ohm entgegen. Wie groß sind die Widerstände der einzelnen Drähte?
3. Bei der Geburt eines Knaben wollen seine El- tern soviel Geld auf Zinseszins legen, daß der Sohn nach Vollendung seines 21. Lebensjahres fünf Jahre hindurch am Anfange eines jeden Jahres 1200 Vark erhalten kann. Wie groß muß die eingezahlte Summe sein?(p= 525%.)
c) Ubersetzung aus dem Hebräischen.
I. Mose 27, V. 1— 9(einschließlich).
6. Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterrichts.
a) Zeichen- und kKunstunterricht.
Im Sinne der Richtlinien umfaßte der Zeichen- unterricht das freie und das gebundene Zeichnen.
Im freien Zeichnen wurden die Schüler angeleitet, äußere Eindrücke, innere Erlebnisse und bewußt angestellte Beobachtungen in Form und Farbe aus- zudrücken.
Das gebundene Zeichnen wurde als praktisches Linearzeichnen betrieben. In projektivischer Dar- stellung wurden die Aufgaben den Gebieten des Handwerks, der Technik und besonders der Hei- matarchitektur entnommen.
Kunstbetrachtungen wurden meist gelegentlich im Anschluß an die zeichnerischen Ubungen oder in Verbindung mit denselben vorgenommen. Auf der Oberstufe wurden besondere Kunstbetrachtungs- stunden eingerichtet, wobei die Bau- und Kunst- denkmäler von Alt-Limburg und die der engeren Heimat besondere Berücksichtigung fanden.
b) Musikpflege.
Der Musikunterricht wurde den Eichtlinien ent- sprechend weiter ausgebaut. Er wurde in 4 paral-
lelen Zügen erteilt: a) Der für alle Klassen verbind- liche Musikunterricht umfaßte in der Hauptsache Musikgeschichte mit den entsprechenden praktischen Stilproben. b) Als wertolle Ergänzungen dieses Un— terichtes wurde für die oberen Klassen eine musi- kalische Arbeitsgemeinschaft eingerichtet, die sich mit Harmonielehre, Kontrapunkt und zeitgenös- sischer Musik von TZöllner-Hegar bis Hindemith- Stravinski befaßte. c) Im Chorgesang wurde un— serm Vorhaben entsprechend die Zeit von 1750— 1850 besonders gepflegt. Der Chor hatte bei den Schulfeiern mitzuwirken und unterstützte durch einige Lieder das Turnfest bei der Veranstaltung in der Turnhalle. d) In der instrumentalen Musik un- terhalten wir eine Violinklasse für Vorbereitung, eine Klavier- und eine Sologesangabteilung. Die befähigten Schüler treten in das Schulorchester ein, das wöchentlich zwei bis drei Proben hat. Den Abschluß unseres musikalischen Lebens bildet das Schülerkonzert, dessen Träger in diesem Jahre die Komponisten der Berliner Liederschulen(1750 bis 1850) waren. Abwechselnd traten Chor und So- listen auf. Das Hauptstück war die Oper in 3 Akten „Orpheus“ von Gluck, wobei 210 Sänger, das Or- chester und 2 Solisten mitwirkten. Der Reinerlös floß dem Orgelbaufonds zu.


