Jahrgang 
1903
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III. C(hronik der Anstalt.

1) Entwickelung der Schule.

Durch Angliederung der Oberprima zu Ostern v. Js. war der äussere Ausbau des Progymnasiums zu einem Vollgymnasium beendet. Nachdem nun im Dezember v. Is. die vorgeschriebene Revision(cf. Abs. 3) stattgefunden hatte, genehmigte der Herr Minister durch Erlass vom 6. Februar d. Js. UII 10256 die Abhaltung der ersten Reife- prüfung zu Ostern d. Js. Nach deren Beendigung wurde der Antrag auf Anerkennung der Anstalt als Gymnasium bei dem Herrn Minister gestellt; der Bescheid hierauf steht z. Zt. noch aus.

Die Verhältnisse der hiesigen Vorklasse waren dauernd unzuträglich, einmal durch den geringen Besuch und andererseits durch vielfach ungeeignetes Schülermaterial. Des- halb stellte der Unterzeichnete in Uebereinstimmung mit dem Kuratorium bei den städtischen Behörden den Antrag, die Vorklasse entweder zu einer vollen dreiklassigen Vorschule auszubauen oder sie ganz aufzuheben. Die Stadtverordneten beschlossen in der Sitzung vom 3. Oktober v. Js. die Aufhebung der Vorklasse von Ostern 1903 ab. Da dieser Beschluss die Genehmigung der vorgesetzten Behörde erhalten hat, wird die Vorklasse mit Beginn des neuen Schuljahres 1903 ganz wegfallen.

Die Baufrage rückte in dem abgelaufenen Schuljahre dadurch weiter, dass Magistrat und Stadtverordnete sich über die Wahl eines Bauplatzes am Schafsberg einigten. Das Gelände ist bereits erworben und die vorgelegten Bauskizzen haben die Zustimmung der Behörden gefunden, sodass nach Fertigstellung der ausgeführten Baupläne und Kosten- anschläge voraussichtlich noch in diesem Sommerhalbjahre mit der Ausführung des Baues begonnen werden kann.

Nach Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums muss die Turnhalle schon zu Beginn des kommenden Winterhalbjahres der Benutzung übergeben werden.

2) Veränderungen im Lehrerkollegium.

Der seitherige wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Metzen wurde vom 1. April 1902 ab Oberlehrer der Anstalt. Die am I. Oktober 1901 frei gewordene Stelle eines Lehrers der Naturwissenschaften konnte in dem laufenden Schuljahr aus Mangel an geeigneten Be- werbern nicht endgültig besetzt werden. Sie wurde kommissarisch verwaltet im Sommer von dem Probekandidaten Dr. Frank und nach dessen Berufung zum Oberlehrer an das Realgymnasium zu Lübeck vom 1. Oktober v. Js. ab durch den Probe-Kandidaten Dr. Unbehaun. Von dem Beginn des nächsten Schuljahres ab wird diese Stelle der Oberlehrer Dr. Schichtel, z. Zt. an der Oberrealschule in Metz, definitiv übernehmen. Der Kandidat Dr. Frank war vom 3. April bis 30. Mai v. Js. zu einer achtwöchentlichen militärischen Ubung eingezogen. 6 naturwissenschaftliche Stunden übernahm für diese Zeit in zuvorkommender Weise Herr Pfarrer Weygandt von Staffel, dem hierfür ver- bindlichster Dank ausgesprochen wird; die übrigen Stunden wurden bald durch Klassen- kombinationen bald durch Uberstunden der Kollegen gedeckt. Lehrer Rupin war schon längere Zeit an einem nervösen Leiden erkrankt, welches ihn zwang, zunächst vom 7. bis 19. Juni und dann bis zum Schlusse des Winterhalbjahres Urlaub zu nehmen. In der ersten Zeit wurde er von dem Kollegium vertreten, nach den Sommerferien übernahm die ganze Vertretung mit Zustimmung der Königlichen Regierung zu Wiesbaden der Lehrer Hehl aus Hattersheim. Oberlehrer Abt, welcher seit Herbst 1891 an der hiesigen höheren Lehr- anstalt als kathol. Religionslehrer mit Eifer und Hingebung tätig war, folgte am 1. August v. Is. einem Rufe seiner geistlichen Behörde zum Direktor der Deutschordenskirche in Frankfurt- Sachsenhausen. Lehrer und Schüler sahen den liebenswürdigen Herrn ungern scheiden und werden ihm stets ein freundliches Andenken bewahren. Die erledigte Stelle