Jahrgang 
1915
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Infolge der Mobilmachung traten in den Heeresdienst ein die Oberlehrer Dr. Schnabel, Val. Reichert und Reutlinger und die Kandidaten Thiemeyer, Georg Reichwein und Dill Leider haben wir den Verlust eines überaus liebenswürdigen Kollegen zu beklagen. Am 6. Oktober starb Dr. Schnabel den Heldentod fürs Vaterland im Lazarett zu Trier, nachdem er in dem Gefecht bei Cernay schwere Verwundungen erlitten hatte. Am 10. Okt. hat die Schule ihm das letzte Geleit gegeben. Wir Lehrer beklagen in dem im blühenden Mannesalter Heimgegangenen einen stets hilfsbereiten Kollegen, die Schüler einen treuen Freuud und Be- rater. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Herr Gross wurde kurz vor Weihnachten an das Königliche Friedrichs-Gymnasium in Cassel und Herr Althofen vom 5. Januar 1915 an die Musterschule in Frankfurt a. M. be- rufen. Der Unterzeichnete wurde für die Dauer der Erkrankung des Herrn Direktors von dem Königlichen Provinzialschulkollegium mit der Versehung der direktorialen Geschäfte be- traut. Herr Reutlinger, der als dauernd untauglich aus dem Heeresdienst entlassen wurde, übernahm nach Neujahr die Unterrichtsstunden des Direktors.

Es ist klar, dass infolge der Erkrankung des Direktors, besonders aber infolge des

durch die Mobilmachung notwendig gewordenen Eintritts mehrerer Lehrer in die Armee der Unterrichtsbetrieb mancherlei Störungen und Einschränkungen erleiden musste.

3. Die Schüler.

Infolge der Mobilmachung trat eine grössere Anzahl Schüler der oberen und mittleren Klassen, im ganzen etwa 30, in die Armee ein, um im Osten und Westen gegen die Feinde des bedrohten Vaterlandes zu kämpfen. Es sind dies aus OI: Arthen; Brucher, Diefenbach Alb., Diefenbach Aloys, Hofmann, Klockenberg, Meißner, Rompel, Schlotthauer, Schmitt, Schnug, Seel, Goebel; aus UI: Klepper, Merz, von Münster, Schünke; aus OII: Baumann, Brühl, Heun, Hötte, Kropp, Szermer; aus UIIg: Dorn, Goebel, Martin, Muth, Rompel; aus UIIr: Skrodzki; aus OIIIr: Stassen. Einer der Braven, Richard Meissner, der im Sommer 1914 die Reifeprüfung bestanden hatte, ist in Frankreich den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Ehre seinem Andenken! Es ist angeordnet worden, dass nach dem Kriege in einer beson- deren Beilage zum Programm die Beteiligung der Lehrer und Schüler an dem grossen Kriege eingehender geschildert werde, auch der Scbüler, die Abiturienten unserer Anstalt sind; viele von ihnen haben bisher mit Auszeichnung gekämpft. Ihrer aller wird seiner Zeit ge- dacht werden. Hier sei nur noch erwähnt, dass sich eine Anzahl Schüler der mittleren und oberen Klassen bei der Bergung der Ernte in rühmlicher Weise, wie von beteiligter Seite an- erkannt wird, nützlich gemacht hat.

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4. Besichtigungen und Prüfungen.

Am 14. und 15. Juli war der Dezernent der Anstalt, Herr Oberregierungsrat Dr. Paehler zur Revision anwesend. Der Notreifeprüfung auf Grund des Erlasses vom 1 August 1914 unterzogen sich 14 Oberprimaner, die sämtlich die Prüfung bestanden. Die mündliche Reife- prüfung fand Sonntag, den 9. August unter dem Vorsitz des Unterzeichneten statt.

Der Reifeprüfung zu Ostern 1915 unterzogen sich 5 Schüler. Die schriftliche Prüfung fand statt vom 8.11. Februar. In der mündlichen Prüfung am 6. März unter dem Vorsitz des Herrn Oberregierungsrats Dr. Paehler bestanden sämtliche Drüflinge, drei unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.

In der Schlußprüfung Ostern 1915 unter dem Vorsitz des Unterzeichneten bestanden 8 Schüler.

5. Ferien und schulfreie Tage.

1914: 4. 4. bis 21./4.; 29 /5 bis 9./6.; 17./7. bis 18./S.; 3.110. bis 15./10.; 23./12. bis 5./1. 1915. 1915: 31. 3. bis 15./4 Ausserdem gaben die Siege unserer tapferen Armee in Ost und West Anlass einige Male den Unterricht ganz oder teilweise ausfallen zu lassen, nachdem vorher vor versammelter Schule auf die Bedeutung des Sieges aufmerksam gemacht war.