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Deklamationen und Gesang beisteuerten. Von den später durch den Herrn Reichspräsidenten den beteiligten Anstalten überwiesenen 60 Diplomen für die Sieger in den Reichsiugendwettkämpfen entfielen auf unsere Schule 18.
Weniger erfolgreich waren wir bei den Schlagballwettkämpfen, den sogenannten Preußen- spielen, wo wir bei den Bezirksspielen in Limburg unserem Gegner Oberlahnstein ganz knapp unterlagen.
Während im Sommer fast ausschließlich die Leichtathletik das Feld beherrscht, kommt im Winter das Geräteturnen und das Hallenturnen zu seinem Recht. Um zu zeigen, daß wir auch auf diesem Gebiet auf der Höhe sind, veranstalteten wir am 7. April 1927, gewissermaßen als Ab— schluß unserer körperlichen Erziehungsarbeit, ein Schauturnen. Die Riegen der einzelnen Purn— abteilungen, von ihren Führern selbständig geleitet, ernteten für ihre Vorführungen reichen Beifall und legten Zeugnis ab von dem frischen, echt turnerischen Geist, der unsere Jungen beseelt. Auch diese Veranstaltung fand unter der Leitung des Studienrats Dr. Heinrich Hollstein Statt.
Mehrere ältere Schüler erwarben das deutsche Turn- und Sportabzeichen und eine größere Zahl jüngerer das Jugendsportabzeichen.
Ueber das Schülerorchester, das unter der Leitung des Oberschullehrers Schulz stand. ist unter I, 6, b berichtet worden.
Die Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande stand unter der Obhut des Studienrats Friedrich Hollstein und zählte 177 Mitglieder. Der Vorsitzende Schoemann(O I!) nahm an der Pfingsttagung des Vereins in Hirschberg in Schlesien teil und erstattete eingehenden Bericht. Von besonderen Veranstaltungen ist das Auftreten der 1. Südtiroler Werbegruppe am 2. November in der Aula des Gymnasiums zu erwähnen. Sie machte an Hand von Lichtbildern. Gesängen und Tänzen die Schüler mit den Schönheiten Südtirols, mit den Volksbräuchen. aber auch den Leiden unserer deutschen Brüder unter der italienischen Herrschaft bekannt.
Am 1. Februar hielt Herr Reinhold, ein aus Polen ausgewiesener Deutscher. im Auftrage des Landesverbands Hessen-Nassau einen aufklärenden Vortrag über die Ziele und die Be— deutung des V. d. A. Im Anschluß daran wurde das„Hilfswerk“ durchgeführt. Zur Erhaltung und Unterstützung des Auslandsdeutschtums wurden von den Schülern des Gymnasiums 1123,10 Reichsmark gesammelt, außerdem wurden noch 108 neue Mitglieder für die hiesige Ortsgruppe geworben.
Im übrigen wurde die Einrichtung gelegentlich stattfindender Schul- und Klassengemeinden sowie der Sprecher und Vertrauensmänner wie bisher weitergepflegt.
J. Schulgeld.
Der Schulgeldsatz betrug monatlich 12,50 Mark für einheimische und 15,60 Mark für aus- wärtige Schüler.
103 Schüler hatten den vorgeschriebenen Schulgelderlaß von 25—100 Prozent als jüngere Brüder von zwei oder mehreren Kindern desselben Erziehungsberechtigten, die eine höhere Schule oder Hochschule besuchen. Außerdem hatten einen Erlaß von 100 Prozent I Schüler, von 90 Prozent 1 Schüler, von 80 Prozent l. von 75 Prozent 9, von 60 Prozent 1. von 50 Prozent 19, von 30 Prozent 1, von 25 Prozent 27 Schüler, zum größten Teil für das ganze Schuljahr, zum geringern Teil für einen Teil des Schuliahrs.
1000 Mark des Schulgeldaufkommens standen für die Hilfsbücherei zur Verfügung, die von Herrn Studienrat Becker verwaltet wurde. Vor allem wurden Bücher eingestellt, deren An— schaffung für die Eltern mit größeren Kosten verbunden ist, wie z. B. Wörterbücher. Atlanten usw. Eine Anzahl von älteren Büchern wurde von abgegangenen Schülern geschenkt. Wir hoffen, die Bücherei im Laufe der nächsten Jahre so auszugestalten, daß alle bedürftigen und würdigen Schüler ihre Schulbücher aus der Hilfsbücherei erhalten können.


